Eugene Kaspersky: Rüstungsindustrie will Cyberwaffen

exklusivEugene Kaspersky: Rüstungsindustrie will Cyberwaffen

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Findet der Krieg der Zukunft in der IT-Welt statt?

von Matthias Hohensee

Der russische IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky hält es für wahrscheinlich, dass die Rüstungsindustrie künftig auch Cyberwaffen für die Kriegsführung im Internet produziert.

Im Interview mit der WirtschaftsWoche sagte der russische IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky: „Überraschen würde es mich nicht“. „Die Profitmargen rangieren noch vor dem illegalen Waffenhandel.“ Der Gründer und Chef des Unternehmens Kaspersky Labist in Deutschland Marktführer bei Virenschutz-Software. „Wir können uns nicht schützen“, sagte Kaspersky über die Gefährlichkeit von Cyberwaffen. „US-Verteidigungsminister Leon Panetta gab kürzlich zu, dass man mit Cyberwaffen zwar angreifen könne, sich aber nicht gegen sie verteidigen. Er hat Recht.“

Kaspersky hält Cyberwaffen für gefährlicher als „Atomraketen und biologische Kampfstoffe“: „Sie sind mit weit weniger Aufwand zu entwickeln und einzusetzen und nicht regional begrenzt. Und sie können sich unkontrolliert fortpflanzen – mit unerwarteten Folgen.“ Dass künftig Unternehmen ihre Daten via Internet auf fremde Rechner auslagern und von dort abrufen, das so genannten- Cloud-Computing, verschärfe die Situation zusätzlich. „Das macht den Schutz dieser Daten noch viel komplizierter.“

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Google dominiert in drei Jahren den Smartphone-Markt

Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche prognostiziert Kaspersky, dass Google in Kürze zur Smartphone- und Tablet-Supermacht aufsteigen und den bisherigen Marktführer Apple mit iPhone und iPad weit hinter sich lassen werde. „Apple wird in drei Jahren vielleicht zehn Prozent des Smartphone- und Tablet-Marktes haben. Google wird mit rund 80 Prozent den Markt dominieren.“

Kaspersky begründet seine Einschätzung mit der offenen Software-Plattform Android. „Google wird mit Android in drei Jahren das Geschäft mit Smartphones, Tablet-Computern und vernetzten Fernsehern dominieren – sofern sie nicht ihre Strategie ändern, Android allen Interessenten anzubieten. Google wird auf dem Gebiet so etwas sein wie Microsoft bei PCs, weil offene Systeme überlegen sind“, sagte Kaspersky.

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Im Gegensatz zu seinen Android-Wettbewerbern ist das iPhone ein geschlossenes System, das von Apple streng kontrolliert wird. Für Android werde es viele ausgezeichnete Sicherheitslösungen geben, „weil Spezialanbieter sich um diesen Markt kümmern und hart konkurrieren werden“. Kaspersky: „Der Zugang zu Android erlaubt es uns, sehr wirksame Sicherheitssoftware zu entwickeln. Bei Apple hingegen sind wir gehandicapt, weil das Unternehmen unseren Zugriff aufs System einschränkt.“

Schon heute sind Windows-Systeme laut Kaspersky weitaus sicherer als die von Apple. Kaspersky: „Apple tut noch viel zu wenig bei der Informationssicherheit und stopft Löcher viel zu spät.“

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