Gamescom: Von Facebook lernen, heißt siegen lernen

Gamescom: Von Facebook lernen, heißt siegen lernen

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Bewegungsgesteuerte Spiele probieren am Dienstag (16.08.2011) in Köln auf einer Präsentation (Microsoft xbox) Besucher aus. Für Gamer wird Köln in den nächsten Tagen wieder zum Paradies. Die Computerspielemesse Gamescom beginnt am Mittwoch (17.08.2011) und ist auf dem Weg zu neuen Rekorden. Foto: Oliver Berg dpa/lnw (c) dpa - Bildfunk

von Oliver Voß

Auf der Computerspielemesse Gamescom ist das Internet das große Thema. Selbst die Hersteller von Ballerspielen versuchen den Erfolg von Facebook-Spielen zu kopieren. Das Geschäftsmodell der Branche ändert sich damit radikal.

Selbst der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Il ist ein Fan von Online-Spielen, denn die haben sich inzwischen zu einem äußerst einträglichen Geschäft entwickelt. Nordkorea soll sogar Computerspezialisten ausbilden lassen, die mit Videospielen Geld für die klammen Kassen des Landes heranschaffen. Anfang des Monats nahm die südkoreanische Polizei mehrere Mitglieder einer 30 Mann zählenden Elitetruppe fest, berichtet die "New York Times". Mit so genanntem Goldfarming sollen sie in weniger als zwei Jahren mehr als sechs Millionen US-Dollar verdient haben. Sie schrieben Programme, die bei populären asiatischen Spielen viele Aktionen automatisch durchführten, die so gewonnenen Punkte und Gegenstände wurden dann an echte Spieler weiterverkauft. Die Einnahmen sollen in Nordkoreas Nuklearprogramm fließen.

Die Episode ist sicherlich eine skurrile Randnotiz, illustriert aber die generelle Entwicklung der Spielebranche. Auch auf der größten europäischen Spielemesse Gamescom, die heute in Köln beginnt, werden viele Hersteller ihre Onlineangebote in den Fokus stellen. Spiele im Netz boomen zwar schon lange, doch die Börsenpläne von Zynga erhöhen den Druck auf die Konkurrenz.

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Denn das erst vor vier Jahren gegründete Unternehmen, das Facebook-Spiele wie Farmville entwickelt, könnte durch den Börsengang auf einen Wert von bis zu 20 Milliarden Dollar kommen. Das ist etwa so viel, wie die langjährigen Branchenführer Activision Blizzard und Electronic Arts derzeit zusammen wert sind.

Dabei sind die Spiele vergleichsweise simpel und umsonst. Zynga verdient nur daran, dass ein kleiner Prozentsatz der Spieler Geld für virtuelle Güter ausgibt. "Das ist das Geschäftsmodell der Zukunft für die gesamte Spieleindustrie", sagt Jens Begemann, Chef und Gründer von Wooga. Das Berliner Unternehmen ist ebenfalls auf Spiele für Facebook spezialisiert und hat es dort zur Nummer zwei gebracht. Mehr als 33 Millionen Nutzer spielen jeden Monat Wooga-Spiele wie "Bubble Island", "Brain Buddies" oder "Monster World".

Damit liegt das Unternehmen sogar vor Electronic Arts (EA) – obwohl der Branchenriese bekannte Marken wie die Simpsons oder das in den USA äußerst populäre Madden Football anbietet. Auch der Kauf des Facebook-Spielespezialisten Playfish, für den EA vor anderthalb Jahren rund 900 Millionen Dollar auf den Tisch legte, half nicht den Abstand zu Zynga zu verringern. Denn mit fast 250 Millionen Nutzern ist Zynga weiter Welten von den etwa 30 Millionen EA-Spielern entfernt.

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