Gamescom: Computerspiele-Branche entdeckt die Einfachheit neu

Gamescom: Computerspiele-Branche entdeckt die Einfachheit neu

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Berühmte Sprecher, eindrucksvolle Grafik. Lange Zeit waren die immer realistischer wirkenden Spiel-Epen beliebt. Doch die Spieler haben die Einfachheit wiederentdeckt.

von Oliver Voß

Während die Umsätze mit Computerspielen erstmals seit Jahren zurückgehen, werden einfache Spiele im Internet zum neuen Milliardenmarkt. Auch Google und Disney wollen in das Geschäft mit den Facebook-Spielen einsteigen.

Viele Jahre lang nährten sich die Computerspiele-Hersteller vom Verkauf immer perfekterer Illusionen. Die Spielfiguren bewegten sich anmutig durch optisch ausgefeilte Computerlandschaften. Dialoge wurden von prominenten Schauspielern gesprochen und verstärkten das Gefühl, in einem Film zu sein.

Doch die goldenen Zeiten der opulenten Spiel-Epen sind vorüber. Stagnierende Umsätze führen zu einer neuen Einfachheit in der Computerspiele-Branche. Statt Monster oder Krieger zu bekämpfen füttern Spieler lieber Kühe, Pferde und Schweine.

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Optisch geben die Hauptdarsteller des Spielehits Farmville, das auf Facebook Millionen Spieler begeistert, nicht viel her. Die kruden Grafiken erinnern eher an die Ära des Spielecomputers C64 vor gut 20 Jahren.

Doch gerade auf solche vergleichsweise simplen Spiele, die in der Standardversion noch dazu kostenlos sind, setzt eine ganze Branche ihre Hoffnungen. Die Facebook-Spiele entwickeln sich zum neuen Milliardenmarkt und auch Großkonzerne wie Disney und Google versuchen in das boomende Geschäft einzusteigen.

Computerspiel-Branche in der Krise

Denn die erfolgsverwöhnte Computerspiele-Branche, die lange mit zweistelligen Wachstumsraten protzte, steckt in der Krise. Zum ersten Mal seit sieben Jahren ist der Umsatz in Deutschland zurückgegangen, ermittelte das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers. Mit 1,8 Milliarden Euro wurde 2009 für Spiele und Zubehör zwar immer noch mehr ausgegebenals für Musik oder Kinokarten - doch im Vergleich zum Vorjahr gab es ein Minus von 2,5 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2010 ist der Umsatz der Branche wieder um vier Prozent gesunken, zeigen Zahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Auf dem größten Spielemarkt, den USA, betrug der Rückgang nach Angaben des Marktforschers NPD Group sogar elf Prozent.

Zum Start der Spielemesse Gamescom in Köln gibt es zwischen all den schlechten Zahlen einen Hoffnungsschimmer: Der Bereich der Onlinespiele wächst rasant. Bis 2014 rechnet Pricewaterhouse Coopers mit einem jährlichen Anstieg von elf Prozent.

Wie schnell sich das Phänomen der social games entwickelt, die in sozialen Netzwerken wie Facebook gespielt werden, zeigen die Zahlen von Zynga. 240 Millionen Nutzer loggen sich täglich bei den Spielen des Start-Ups aus San Francisco ein, das mehr die Hälfte der zehn beliebtesten Facebook-Spiele programmiert.

Der Dauerbrenner ist weiterhin Farmville. Im Juni vorigen Jahres wurde der virtuelle Bauernhof eröffnet, bereits zwei Monate später hegten und pflegten täglich zehn Millionen Spieler ihre Pixelwesen.

Inzwischen gibt es zahlreiche Nachahmer, wie Fishville oder Zoo World, doch die Grundzutaten sind immer gleich: Die Spiele sind kostenlos, die Nutzer beackern virtuelle Landflächen und jede kleine Entwicklung auf den Bauernhöfen wird all ihren Facebook-Freunden mitgeteilt.

Die Informationen über herrenlose Kühe und Pinguine können Nichtspieler schnell nerven, doch Farmville und andere Spiele verbreiten sich schnell wie eine Pandemie. Zudem können die Fans auch die Pflanzen ihrer Freunde pflegen. Die Vernetzung und das einfache Spielprinzip sind entscheidend für den Erfolg.

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