Google: Kassieren auf Umwegen

von Thomas Kuhn und Matthias Hohensee

Wie der Internet-Riese mit kostenlosen Web-Diensten reich wird.

Geschäftsmodell

Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte Google 17,3 Milliarden Dollar Umsatz und eine Rendite von gut 20 Prozent. Trotzdem hat Google ein (Luxus-)Problem: Fast 90 Prozent des Umsatzes erlöst der Internet-Riese noch immer mit Anzeigen. Andere Wachstumschancen sind rar. Nur ein Zehntel des Umsatzes stammt aus Geschäftsfeldern wie dem Betrieb cloudbasierter Bürosoftware sowie E-Mail-Diensten für Unternehmen oder dem Verkauf von Nexus-Smartphones und Tablet-Computern. Da schmerzt es doppelt, wenn der Durchschnittspreis der Werbung sinkt (um sieben Prozent) und das Werbegeschäft mit elf Prozent plus langsamer wächst als bisher. Umgekehrt erklärt es, warum Google die Nutzer der Online-Angebote, der Android-Smartphones und der -Tablets nicht mit Abogebühren vergrätzen will. Denn nur wenn die eifrig im Googleversum unterwegs sind, kann der Konzern passende Werbebanner anzeigen – und kassieren.

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Google in Zahlen

  • Gesamtumsatz

    Der Umsatz des Internet-Giganten lag im vierten Quartal 2014 bei 18,1 Milliarden Dollar. Den größten Teil seiner Umsätze (12,4 Milliarden Dollar) erzielte Google dabei auf den eigenen Seiten, den Rest (3,7 Milliarden Dollar) auf den Webseiten von Geschäftspartnern.

  • Haupteinnahmequelle

    Wenn es um das Geldverdienen geht, ist Google quasi ein „One-Trick Pony“, also ein Zirkuspferd, das nur einen einzigen Trick beherrscht, nämlich Werbung. Von den 18,1 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Quartal 2014 entfielen gut 16,1 Milliarden auf Online-Werbung.

  • Weitere Einnahmequellen

    In der Google-Bilanz wird neben Online-Werbung nur noch ein Umsatz-Segment mit dem Namen „Other“ (Anderes) aufgelistet. Hinter diesen Umsätzen von knapp zwei Milliarden Dollar, die Google nicht weiter aufschlüsselt, stehen nach Experten-Einschätzung vor allem die Gebühren aus dem Play Store, die der Internet-Riese von den Entwicklern von Android-Apps und Unterhaltungsanbietern verlangt.

  • Die Dienste des Internet-Giganten

    Google Suche, G-Mail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play: Die Liste der Google-Dienste wird von Jahr zu Jahr länger. In seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern außerdem bereits an weiteren Produkten wie einem selbstfahrenden Auto oder Heißluft-Ballons, über die auch entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgt werden sollen.

Hard- und Software

Zwar verkauft auch Google – wie Microsoft – Smartphones und Tablets unter eigenem Namen. Trotzdem steckt im Nebeneinander von Google und seinen Hardwarepartnern weniger Brisanz. Google ist im Geschäft mit Android-Geräten eine kleine Nummer. Zwar laufen vier von fünf neuen Smartphones mit Android, doch der größte Teil stammt von anderen Herstellern. Und seine eigenen Nexus-Geräte verkauft der Konzern in Kooperation mit den Hardwarelieferanten Motorola und HTC.

Gleiches gilt für die Chromebooks. Bei diesen Laptops stellt Google das Chrome OS genannte Betriebssystem gratis zur Verfügung, schreibt den Herstellern – von Acer über HP bis Samsung – allerdings den Gattungsnamen vor, das Konzern-Logo auf dem Gehäuse und – vor allem – die Integration der digitalen Dienste. Denn schließlich sollen die potenziellen Adressaten von Online-Anzeigen die eigene Werbewelt tunlichst nicht verlassen.

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Stärken

Dreh und Angelpunkt aller Dienste ist das persönliche Google-Konto. Es öffnet nicht nur den Zugang zu E-Mails, Cloud-Speicher oder der Textverarbeitung im Netz. Um die Nutzer in den eigenen – werbefinanzierten – Angeboten zu halten, haben die Cloud-Programme oft mehr Funktionen als die Anwendungen von Apple oder Microsoft. Daneben dient das Google-Konto auch als Synchronisationsplattform und als Speicher für persönliche Nutzerprofile, Kontakte und Bilder auf Android-Tablets oder Smartphones.

Schwächen

Auch wenn die Nutzer in der Regel nichts für Googles Online-Dienste zahlen müssen und die Hardware wegen fehlender oder geringer Lizenzkosten günstiger ist – wirklich gratis ist keines der so verlockenden Angebote.

Keiner von Googles Konkurrenten verfolgt auch nur annähernd so genau, was der Nutzer online sucht, wo er sich dabei aufhält oder welche werblich vermarktbaren Begriffe in seiner E-Mail auftauchen.

Bezahlt wird nicht in bar, sondern mit Daten.

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