Globalisierung: Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt umkrempelt

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Globalisierung: Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt umkrempelt

von Meike Lorenzen

Wer heute einen Job sucht, steht vor den Herausforderungen einer digitalisierten Welt. Startups wie oDesk machen sich diese zum Geschäftsmodell und bringen Freiberufler aus aller Welt zusammen.

Noch vor einer Generation war es relativ normal, ein ganzes Berufsleben in ein und demselben Unternehmen zu verbringen. Dort wurde man ausgebildet und machte Karriere. Andere bauten eigene Firmen auf, um eines Tages das Lebenswerk an den Nachwuchs weiterzugeben. Binnen kürzester Zeit hat sich das Verständnis von Karriere und Berufsleben für einen Großteil der Menschen radikal verändert. Heute bauen junge Gründer Startups auf, um sie hoffentlich an den Meistbietenden wieder zu verkaufen. Auch die solide Festanstellung ist verstärkt der Projekt- und Zeitarbeit gewichen.

Matt Cooper hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er ist Vizepräsident der Plattform oDesk, die nach eigenen Angaben die größte im englischsprachigen Raum sein soll. Und obwohl noch kaum jemand in Deutschland die Plattform kennt, landeten dort allein im vergangenen Jahr 5000 Jobangebote aus dem deutschsprachigen Raum - und das ganz ohne Werbung. Insgesamt haben sich schon 3,2 Millionen Menschen bei oDesk angemeldet. Das Unternehmen sprengt die Grenzen des Arbeitsmarktes. Über die Plattform können Arbeitgeber- und suchende aus aller Welt ihr Anliegen posten.

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Matt Cooper, Geschäftsführer bei oDesk. Quelle: Presse

Matt Cooper, Geschäftsführer bei oDesk.

Bild: Presse

„Sie suchen jemanden, der sich mit thailändischem Recht auskennt? Wir haben jemanden“, bewirbt Cooper seine Plattform. Die Verträge werden dann über oDesk abgewickelt. „Wir machen einen dreifachen Vertrag, der sowohl die Bedingungen beider Parteien als auch die von oDesk aufnimmt“, sagt Matt Cooper. Auch die Abrechnung läuft über das amerikanische Unternehmen, das ursprünglich von zwei griechischen Entwicklern auf den Weg gebracht und dann verkauft wurde. Zehn Prozent der Vertragssumme bekommen die Amerikaner. Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz auf 360 Millionen Dollar.

Seit 2006 ist das Unternehmen am Markt. Doch erst jetzt wird sie auch stärker in Europa beworben. Aktuell sind 60 Prozent der Mitglieder Amerikaner. Dass der ganz große Durchbruch erst jetzt kommt, sieht Cooper in der Rolle verankert, die Sozialen Netzwerke spielen. „Wir mussten erst lernen, wie Social Media eigentlich funktioniert“, gibt er zu. Noch vor zehn Jahren waren viele Menschen skeptisch, wenn es darum ging, Persönliches im Netz zu teilen oder eine Reise zu buchen, geschweige denn Kreditkarteninformationen zu hinterlegen. Hier hat sich viel getan: Die Skepsis mag noch da sein, aber der Nutzen hat an vielen Stellen die Oberhand gewonnen. Ganz gleich, ob die User ihre Kindergarten-Freunde auf Facebook wieder entdeckt, ein Schnäppchen geschlagen oder Geld über Crowdfunding gesammelt haben.  

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