Elektronische Briefe: Post steigt bei der De-Mail aus

Elektronische Briefe: Post steigt bei der De-Mail aus

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Die De-Mail war vor allem für vertraglich bindende Post, etwa im Schriftverkehr mit Banken, Versicherungen und Energieversorgern gedacht. Der Erfolg blieb aber aus.

Bereits im März hatte der Chaos Computer Club die De-Mail für gescheitert erklärt - nun steigt die Deutsche Post aus dem Projekt aus. Der Grund: der Datenschutzbeauftragte verweigert sein Zertifikat.

Die Deutsche Post stoppt die Entwicklung eines eigenen De-Mail-Angebotes für die verschlüsselte elektronische Kommunikation. Stattdessen setzt das Unternehmen auf seinen bereits 2010 gestarteten E-Postbrief und will diesen mit neuen Funktionen für Privatkunden attraktiver machen. Solange der Gesetzgeber an den Bestimmungen für das Identifizierungsverfahren festhalte, habe die De-Mail für die Post keinen Sinn, sagte E-Postbrief-Chef Ralph Wiegand der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Das Produkt für die De-Mail liege fertig in der Schublade, nur der Datenschutzbeauftragte verweigere sein Zertifikat, schreibt die Zeitung. Grund sei das Postident-Verfahren, mit dem die Post bei der Registrierung die Identität des Kunden überprüft. Dabei wird auch nach Personalausweis-Nummer und Ausstellungsbehörde gefragt, was das De-Mail-Gesetz jedoch nicht vorsieht. „Das Postident-Verfahren hat sich seit 17 Jahren bewährt. Davon werden wir nicht abrücken, nur um einem unglücklich formulierten Gesetz zu genügen“, sagte Wiegand.

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Ein Sprecher der Deutschen Telekom wies die Argumentation der Post zurück und sagte der Zeitung, die De-Mail-Anbieter unterlägen strengen Regelungen. Dazu gehöre auch die „Datensparsamkeit“. Die De-Mail soll in der digitalen Kommunikation mehr Vertrauen ermöglichen, insbesondere bei geschäftlichen Vorgängen oder für digitale Behördengänge. Angebote dafür haben die Deutsche Telekom, die Unternehmen der United-Internet-Gruppe und Mentana Claimsoft entwickelt.

Mitte März hatte der Chaos Computer Club das Sicherheitsniveau der De-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über den gesamten Transportweg der E-Mail als unzureichend kritisiert, das Vorhaben für gescheitert erklärt und gefordert, es zu stoppen. Die Sicherheit der De-Mail sei ein „schlechter Witz“. Die De-Mail werde außerdem in der Bevölkerung nicht akzeptiert.

Der CCC-Sprecher übte auch scharfe Kritik an Plänen, De-Mail für die Kommunikation von Bürgern und Behörden einzusetzen. „Da kann man seine Steuererklärung gleich auf einer Postkarte abgeben.“ Stattdessen empfiehlt der CCC andere Verschlüsselungstechniken wie OpenPGP, GNU Privacy Guard oder S/MIME. Diese Verfahren seien aber nicht benutzerfreundlich genug, erklärte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, am Donnerstag in Berlin. Die De-Mail sei „ein absolut sicheres Verfahren.“

Über De-Mail verschickte Informationen unterlägen dem Fernmeldegeheimnis, Einblicke darin seien strafbar, hatte das Innenministerium im März verlauten lassen. Wenn der Chaos Computer Club stattdessen spezielle Programme zum Schutz der Privatsphäre empfehle, „dann setzt er auf komplizierte Speziallösungen, die für Hacker und versierte IT-Spezialisten verwendbar sind, kaum aber für technisch normal begabte Internet-Nutzerinnen und -Nutzer“, erklärte damals ein Sprecher des Innenministeriums.

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