Gefürchtetes Skimming: Millionenschaden durch Datenklau am Geldautomaten

Gefürchtetes Skimming: Millionenschaden durch Datenklau am Geldautomaten

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Kriminelle manipulierten im ersten Halbjahr 2013 insgesamt 259 Geldautomaten, Türöffner und Kontoauszugsdrucker in Deutschland, um Kartendaten und Geheimnummer von Bankkunden auszuspähen („Skimming“).

Im Kampf gegen Datendiebe investieren Banken in bessere Technik. Doch abhalten lassen sich Kriminelle dadurch nicht, sie finden immer neue Sicherheitslücken. Allein im ersten Halbjahr 2013 beläuft sich der Schaden auf acht Millionen Euro.

Es ist ein teurer Wettlauf. Sichere Technik lassen sich Deutschlands Banken Milliarden kosten, doch Datendiebe finden immer wieder Lücken. In Niedersachsen beispielsweise ließen sich Unbekannte im Februar/März 2013 unbemerkt über Nacht in Baumärkten einschließen. Sie manipulierten die EC-Lesegeräte an den Kassen mit einem Chip für drahtlose Bluetooth-Übertragung und konnten am nächsten Tag Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von mehr als 800 Kunden einfach per Handy abgreifen. Mit Kartendubletten wurde dann in Ecuador und Indien Geld abgehoben.

Auch wenn das Ausspähen sensibler Daten von Bankkunden („Skimming“) in Deutschland zurückgeht: Der Finanzbranche entstehen nach wie vor Millionenschäden. Für die ersten sechs Monate 2013 beziffern Deutschlands Banken den Schaden durch „Skimming“ auf rund acht Millionen Euro. Immerhin ist das weniger als die Hälfte der 17 Millionen Euro Schaden, den Datenklau an heimischen Geldautomaten im Vorjahreszeitraum angerichtet hatte.

Wo im ersten Halbjahr 2013 die meisten Geldautomaten manipuliert wurden

  • Platz 10

    Schleswig-Holstein: 3 Fälle

  • Platz 9

    Niedersachsen und Bremen: je 4 Fälle

  • Platz 8

    Thüringen: 7 Fälle

  • Platz 7

    Hamburg: 8 Fälle

  • Platz 6

    Rheinland-Pfalz: 18 Fälle

  • Platz 5

    Bayern: 22 Fälle

  • Platz 4

    Hessen: 23 Fälle

  • Platz 3

    Berlin: 25 Fälle

  • Platz 2

    Baden-Württemberg: 50 Fälle

  • Platz 1

    Nordrhein-Westfalen: 90 Fälle


Doch längst nicht alle Staaten ziehen bei der Modernisierung der inzwischen als veraltet geltenden Technik mit und rüsten Bezahlkarten statt mit Magnetstreifen mit moderner EMV-Sicherheitstechnik aus. EMV-Karten haben eine Art Mini-Computer: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Zusätzlich gibt es eine PIN.

Zwar passiert in Europa dank der EMV-Technik so gut wie nichts mehr mit Kartendubletten, wie Sicherheitsexpertin Margit Schneider von Euro Kartensysteme schon im vergangenen Jahr bilanzierte. Doch Kriminelle finden nach wie vor Länder, in denen sie Kartendubletten zu betrügerischen Zwecken nutzen können - ein Schwerpunkt: die USA.

Was Deutschlands Banken Hoffnung macht: Zum 19. April 2013 traten die USA der sogenannten EMV-Haftungsumkehr bei. Das heißt: Sollte der Einsatz von gefälschten Karten an nicht EMV-fähigen Geldautomaten und Terminals im Ausland Schäden verursachen, werden dafür die ausländischen Institute zur Kasse gebeten - und nicht die deutschen Banken, welche die Originalkarten ausgegeben haben.

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