Entwicklerkonferenz: Apple präsentiert neue Betriebssysteme

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Entwicklerkonferenz: Apple präsentiert neue Betriebssysteme

von Meike Lorenzen

Nicht weniger als einen Rundumschlag bei OS und iOS hat Apple-Chef Tim Cook vorgestellt. Auch neue MacBooks wurden in San Francisco gezeigt. Warum die Anleger dennoch enttäuscht reagierten.

Selten war der Druck so groß. Als Apple-Chef Tim Cook im Zuge der diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC auf die Bühne trat, dürfte er gewusst haben, dass er einen echten Knaller liefern muss. Eine Innovation, die den Markt revolutionieren könnte, wie es seinem Vorgänger und Freund Steve Jobs einst mit dem iPhone gelungen war. Einmal im Jahr lädt Apple Software-Entwickler nach San Francisco ein, um an Workshops teilzunehmen und sich Vorträge anzuhören. 5000 Personen sind in diesem Jahr dabei. Für den Endverbraucher ist das wenig spektakulär. Daher schauen die Medien vor allem auf die Keynote des Chefs, die immer die Präsentation neuer Software- und Hardware-Produkte beinhaltet.

Schon oft war der Auftritt des Chefs der Moment für neue Produkte, die ordentlich Umsatz in die Apple-Kassen spielen sollten: Auf der Entwicklerkonferenz 2008, 2009 und 2010 wurden das iPhone 3G, der Nachfolger 3GS und das iPhone 4 vorgestellt. Das iPhone 5 wurde im Rahmen einer eigenen Veranstaltung im vergangenen Herbst präsentiert, gefolgt von einer Veranstaltung im Oktober, bei der das iPad Mini und das iPad 4 gezeigt wurden. Eigentlich hätte Apple also noch ein wenig Zeit gehabt, um mit einem neuen Produkt an den Markt zu gehen. Doch die Konkurrenz erhöht die Schlagzahl der Produkte und damit den Druck auf Apples Wachstumsraten und Margen. Vor allem Samsung hat vorgelegt. Die Südkoreaner haben im Mai das Galaxy S4 heraus gebracht und damit Apple erst einmal in Sachen „Topmodel“ den Rang abgelaufen. Mehr als zehn Millionen Mal wurde das Gerät inzwischen verkauft. Entsprechend kräftig brodelte die Gerüchteküche im Vorfeld.

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Als wäre all das nicht genug, hat Tim Cook Ärger mit dem US-Kongress wegen angeblicher Vermeidung von Steuern in Milliardenhöhe, wegen eines Patentstreits mit Samsung droht das Importverbot einiger iPhone- und iPad-Modelle und dann noch die PRISM-Affäre, die Apple wie andere IT-Konzerne noch stärker als Datenkranken dastehen lässt. Der Apple-Chef stand also ganz gewaltig unter Druck. Und die Apple-Fan-Gemeinde sowie die Investoren schauten an diesem nebligen Tag in San Francisco ganz besonders gespannt auf das, was da geschah. Auch einige Promis wie Al Gore hatten sich zur Veranstaltung eingefunden.

Wie jedes Jahr wurde auch dieses Mal wieder kräftig gemunkelt, was Cook wohl in der Hinterhand haben würde. Kommt die vielbeschriebene Apple-Uhr und wie steht es um den Musik-Streamingdienst iRadio? Auch über neue iPads und iPhones ist kräftig spekuliert worden. Fest gerechnet wurde mit einem neuen Betriebssystem – iOS7. Dennoch blieb die Presse im Vorfeld der Veranstaltung relativ verhalten, mit einer wirklichen Revolution rechnete niemand. Stattdessen erwarteten alle den „Updater Tim Cook“, den Verbesserer, den Geschäftsmann – aber nicht den Revolutionär.

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