Google, Apple & Co: Wie Maschinen Menschen verdrängen

Google, Apple & Co: Wie Maschinen Menschen verdrängen

Maschinen können lernen: Einige Experten warnen, dass sie damit Menschen aus immer mehr Jobs verdrängen könnten, mit massiven sozialen Folgen. Es bleibt jedoch unklar, wie schnell sich der Wechsel vollziehen könnte.

Computer werden immer schlauer. Sie erkennen Sprache und Handschriften, schlagen eine passende Antwort für E-Mails vor und erkennen Objekte in Fotos. Sie übersetzen Sprachen, sagen den Verkehr voraus und lenken selbstfahrende Autos. Und: Sie lernen dabei selbst dazu. Die Zeiten, in denen Maschinen sich nur stur an die von Menschen vorgegebenen Programm-Befehle halten konnten, sind vorbei. Der Schlüssel dafür ist neben Algorithmen für maschinelles Lernen die Explosion von günstig verfügbaren Rechenleistung und Speicher, mit denen die Verarbeitung gewaltiger Datenmengen in kürzester Zeit möglich wurde.

Die Großen der Tech-Branche - Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft - reißen sich um die klugen Köpfe, die Maschinen das lernen beibringen können. Das Ergebnis des Fortschritts durchdringt heute unseren Alltag, von der Anordnung der Waren im Supermarkt bis hin zur Auswahl der angezeigten Facebook-Einträge. Doch Experten warnen vor schwerwiegenderen Folgen des maschinellen Lernens für die Gesellschaft: Computer und Roboter werden in der Lage sein, viel mehr Jobs zu übernehmen, die heute von Menschen ausgeführt werden.

Welche Assistenzsysteme es schon gibt und wann Roboter das Steuer komplett übernehmen

  • 2013

    • Spurwechselassistent
    • Spurhalteassistent
    • Parkassistent (teilautomatisch)

  • 2013 - 2014

    Notbremsfunktion und Fußgängererkennung

  • 2015

    • Parken per Smartphone-App
    • Baustellenassistent
    • Notausweichassistent

  • 2016

    Stauassistent

  • 2017

    • Automatischer Notausweichassistent
    • Kreuzungsassistent

  • 2018 - 2020

    • Smartphonegesteuerter Einparkassistent
    • Autobahnpilot (teilautomatisch)

  • 2020 - 2025

    • Autobahnchauffeur (vollautomatisch)
    • Automatisches Fahren in der Stadt
    • Voll automatisiertes Parken

  • Nach 2025

    Hochautomatisiertes Fahren (von Tür zu Tür)

Analysten der Bank of America Merrill Lynch prognostizierten jüngst, dass zum Jahr 2025 rund 45 Prozent der Arbeit in der Produktion von Robotern ausgeführt werden dürften. Heute seien es zehn Prozent. Und der Silicon-Valley-Investor Joe Schoendorf warnt, dass der Trend sich nicht auf die Industrie beschränken werde: Die Computer kämen in die Lage, in großem Stil auch die Jobs von Büro-Angestellten zu übernehmen. „Wir haben die Konsequenzen davon noch nicht durchdacht“, sagt der Branchen-Veteran, der in seiner Manager-Karriere unter anderem bei Hewlett-Packard und Apple gearbeitet hatte und seit Ende der 80er Jahre beim Risikofinanzierer Accel Partners ist. „Was machen wir mit all den Leuten, deren Jobs wir ersetzen?“

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Androiden im Anmarsch

  • 2000

    Im Jahr 2000 wurden 7,4 Milliarden Dollar für Maschinen ausgegeben. Etwa 50 % für Industrie- und die andere Hälfte für Militärroboter.

  • 2005

    Innerhalb von 5 Jahren stiegen die Ausgaben auf 10,8 Milliarden Dollar, darunter auch Kosten für Maschinen, die im Service-Bereich eingesetzt wurden.

  • 2010

    2010 wurden bereits 15,1 Milliarden US-Dollar in schlaue Maschinen investiert, der größte Anteil in Industrieroboter.

  • 2015

    26,9 Milliarden Dollar werden im Jahr 2015 voraussichtlich in Maschinen investiert, so die Prognose der Boston Consulting Group.

  • 2020

    Die Prognose für das Jahr 2020 sagt voraus, dass in 5 Jahren 42,9 Milliarden Dollar für Maschinen ausgegeben werden.

  • 2025

    Bis 2025 sollen die Ausgaben voraussichtlich auf 66,9 Milliarden Dollar ansteigen, darin eingeschlossen sind Kosten für Heim-, Service-, Industrie- und Militärroboter.

„Wir treten in eine neu Ära ein“, betonte auch der Autor des Buchs „Rise of the Robots“ (Aufstieg der Roboter), Martin Ford, vor kurzem in einem Interview mit Bloomberg TV. „Ich denke nicht, dass es einen Weg gibt, die Roboter davon abzuhalten, unsere Jobs zu übernehmen“, räumte er ein. Das werde man als Mensch wahrscheinlich auch nicht wollen, schließlich habe die Technologie entscheidend zum heutigen Wohlstand beigetragen. „Aber wir müssen uns anpassen und dafür sorgen, dass alle davon profitieren.“ Ein Problem sei, dass Maschinen keine Konsum-Nachfrage erzeugten, die wichtigste Stütze der Volkswirtschaft. Eventuell sei dies mit Hilfe eines Mindesteinkommens lösbar, mutmaßte Ford. Zugleich könne man sich aber auch eine Zukunft ausmalen, in der niemand eine Arbeit machen muss, die er nicht mag oder einen gefährlichen Job.

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Der Chef des Autobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX, Elon Musk, warnte bereits vor der Gefahr zu kluger Computer mit künstlicher Intelligenz für die Menschheit. „Wenn ich schätzen müsste, was die größte existenzielle Bedrohung für uns ist, würde ich vermutlich darauf tippen.“ Zusammen mit anderen Silicon-Valley-Größen wie LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman rief Musk die Initiative OpenAI ins Leben, die dafür sorgen soll, dass künstliche Intelligenz nicht nur für kommerzielle Zwecke eingesetzt wird. Für die Forschung wollen sie eine Milliarde Dollar lockermachen.

Die Technik hat aber auf jeden Fall noch einen langen Weg vor sich. „Künstliche Intelligenz zu meistern, hat sich als viel schwieriger als erwartet herausgestellt“, räumte der zuständige Microsoft-Forscher Eric Horvitz bei einem Auftritt in der Elite-Uni MIT ein. Die Auswirkungen für die Zukunft seien unklar. Aber die Revolution bei selbstlernenden Maschinen sei da.

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