Erstaunliches Wachstum: Eigentlich müsste Xing längst weg vom Fenster sein

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Erstaunliches Wachstum: Eigentlich müsste Xing längst weg vom Fenster sein

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Es gab nicht wenige, die Xing deswegen das gleiche Schicksal wie studiVZ in Aussicht stellten. Jahre später schauen die gleichen Kritiker Quartal für Quartal verblüfft auf Xings Zahlen.

Quelle:Netzwertig.com

Nach allen Gesetzmäßigkeiten, die wir meinen, vom Internet zu kennen, müsste es mit Xing längst bergab gehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Für studiVZ war es der Anfang vom Ende, als die ursprünglichen Gründer das Schiff verließen und die geplante Internationalisierung floppte. Auch Xing verhob sich mit einer geplanten Auslandsexpansion, Gründer Lars Hinrichs ist längst raus und mit ihm der Gründergeist.

Es gab nicht wenige, die Xing deswegen das gleiche Schicksal wie studiVZ in Aussicht stellten. Jahre später schauen die gleichen Kritiker Quartal für Quartal verblüfft auf Xings Zahlen: Das Business-Netzwerk wächst und gedeiht und ist für die deutsche Wirtschaft mittlerweile essentiell. Obwohl oder gerade weil die Betriebswirte dort das Ruder übernommen haben.

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Wer mich kennt, weiß, dass ich wenig davon halte, wenn "Anzugträger" das Web erobern. Menschen, die eine gute Idee plötzlich in Zahlen und Marketing-Begriffen wie Product Lifecycle Costing sehen und Startups auf Rendite trimmen, die einst mit einer pfiffigen Idee daher kamen, um das Leben der Webnutzer etwas schöner zu machen.

studiVZ war seit jeher umstritten, aber bergab ging es mit dem deutschen Social Network eindeutig, als das Gründungsteam das Schiff verließ und neue Investoren übernahmen, die damit das schnelle Geld machen wollten und das Projekt nicht wesentlich weiter entwickelten. Es kam, wie es kommen musste: Facebook überholte von rechts, die Nutzer flüchteten in Scharen. studiVZ ist heute klinisch tot, auch wenn sich die derzeitigen Betreiber noch weigern, die Seite final abzuschalten.

Xing bleibt das studiVZ-Schicksal erspart

Xing kennt derartige Probleme nicht. In den jüngsten Quartalsergebnissen legten die Hamburger stets zu, sowohl bei Umsatz als auch bei Gewinn und den Nutzerzahlen. Im gerade abgelaufenen 2. Quartal stieg der Umsatz im deutschsprachigen Raum im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent auf 20,9 Millionen Euro, der Nettogewinn um 30 Prozent auf 2,7 Millionen Euro. Auch studiVZ machte noch Gewinn, als die Nutzer längst mit der Abwanderung begannen. Nicht so aber Xing: Die Zahl der Mitglieder im deutschsprachigen Raum wuchs im Vergleich zum 1. Quartal um 211.000 auf 6,5 Millionen. Weltweit sind es jetzt 13,5 Millionen nach 13,2 Millionen beim vorherigen Ergebnis. Xing wächst nur leicht, aber es wächst. Der Erfolg des international aufgestellten Konkurrenten LinkedIn hat den Hamburgern nichts anhaben können. In Xings wenigen Märkten bestehen beide Unternehmen in einer Art friedlichen Co-Existenz.

Mir persönlich ist Xing in den vergangenen Jahren zunehmend fremd geworden. Ich war früh dabei, als das Netzwerk noch OpenBC hieß und ich mich mit Kollegen und Freunden von früher vernetzen konnte. Ich ging zweimal aus Interesse zu einem Xing-Stammtisch in meiner Region, traf dort bis auf einige Ausnahmen wieder viele Menschen - in Anzügen oder nicht - die auf einer ganz anderen Wellenlänge funkten. Meine Welt war es nicht.

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