Google: Die wichtigsten Neuankündigungen von Google

Google: Die wichtigsten Neuankündigungen von Google

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Google-Produktchef Sundar Pichai präsentiert auf der Entwicklerkonferenz die neuen Ideen des Internet-Giganten.

von Matthias Hohensee

Kleine Verbesserungen, Konter mit neuen Produkten, Kooperation statt Diktat - wie Google sich gegen Apple fit macht.

Die noch bis Freitagabend laufende Google-Entwicklerkonferenz macht deutlich: Sundar Pichai ist der neue starke Mann beim Suchkonzern. Der 43-jährige gebürtige Inder, der Anfang der Neunzigerjahre zum Studium an die Eliteuni Stanford kam, ist seit Oktober oberster Produktchef bei Google und wird als potentieller Nachfolger von Konzernchef Larry Page gehandelt. Ob er ihn tatsächlich beerben kann, wird davon abhängen, ob Pichai Googles viele Ideen tatsächlich in Geschäfte ummünzen kann, auch jenseits von Werbung.

Am Donnerstag führte Pichai in San Franciscos Moscone Konferenzzentrum souverän durch die Keynote zum Auftakt der Google Entwicklerkonferenz. Googles Triumvirat Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt blieb der Bühne fern.
Die Präsentation dauerte fast zweieinhalb Stunden, um die ganzen Details der Ankündigungen unterzubringen. Die wichtigsten:

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Diese Neuerungen plant Google

  • Brillo

    Mit Brillo kommt im Herbst eine Variante von Android auf den Markt, die als Betriebssystem für die Heimvernetzung gedacht ist und mit Apples HomeKit konkurriert

  • Android M

    Android M - die neueste Version von Googles mobilem Betriebssystem - integriert die Unterstützung von Fingerabdruckscannern, soll über eine neue Funktion namens Doze (Dösen) Strom sparen und klarer herausstellen, auf welche Informationen und Funktionen externe Apps zugreifen, also beispielsweise Kamera, Standort oder Mikrofon.

  • Android Pay

    Android Pay wird mit der neuen Betriebssystemvariante gegen Apple Pay ins Rennen geschickt und soll in den USA aus dem Stand in 700.000 Geschäften akzeptiert werden.

  • Google Maps

    Der Offline Modus von Google Maps wird verbessert, so dass sich noch mehr Funktionen von Googles Landkartenservice auch ohne Internetverbindung nutzen lassen. Er soll in diesem Jahr als Update bereitgestellt werden, ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt.

  • Jump

    Ein Kamerasystem namens Jump, das 16 Videokameras zusammenschaltet, soll Filme für Virtuelle Realität ermöglichen. Jedermann kann den Bauplan gratis nutzen. Der Sportkameraspezialist GoPro arbeitet bereits an einer kommerziellen Version.

  • Google On Tap

    Mit Google On Tap arbeitet Google an einer verbesserten Version seines virtuellen Agenten Google Now, der anhand von Kontext automatisch erahnen soll, welche Informationen sein Nutzer benötigt, beispielweise Informationen über den Standort eines Restaurants.

  • Google Photos

    Google Photos ist eine neue App für Android und iOS, die besseres Verwalten von Fotos und Videos ermöglichen soll. Sie steht auch als Webversion bereit. Vor allem aber verspricht Google unbegrenzten Speicherplatz.

  • Android Wear

    Das Smartwatch Betriebssystem Android Wear soll es künftig Apps erlauben, Informationen auch dauerhaft anzuzeigen. Damit soll das lästige An -und Ausschalten des Displays entfallen. Durch das Reduzieren der Helligkeit soll der Stromverbrauch angeblich nicht wesentlich höher sein.

Neuauflage der Microsoft Strategie

Interessant ist auch, worüber nicht gesprochen wurde. Google Glass wurde nicht erwähnt. Auch sonst fehlten überraschende Ankündigungen. Dafür wurde herausgestellt wie Google die Internet-Infrastruktur in aufstrebenden Entwicklungsländern verbessern will.

Pichai bekräftigte derweil Googles Strategie, Software und Dienste bereitzustellen und deren Verwendung der Kreativität von anderen - sprich Programmierern und Hardwareherstellern - zu überlassen. Seit dem Verkauf des Handyherstellers Motorola an Lenovo ist Google wieder zu dieser reinen Lehre zurückgekehrt.

Ein Seitenhieb auf Wettbewerber Apple, der die Einheit von Hard-und Software streng kontrolliert und seine Partner an die Kandare nimmt. Im Grunde ein Wiederaufleben des alten Wettstreits zwischen Microsoft und Apple. Den Microsoft durch den Fokus auf das Lizenzieren von Software an Hardware-Partner zunächst in den neunziger Jahren gewann, um dann in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts die Krone als wertvollstes Unternehmen an Apple übergeben zu müssen.

Selbstfahrende Autos Google-Auto kommt im Sommer auf die Straße

Ab Sommer fahren neue Autos durch die Straßen von Mountain View: Der Internetriese Google darf Prototypen seines selbstfahrenden Autos im öffentlichen Straßenverkehr testen – allerdings nur bis 40 Stundenkilometer.

Google-Auto auf einem Testgelände: Ab Sommer dürfen einige Prototypen auch in den öffentlichen Straßenverkehr. Quelle: AP

Diesmal ist die Kulisse eine andere. Obwohl Googles Betriebssystem Android laut dem Marktforschungsunternehmen IDC auf achtzig Prozent aller Smartphones läuft und iOS nur einen Anteil von 16,4 Prozent hat, macht Apple mittels Hardware das große Geld im Mobilfunkgeschäft. Software soll zwar laut Internet-Pionier Marc Andreessen die Welt verschlingen. Hardware ist jedoch momentan das bessere Mahl.

Google und damit Kronprinz Pichai hat weiterhin das Problem, das 90 Prozent des Konzernumsatzes aus Werbung stammt. Ein noch immer lukratives Geschäftsmodell, das man jedoch seit Jahren abzufedern verspricht. Vor allem ist es zu wenig, um auch künftig herausragende Talente ins Unternehmen zu locken und zu halten.

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Dass Google nicht versucht habe, weltbewegende, neue Dinge auf die Beine zu stellen, das kann niemand dem Konzern vorwerfen. Das Problem ist allerdings, dass Google zwar viele Trends angestossen hat, aber von deren Früchten nicht partizipiert. Weder ist Android ein großer Profitquell für seinen Schöpfer, noch das selbstfahrende Auto. Stattdessen hilft es Samsung, Lenovo oder Amazon sowie Tesla. Auch Apple, das viele gute Android-Funktionen übernahm und trotz Googles frühen Investitionen in mobile Bezahlsysteme nun mit Apple Pay der neue Trendsetter ist.

Aber vielleicht geht Googles Strategie doch noch auf, wenn Hardware so günstig wird, dass die darauf laufenden Dienste wieder wichtiger werden. Das Blatt hat sich in der Geschichte schon oft gewendet - siehe Apple und Microsoft.

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