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Flashplayer: Google stützt Adobe

von Axel Postinett Quelle: Handelsblatt Online

Der zuletzt vielgescholtene Flash-Player bekommt Schützenhilfe von Google. Das Programm soll künftig auf den Smartphones mit dem Betriebssystem Android Einzug halten - und damit Apple den Kampf ansagen. Denn der Konkurrent hatte sich bis zuletzt gegen das Flash-Format ausgesprochen.

Android vs. Apple: Der Kampf um das nächste Format im Web ist eröffnet. Quelle: Reuters Quelle: handelsblatt.com
Android vs. Apple: Der Kampf um das nächste Format im Web ist eröffnet. Quelle: Reuters Quelle: handelsblatt.com

BARCELONA. Bei der Vorstellung des Tablets iPad Ende Januar hatte Apple-Chef Steve Jobs ordentlich getönt: Kein Mensch brauche Adobes fehlerbehaftete, stromsaugende Flash-Technik, ätzte er. Wenige Wochen später gibt kein geringerer als Erzrivale Google der angegriffenen Softwarefirma Schützenhilfe. Google teilte in Barcelona mit, dass der Flash-Player bald auf den Smartphones mit dem Betriebssystem Android Einzug halten werde, später auch auf praktisch allen anderen mobilen Plattformen wie Symbian, RIM oder Windows.

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Der Flashplayer erlaubt das Betrachten animierter Darstellungen auf Webseiten. Apples iPad wird die Anwendung nicht haben - der Konzern setzt auf die nächste Stufe der Website-Programmierung, HTML5, und auf Mini-Anwendungen aus seinem eigenen App-Store. Es kündigte sich also der Kampf um das nächste Format im Web an.

Das Android-Betriebssystem gilt als große Konkurrenz zu Apples mobiler Plattform. Derzeit werden laut Google weltweit täglich 60 000 Geräte mit Android verkauft. Nach Angaben des Marktforschers Canalys haben Android-Smartphones 2009 ihren Marktanteil weltweit von Null auf 4,7 Prozent gesteigert.

Adobe ist auf die Unterstützung angewiesen, sonst droht der auf PC-Software fokussierte Konzern in der mobilen Welt den Anschluss zu verlieren. Der Flashplayer 10.1 wird bald verfügbar sein, ebenso die Entwicklungsumgebung Adobe Air 2. Google Schmidt präsentierte in Barcelona genüsslich Flash-Videos, eingebettet in Zeitungsseiten auf Googles Nexus One Smartphone.

Für Adrian Ludwig, Produktmanager für den Flashplayer von Adobe, ist die Ablehnung durch Apple geschäftlich motiviert: "Apple duldet keine Produktivitätsebene neben den Applikationen aus seinem App-Store." Nur so könne Apple vollständig kontrollieren, wo und ob Umsätze anfallen und einen Teil davon verlangen.

Mit Adobe Flash lassen sich nicht nur Videos und Werbung anschauen, sondern ganze Mini-Programme im Web-Browser erstellen. Dies ist durch die Hersteller der Geräte nicht zu kontrollieren.

Die Vorhaltungen Apples, dass man mit HTML 5 bereits einen offenen Standard für das Web bekomme, lässt Ludwig nicht gelten. Auch Adobe unterstütze HTML5, so wie Apple auch. Aber darum gehe es eben letztlich doch nicht wirklich. Es geht halt ums Geld.

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