Google Analytics: Datenschützer Dix kritisiert getarnte Google-Software auf Hunderttausenden von Web-Seiten

Google Analytics: Datenschützer Dix kritisiert getarnte Google-Software auf Hunderttausenden von Web-Seiten

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Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix

Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix kritisiert den verdeckten Einsatz der Analyse-Software Google Analytics im Internet. Laut Dix „analysieren Hundertausende Web-Anbieter – von der „Bild“-Zeitung bis zur SPD und von der Bahn bis zum „Spiegel“ – die Besucher ihrer Seiten mit Software Google Analytics“.

Dabei erfolge die Auswertung der Nutzerdaten in der Mehrzahl der Fälle ohne Kenntnis der User, „obwohl das Gesetz dies ausdrücklich fordert“, bemängelt Dix im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Das sind reihenweise Rechtsverstöße, und wir Datenschutzbeauftragten der Länder prüfen gerade, wie wir sie ahnden können.“

Dix hält Google zudem vor, auch bei der aktuellen fotografischen Erfassung deutscher Städte für den geplanten Bildedienst Street View gegen den Datenschutz zu verstoßen. „Google hat zwar zugestanden, Gesichter, Hausnummern und Autokennzeichen unkenntlich zu machen. Doch ansonsten läuft die Foto-Aktion weiter, obwohl viele Datenschützer – wie ich – der Meinung sind, dass die geplante Veröffentlichung der Bilder von Privathäusern im Web generell eine Verletzung der Privatsphäre ist.“

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Mit dem Angebot, Bilder aus Street View auf Wunsch zu löschen, sofern sich Bürger gegen ihren Willen auf den Aufnahmen wiederfinden, „stellt Google die Rechtslage auf den Kopf“, so Dix. „Im Prinzip nämlich muss Google erst die Einwilligung der Fotografierten einholen und dann Bilder machen! Das ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einem länger werdenden Sündenregister.“

Die Vielzahl der Daten, die der Web-Konzern über seine Nutzer gewinne, bereitet Dix zunehmend Sorgen. „Niemand sammelt nur annähernd an so vielen Stellen Informationen über seine Nutzer wie Google, das – wenn es will – über jeden genau Bescheid wissen kann.“

Zwar verspreche der Konzern, die gesammelten Daten nicht zu nutzen. Diese Zusicherungen seien „aber völlig unverbindlich“. Die aktuellen Datenschutzskandale bei der Deutschen Telekom hätten gezeigt, „dass es blauäugig wäre, sich auf die Redlichkeit großer Konzerne zu verlassen“, mahnt Dix.

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