Google-Konkurrenten: Die stillen Nachahmer von Street-View

Google-Konkurrenten: Die stillen Nachahmer von Street-View

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Kamera-Wagen von Tele Atlas: In Indien werden aus den Videos digitale Karten gemacht

von Matthias Hohensee

Während Google mit Street-View sein Image ramponiert, bieten Nokia, Apple oder Microsoft ganz ähnliche Dienste an. Datenschützer scheinen sich daran jedoch nicht zu stören.

Mit Richard Blumenthal ist nicht zu spaßen. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Connecticut hat seine Karriere darauf aufgebaut, Unternehmen medienwirksam zu verklagen. Er legte sich mit Zigarettenherstellern an, ging gegen Waffenproduzenten vor, ermittelte gegen Kreditvermittler und führte einen jahrelangen Feldzug gegen Microsoft. Jetzt hat sich Blumenthal eine Firma vorgeknöpft, die so gar nicht in sein typisches Raster passen will: Google, dessen Unternehmensmotto bekanntlich ist, nichts Böses tun zu wollen.

Erst im Frühjahr kam heraus, dass Google mit seinen Street-View-Autos, die Häuser und Straßen in aller Welt abfotografieren, auch den Datenverkehr von Internet-Nutzern mitgeschnitten hat. Die Daten sollten dazu dienen, so teilte Google eilig mit, den Standort von WLAN-Stationen festzuhalten. Damit sollen Handys ihren Standort auch ohne Sichtkontakt zum GPS-Satellitennetz bestimmen können. Für Blumenthal ist das Ganze höchst fragwürdig. „Ich will wissen, ob Google die Daten genutzt hat oder sogar an Dritte verkauft“, sagt er. Sollte er fündig werden, erwägt er eine millionenschwere Sammelklage, der sich 37 weitere US-Bundesstaaten anschließen wollen.

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Konkurrenten zu Street-View

Nach Bekanntwerden der Spürattacke hatte der Suchkonzern seine Street-View-Fahrzeugflotte zunächst stillgelegt und das beanstandete Equipment ausgebaut. Seit Juli rollen die Autos mit den 360-Grad-Panorama-Kameras nun wieder, unter anderem in Irland, Schweden und Südafrika, Länder, in denen es keine allzu starke Gegenwehr der Behörden gibt. Auch in Deutschland wir der umstrittene Dienst bis Jahresende starten. Allerdings einigte sich der Konzern mit Datenschützern auf verschiedene Einschränkungen, so können Hausbesitzer und Bewohner gegen Fotos ihrer Immobilien Einspruch einlegen.

Dadurch verliert Google im Kampf um das populärste Kartenangebot im Internet Zeit verliert. Denn die Bilder der Straßenszenerie werden immer wichtiger, seit sich die Schlacht um Online-Werbeumsätze zunehmend auf das Mobiltelefon verlagert: Handy-Nutzer sollen sich mithilfe der Bilder orientieren und dabei parallel Angebote von örtlichen Händlern studieren können.

Während Google in der Kritik steht, haben Wettbewerber nahezu identische Angebote gestartet. Doch im Gegensatz zu Google haben ihre eigenen Aktivitäten bislang keinen Imageschaden verursacht: Apple hat eine eigene Datenbank von WLAN-Basisstationen. Microsoft nutzt die Dienste des zu Nokia gehörenden Kartendienstleisters Navteq, der mit seinen Fahrzeugen ebenfalls Straßenzüge fotografiert, um seinen Street-View-Konkurrenten Streetslide aufzupeppen. Microsofts Kartendienst Bing Maps, so bestätigen Experten, könne mittlerweile mit Google nicht nur mithalten. Er sei seinem Vorbild bei Bedienerführung und Innovation sogar voraus. Nokia wiederum profitiert enorm von der Kooperation mit Microsoft: Die Navteq-Sparte schreibt mit Umsatzzuwächsen von über 70 Prozent Rekorde.

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