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Facebook: Wieso Geburtstagskinder für Facebook so wichtig sind

von Martin Weigert Quelle: Netzwertig.com

Als Facebook Pläne für einen Geschenke-Shop bekannt gab, stieg der Aktienkurs kurz darauf um mehr als sechs Prozent. Nicht ohne Grund, zumal sich Funktionen rund um Geschenke noch deutlich ausbauen lassen.

Geschenke als Erlösquelle - Zukünftig könnte Facebook von Geburtstagskindern ordentlich profitieren Quelle: dapd
Geschenke als Erlösquelle - Zukünftig könnte Facebook von Geburtstagskindern ordentlich profitieren Quelle: dapd

Viele werden es kennen: Eine Person aus dem Freundes- oder Familienkreis hat Geburtstag und verschiedene Menschen an unterschiedlichen Orten beteiligen sich an einem gemeinsamen Geschenk. Nun geht es darum, dafür das Geld zu sammeln. In der Regel geht einer der Gebenden in Vorauslage und kassiert im Nachhinein die ausstehenden Beträge. Auch ich war jüngst in einen derartigen Prozess involviert, der noch verkompliziert wurde, weil die Partizipierenden der Geschenkrunde in verschiedenen Ländern wohnen und sich selten sehen. Der gesamte Vorgang wurde per Facebook-Gruppennachricht geplant – nur als es an die Geldübermittlung ging, war der Umweg über Kontonummern oder Bargeld beim nächsten Zusammentreffen erforderlich. Click here to find out more!

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Onlinedienste wie Friendfund oder BonaYou bieten spezielle Lösungen an, um gemeinsam mit anderen Geld für Geschenke zu sammeln. Doch da sich ohnehin die gesamte Kommunikation zur Auswahl und Beschaffung eines Geschenks bei Facebook abspielte – was angesichts von einer Milliarde Nutzern auch kein seltenes Vorkommnis sein wird – läge die Ideallösung eigentlich auf der Hand: Facebook selbst müsste einen Service anbieten, mit dessen Hilfe sich kleinere Geldbeträge zwischen Kontakten sammeln lassen.

Zahlen und Fakten zu Facebook

  • Umsatz und Gewinn

    Facebook ist schon seit Jahren profitabel. 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar. Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft.

    Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.

  • Werbung

    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. 2011 lag der Anteil bei 85 Prozent.

  • Zynga

    Die virtuellen Welten des Onlinespiele-Spezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Games wie „Farmville“ oder „Cityville“ zwölf Prozent der Facebook-Umsätze bei.

  • Mitglieder

    Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Online-Netzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011. Und 483 Millionen nutzen Facebook jeden Tag. Von mobilen Geräten greifen im Monat 425 Millionen Menschen auf Facebook zu. Sie bekommen aktuell keine Werbung zu sehen.

  • Wachstum wird langsamer

    Das Wachstum von Facebook im Heimatmarkt USA hat sich abgebremst, wenn auch auf hohem Niveau. Von September auf Dezember 2011 stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer lediglich von 124 auf 126 Millionen.

  • Facebook in Deutschland

    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Mehr als 22 Millionen Nutzer seien beim Marktführer aktiv, berichtete das Blog Allfacebook.com kürzlich unter Berufung auf den Facebook AdPlanner, ein Werbe-Tool des Unternehmens. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 10 Millionen.

  • Stimmanteile

    Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren. Mark Zuckerbergs Vater, der Facebook 2004 und 2005 finanziell unterstützt hat, bekam im Dezember 2009 zwei Millionen Aktien der Klasse B.

  • Mitarbeiter

    Facebook hat 3200 Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten stieg im vergangenen Jahr um 50 Prozent.

  • Probleme in China und Russland

    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Online-Netzwerk - nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren. Über einen Markteintritt in China hat Facebook laut Börsenprospekt noch nicht entschieden. Am russischen Konkurrenten Vkontakte ist der Investor DST beteiligt, der auch ein großer Facebook-Anteilseigner ist.

Das Geschäft mit Geschenken

Mit der Lancierung von Facebook Gifts, die derzeit in den USA anläuft, begibt sich das soziale Netzwerk schon einmal auf ähnliches Terrain: Künftig erlaubt es Nutzern, ausgewählte physische Produkte von Partnern über die Plattform zu erwerben und direkt als Geschenk an den Empfänger schicken zu lassen. Für Facebook ist das äußerst attraktiv, denn es erhält für Verkäufe jeweils eine Provision. Als das Angebot Ende September vorgestellt wurde, katapultierte die Nachricht den Aktienkurs des Social Networks um über sechs Prozent in die Höhe.

Sollte der neue Geschenke-Shop, der noch kein Launchdatum für den deutschsprachigen Raum hat, die großen Hoffnungen des Unternehmens erfüllen, wäre das Verschenken durch mehrere Personen der nächste logische Schritt. Spezielle Geschenkgutschein-Apps wie Wrapp und Dropgifts erlauben dies bereits, beschränken sich aber auf Gutscheine für Einzelhandelsketten. Facebook könnte hier weiter gehen, indem es schnell ein großes Sortiment an Geschenken von Kooperationspartnern aufbaut und Schenkenden eine Option einräumt, jeweils Teilbeträge zu zahlen. Wenn die Gesamtsumme erreicht wurde, beginnt der Versand.

Ein derartiges Feature für Gruppengeschenke ist vergleichsweise unproblematisch zu realisieren. Nachdem dies von Facebook implementiert wurde, wäre es konzeptionell nicht mehr weit bis zu einer Option für Überweisungen an andere Personen. Facebook-Mitglieder laden einfach ihr Facebook-Payment-Konto mit dem gewünschten Betrag auf, den sie dann als Gutschrift dem Käufer des Geschenks zukommen lassen. Dieser kann sich den Betrag auf ein Konto auszahlen lassen oder innerhalb der Facebook-Plattform ausgeben.

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