_

Google Wave: Wie Google die Kommunikation im Netz sortieren will

von Sebastian Matthes

Mit dem Dienst Wave will Google die Kommunikation im Netz sortieren. Wie das Programm funktioniert.

Google Wave soll die Quelle: AP
Google Wave soll die Kommunikation im Web vereinfachen Quelle: AP
Anzeige

Seit Jahren sucht die Internet-Gemeinde nach einer Antwort auf die Frage, wer die nächste Erfolgsgeschichte nach dem Vorbild von Google schreiben wird. Die lang ersehnte Antwort will nun ausgerechnet Google selbst geben. In der vergangenen Woche stellte der übermächtige Suchmaschinenbetreiber den neuen Kommunikationsdienst Google Wave vor, einen Hybrid aus E-Mail, Instant-Message-Dienst, Twitter-Kurznachrichten, Wiki-Lexikon und Software für Online-Zusammenarbeit. Und das soll vieles vereinfachen, so der Plan.

Denn die meisten Menschen kommunizieren im Netz per E-Mail. Die elektronische Post aber wurde vor Jahrzehnten erfunden, in der Internet-Steinzeit sozusagen. Da war das Netz schwarz-weiß, langsam und von Texten dominiert. Heute dagegen schwirren Fotos, Videos, Spiele und ungezählte Dokumente unterschiedlichster Formate durch das Internet. Und sie alle passen nicht mehr recht zur E-Mail. Mal ist ein Anhang zu groß, mal kann der Inhalt eines Dokuments nicht angezeigt werden, mal gehen Nachrichten im Chaos des Posteingangs verloren.

Die Revolutionierung der E-mail

Diese Probleme versucht das Programm Wave zu lösen. Dessen Erfinder, Jens und Lars Rasmussen, haben schon einmal gezeigt, dass sie das Internet verändern können: 2003 haben die dänischen Brüder den Online-Atlas Google Maps zu großen Teilen entwickelt. Nun haben sie mit 50 Entwicklern das neue Angebot aufgebaut. „Wave ist, was die E-Mail wäre, wenn man sie heute erfände”, sagt Lars Rasmussen.

Wie Googles E-Mail-Dienst läuft auch Wave nicht lokal auf dem PC, sondern im Internet-Fenster des Web-Browsers. Dabei erleichtert die Kombination von E-Mail und Chat das Online-Leben: Digitale Dialoge verschmelzen bei Wave zu einem einzigen, immer länger werdenden Dokument, das die gesamte Diskussion umfasst. Was aber noch wichtiger ist: Sollen weitere Partner an der Diskussion oder der Bearbeitung eines Dokuments teilnehmen, werden sie einfach hinzugefügt. Anschließend können sie auf die Unterhaltung oder den bereits angelegten Text zugreifen.

Blogs

Infografik der Woche: Wie Entwicklungsländer die mobile Revolution antreiben
Infografik der Woche: Wie Entwicklungsländer die mobile Revolution antreiben

Von dem Entwicklungsökonom Jeffrey Sachs stammt die Feststellung: Kaum eine andere Technologie wird in der Entwicklung...

weitere Fotostrecken