Facebook-Wurm: Vorsicht, falsche Freunde!

Facebook-Wurm: Vorsicht, falsche Freunde!

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Facebook, Xing & Co.

von Thomas Kuhn

Experten warnen wieder vor einem Facebook-Wurm. Immer öfter nutzen spionieren Hacker die Konten von Nutzern sozialer Netzwerke aus – und profitieren dabei von der Leichtgläubigkeit der Onliner.

Die Warnung der IT-Sicherheitsexperten stammt noch aus der Frühzeit der Computerviren und ist heute so gültig, wie in den Neunzigerjahren. Die größte Gefahr für Computersysteme gehe nicht von Schadsoftware aus, sondern vom Zeigefinger der Nutzer vor dem PC.

Denn die allermeisten Viren, Würmer oder Spionageprogramme werden für die Rechner erst gefährlich, wenn Onliner unvorsichtig und vorschnell E-Mail-Anhänge öffnet und damit Softwareschädlinge aktiviert oder unbekannten Links auf verseuchte und mit Schadcode gespickte Internetseiten anklickt. Wer dann noch ohne aktuelle Firewall und wirksamen Computerschutz im Netz unterwegs ist, dessen PC kapern Hacker allzu leicht, lesen Passwörter oder Kontodaten mit oder übernehmen die digitalen Identitäten der Nutzer in Facebook, Twitter und Co.

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Mutation zur Virenschleuder

Vor allem die sozialen Netze werden immer stärker zu Angriffsflächen für die Hacker. Im Jargon der IT-Sicherheitsspezialisten heißt dieses Angriffsverfahren "Social Engineering". Über gestohlene Nutzerkonten verschicken die Hacker gefälschte Statusmeldungen, die – statt auf normale Benutzerprofile – auf Online-Seiten verweisen, in deren Programmcode Schadsoftware eingebaut ist. Die installiert sich, zumindest bei unzulänglich geschützten Rechnern, ohne weiteres Zutun.

Oder aber die Meldungen erscheinen als Aufforderungen, sich an vermeintlichen Online- oder Gewinnspielen zu beteiligen. Getäuscht von der vermeintlichen Vertrauenswürdigkeit der Online-Bekannten klickt so mancher Facebook-Nutzer dann vorschnell auf den Link und gewährt dem angeblichen Gewinnspiel dann auch noch Zugriff auf das eigene Nutzerkonto.

Eine riskante Leichtgläubigkeit, denn wer dem Softwareschädling einmal Zugriff auf sein Onlineprofil und zumeist auch die Kontaktdaten der eigenen Online-Bekannten gewährt hat, mutiert ohne sein Wissen allzu schnell selbst zu digitalen Virenschleuder.

Unverbesserlicher Leichtsinn

Zwar waren Sicherheitsexperten seit Jahren vor dem vorschnellen Fingerklick auf die Maus, doch die Zahl der unverbesserlich Leichtsinnigen scheint nicht zu schrumpfen. So stellt etwa der IT-Sicherheitsdienstleister Sophos in seinem jüngsten Report der Online-Gefahren einen Anstieg der schädlichen Online-Programme fest, die Nutzerprofile in Sozialen Netzwerken ausspionieren. Und erst Anfang der Woche warnte der IT-Security-Spezialist BitDefender vor einem neuen Facebook-Wurm, der sich als gefälschte Statusmeldung über ein angeblich von der Schule verwiesenes Mädchen tarnte. Binnen Minuten folgten annähernd 30.000 Onliner dem verschickten Link und landeten auf einer verseuchten Web-Seite.

Zwar sperrte Facebook den Link nach kurzer Zeit. Doch schon jetzt ist klar: Die nächsten verseuchten Links kursieren schon wieder im Netz.

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