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Graphics Interchange Format: Animierte GIF-Bildchen erobern das Internet

von Martin Weigert Quelle: Netzwertig.com

Mit GIFs assoziieren viele Nutzer die grellen, wenig ansehnlichen Grafiken und Logos auf Websites der 90er Jahre. Nach der Jahrtausendwende geriet das Grafikformat in Vergessenheit. Doch nun ist es wieder da – populärer denn je.

Das einfache "Lachen" ist der Klassiker unter den Smileys. Mit ihm fing vor 30 Jahren alles an. Fahlman schlug damals in einem internen Online-Forum vor, das seitwärtsliegende und lachende Gesicht bei witzig gemeinten Kommentaren zu benutzen.

Das GIF – Graphics Interchange Format – feiert in diesem Jahr seinen 25-jährigen Geburtstag. Was wäre das beste Geschenk, das ein zuletzt völlig aus der Wahrnehmung der Anwender verschwundenes Grafikformat zu einem derartigen Jubiläum bekommen könnte? Ein zünftiges Comeback. So soll es sein!

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Nachdem viele User bei ihren ersten Gehversuchen im Netz in den 90er Jahren regelmäßig mit grellen, häufig animierten GIFs konfrontiert wurden und dieser schnell überdrüssig wurden, verlor das sich durch eine besonders effiziente Kompression auszeichnende Format schnell an Bedeutung. Leistungsfähigere freie Bildformate wie PNG, schnellere Webzugänge und der Aufstieg von Flash-Animationen und Videos lieferten Betreibern von Onlinepräsenzen genug Gründe, um die Finger von dem zudem bis 2006 mit Patentforderungen belegten Format zu lassen. Das GIF geriet nach und nach in Vergessenheit, und wer sich noch daran erinnerte, assoziierte es vor allem mit der Hässlichkeit der frühen Internetära. Doch seit etwa zwei Jahren findet das mit viel Nostalgie behaftete Grafikformat primär in seiner animierten Fassung wieder verstärkt Anwendung. 2012 kommt es nun ganz groß raus.

Statt Logos und Grafiken nun Fotos und Videos

Schon 2010 machte das Onlinemagazin Slate auf den neu erwachenden Trend animierter GIFs aufmerksam. Anders als in der Frühphase des Webs waren es nun nicht mehr Logos und Grafiken, die in sich wiederholenden Sequenzen auf Websites auftauchten, sondern Fotos oder Mini-Ausschnitte aus Videos und Filmen, die mit GIF-Editoren wie GifNinja, Gifsoup, Lunapic oder Gickr zu Endlosschleifen geformt und dann im Netz verbreitet wurden.

Zur animierten Darstellung bitte auf das Bild klicken
Zur animierten Darstellung bitte auf das Bild klicken

Aus einem sporadisch zu beobachtenden Webphänomen wurde in den vergangenen zwei Jahren ein regelrechter GIF-Boom, der im englischsprachigen Raum mittlerweile selbst von Politikern und der Mainstreampresse für eigene Zwecke instrumentalisiert wird. Diverse Berichte rund um die Olympischen Spiele enthielten animierte GIFs von beachtenswerten oder kuriosen Leistungen und Ereignissen. Das Blog der Nieman Foundation bezeichnete die Sportveranstaltung als “gigantische Coming-Out-Party für animierte GIFs”. Auch im US-Wahlkampf lassen sich die kleinen, maximal 256 Farben enthaltenden Endlosbildchen sichten: Das Wahlkampf-Team von Barack Obama verschickt eine Mail mit einem animierten GIF an die Unterstützer des Präsidenten, Business Insider zeigt das tanzende Pferd von Mitt Romneys Frau Ann als GIF, und Tumblr publiziert auf einer eigenen Site von Nutzern erstellte, animierte und verfremdete GIFs der zwei Präsidentschaftskandidaten Obama und Romney.

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