Google: Hochdotierte Jobs werden häufiger Männern angezeigt

Google: Hochdotierte Jobs werden häufiger Männern angezeigt

, aktualisiert 09. Juli 2015, 10:09 Uhr
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Das Logo von Google.

von Niklas Dummer

Benachteiligt der Google-Algorithmus Frauen? Männer bekamen bei einem Experiment deutlich häufiger Jobanzeigen mit hochdotierten Posten angezeigt als Frauen. Absicht unterstellen die Forscher aber nicht.

Dass Google und andere Internetunternehmen sogenannte Webtracker nutzen, um die Bewegungen von Internetnutzern innerhalb des World Wide Webs zu verfolgen und auf deren Basis Profile zu erstellen, die wiederum für zielgerichtete Werbung genutzt werden, ist bekannt. Weniger bekannt ist, wie die gesammelten Informationen verwendet werden und welche Auswirkungen etwaige Unterschiede im Surfverhalten des Nutzers darauf haben, was Google ihn letztendlich sehen lässt.

Forscher der Carnegie Mellon University und des International Computer Science Institute haben eine Studie veröffentlicht, die darüber zumindest etwas Aufschluss gibt.

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Was Google über Sie weiß

  • Das Dashboard

    Wer über einen Google-Account verfügt und sich einloggt, kann über folgende Links einen kleinen Einblick darüber gewinnen, wie Google einen sieht.

  • Wer bin ich?

    Wie alt bin ich und welchen Geschlechts? Wofür interessiere ich mich? Anhand der von den Nutzern besuchten Seiten gibt Google eine ziemlich passgenaue Schätzung ab.

    https://www.google.com/ads/preferences/

  • Was suche ich?

    An welchen Tagen suche ich besonders häufig? Um welche Uhrzeit? Google listet all das für seine Nutzer einsehbar auf – inklusive der Suchanfrage und den angeklickten Links.

    https://history.google.com/history/

  • Wo war ich?

    Wer ein Android-Handy nutzt und den Ortungsdienst nicht deaktiviert, kann auf Schritt und Tritt von Google verfolgt werden. Google listet den Bewegungsverlauf im Überblick auf.

    https://maps.google.com/locationhistory

  • Womit nutze ich Google?

    Google merkt sich auch, mit welchen Geräten seine Nutzer die Dienste nutzen – inklusive Ortsangaben und Uhrzeit.

    https://security.google.com/settings/security/activity

Mithilfe eines Programms, das die Forscher AdFisher tauften, simulierten sie mehrere Nutzer, die verschiedene Websites aufriefen, auf denen Anzeigen des Google-Werbenetzwerks DoubleClick ausgespielt wurden. Das Programm zeichnete die dabei ausgespielten Werbeanzeigen auf und berechnete dann, ob etwaige Unterschiede statistisch relevant sind.

Frauen sehen andere Stellenanzeigen als Männer

Insgesamt führten die Forscher 21 Experimente mit dem AdFisher durch. In einem wollten sie herausfinden, welchen Einfluss das Geschlecht auf die Jobanzeigen hat, die präsentiert werden.

So simulierten die Forscher eine Gruppe weiblicher und eine Gruppe männlicher Nutzer, die die 100 größten Webseiten besuchten, die Jobanzeigen ausspielen. Beide Gruppen umfassten 500 Nutzer. Ihr Surfverhalten war dabei identisch – sie suchten ausschließlich nach Jobs.

Die zehn teuersten Google-Käufe

  • Platz 10

    Admeld
    Typ: Online-Werbevermarkter
    Jahr: 2011
    Preis: 400 Millionen Dollar

  • Platz 9

    Wildfire Interactive
    Typ: Social-Media-Vermarktung
    Jahr: 2012
    Preis: 450 Millionen Dollar

  • Platz 8

    Postini
    Typ: E-Mail-Sicherheit und Archivierungsdienst
    Jahr: 2007
    Preis: 625 Millionen Dollar

  • Platz 7

    ITA-Software
    Typ: Software für die Reiseindustrie, u.a. Flugsuchen
    Jahr: 2010
    Preis: 676 Millionen Dollar

  • Platz 6

    AdMob
    Typ: Mobiles Werbenetzwerk
    Jahr: 2009
    Preis: 750 Millionen Dollar

  • Platz 5

    Waze
    Typ: GPS-gestütztes Navigationssystem für Smartphones
    Jahr: 2013
    Preis: 966 Millionen Dollar

  • Platz 4

    Youtube
    Typ: Videoportal
    Jahr: 2006
    Preis: 1,65 Milliarden Dollar

  • Platz 3

    DoubleClick
    Typ: Online-Werbevermarkter
    Jahr: 2007
    Preis: 3,1 Milliarden Dollar

  • Platz 2

    Nest
    Typ: Automatisierungsunternehmen, produziert u.a. selbst lernende Thermostate
    Jahr: 2014
    Preis: 3,2 Milliarden Dollar

  • Platz 1

    Motorola Mobility
    Typ: Hersteller von Mobiltelefonen
    Jahr 2011
    Preis: 12,5 Milliarden Dollar

Das Ergebnis: Wenn Google Nutzer für männlich hält, spielt es sechs Mal so oft Anzeigen für hochdotierte Posten aus (ab 200.000 US-Dollar) als für weibliche Nutzer. Männern zeigte Google 1852 solcher Anzeigen an, Frauen lediglich 318.

Neben den Werbeanzeigen untersuchten die Forscher die Einstellungen für Werbung. Unter folgendem Link können Nutzer, die mit ihrem Google-Account eingeloggt sind, einsehen, welches Geschlecht, Alter, welche Sprachen und Interessen der Google-Algorithmus ihnen zuordnet.

Um zu überprüfen, wie viel Transparenz die Einstellungen für Werbung wirklich zulassen und wie Google-Anzeigen und die Werbeeinstellungen auf das Nutzerverhalten reagieren, haben die Forscher eine Gruppe Nutzer simuliert, die Webseiten besuchten, die mit Alkohol- und Drogenmissbrauch verbunden sind. Eine ansonsten identische Kontrollgruppe simulierter Nutzer besuchte diese Webseiten nicht.

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