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Google: YouTube will Kommentare mit Klarnamen

Wer bei YouTube unter einem Pseudonym kommentieren will, soll das neuerdings begründen. Google wäre es lieber, wenn jeder seinen Profilnamen von Google+ benutzen würde.

 Ein Finger zeigt auf einem Computerbildschirm auf die Internetseiten der Online-Suchmaschine Google und des Video-Anbieters YouTube Quelle: dpa
Google möchte die Nutzer dazu bewegen Videos auf YouTube unter Klarnamen zu kommentieren. Dahinter stehen verschiedene Beweggründe Quelle: dpa

Kommentare wie "ostdeutsch zusprechen ist keine behinderung höchstens so wie du homo zu seihen" – verfasst von "jens199520" – sind bei YouTube keine Seltenheit, sondern trauriger Alltag. YouTube ist mehr als eine Videoplattform. Für viele ist es ein soziales Netzwerk, das mitunter ziemlich asozial daherkommt.

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Die YouTube-Mutter Google versucht nun, Nutzer dazu zu bringen, ihren echten, vollen Namen zu verwenden, wenn sie kommentieren. Einige interpretieren das als Versuch, das Niveau der Diskussionen anzuheben. Die Theorie dahinter: Wer identifizierbar ist, benimmt sich besser. Es könnte aber auch schlicht ein weiterer Schritt von Google sein, alle Dienste eng mit dem Netzwerk Google+ zu verknüpfen, um umfassende Nutzerprofile erstellen zu können.

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Um ein YouTube-Video zu kommentieren oder hochzuladen, muss man sich mit seinem YouTube- oder seinem Google-Konto anmelden. Wer schon ein Profil bei Google+ hat, bekommt nun ein Fenster angezeigt, in dem er sehen kann, wie YouTube den Kommentar mit dem Profil verknüpft. Wer unbedacht auf den blauen Button klickt oder die Eingabetaste drückt, kommentiert künftig automatisch unter dem Namen, den er auch bei Google+ benutzt, inklusive Profilfoto. Bei vielen ist das der Klarname.

Um weiterhin unter Pseudonym zu kommentieren, muss ein Nutzer den unscheinbareren grauen Button "Ich möchte meinen vollständigen Namen nicht verwenden" anklicken. So war YouTube schon im März vorgegangen, als es Nutzern beim Erstellen eines neuen Kanals anbot, dafür das Profil von Google+ zu verwenden. Auch dort war der entsprechende Button wesentlich auffälliger als der kleine Link, mit dem die Verknüpfung umgangen werden konnte.

Google fordert Begründungen ein

Wer nun also den grauen Button anklickt, bekommt ein zweites Fenster angezeigt. Darin wird er aufgefordert, zu begründen, warum er nicht unter vollem Namen kommentieren möchte. Zur Auswahl stehen sechs Erklärungen. "In meinem Kanal geht es um eine Show oder eine Figur" lautet eine davon, eine andere "Ich bin mir noch nicht sicher und entscheide mich später". Die Option, die einem Wunsch nach Anonymität oder Pseudonymität am nächsten kommt, lautet: "Ich nutze meinen Kanal für private Zwecke und kann meinen richtigen Namen nicht verwenden."

In einem Blogeintrag betont YouTube, man sei sich bewusst, "dass nicht jeder seinen vollständigen Namen nutzen wolle", und verweist auf die Möglichkeit, weiterhin den selbst gewählten YouTube-Nutzernamen zu verwenden, der in den meisten Fällen ein Pseudonym ist. Der Eintrag lässt aber keinen Zweifel daran, dass Klarnamen Google lieber wären.

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