Die Bombe platzt

1984 nutzten zwei Mitglieder des Chaos Computer Clubs (CCC) den damaligen Bildschirmtext, um eine Filiale der Hamburger Sparkasse auszurauben. Das
bescherte dem CCC vorübergehend rund 135 000 Mark – die Hacker gaben das Geld aber zurück.Foto: dpa

Ende der Achtzigerjahre verkaufte eine Gruppe deutscher Hacker Daten westlicher Regierungen an den russischen Geheimdienst. Ihnen gelang es sogar, auf Rechner des Pentagons zuzugreifen. 1989 zerschlug die Polizei die Bande.
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Ein 18-jähriger Niedersachse programmierte 2004 den Internet-Wurm „Sasser“, Folge: weltweites Chaos. Delta Airlines musste Flüge streichen, in Australien kam der Zugverkehr zum Erliegen. Sogar der US-Geheimdienst fahndete nach dem Programmierer, den die deutsche Polizei nach einer Woche festnahm.
Er erhielt eine Bewährungsstrafe.Foto: rtr

Hacker des CCC manipulierten 2006 Wahlcomputer in Holland. Anschließend verfasste der CCC für das Bundesverfassungsgericht ein Gutachten zur Manipulierbarkeit solcher Rechner.
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Ende 2008 gelang es deutschen Forschern der Uni Darmstadt, Telefone abzuhören – sie hatten das Sendeverfahren der Schnurlosgeräte geknackt.
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Stars wie Lady Gaga oder Justin Timberlake wurden kürzlich Opfer zweier Hacker aus Duisburg. Die Cyberdiebe verschafften sich Zutritt zu den E-Mail-Konten und stahlen unveröffentlichte Songs und Kreditkartendaten. Mit der Weitergabe der Daten sollen sie eine fünfstellige Summe verdient haben. Die beiden stehen inzwischen vor Gericht.Foto: dpa
1984 nutzten zwei Mitglieder des Chaos Computer Clubs (CCC) den damaligen Bildschirmtext, um eine Filiale der Hamburger Sparkasse auszurauben. Das
bescherte dem CCC vorübergehend rund 135 000 Mark – die Hacker gaben das Geld aber zurück.
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„Oh, Leute. Was jetzt kommt, ist der leckere Nachtisch“, meldete Topiary. Tflow ließ die Bombe platzen. „Ich habe die E-Mails von Barr, Ted und Phil. Alle 68.000.“ „Lol“, antwortete Barr seltsamerweise. Er wollte einen lockeren Ton beibehalten und sich nicht eingestehen, wie schlimm es war. „Okay, Leute“, schrieb er. „Da habt ihr mich aber wirklich drangekriegt :).“
Das hatten sie in der Tat. Topiary verpasste ihm den Gnadenschuss. „Tja, Aaron, danke fürs Mitspielen bei unserem kleinen sozialwissenschaftlichen Experiment, ob du wohl mit den ,Neuigkeiten‘ über Anon zu deiner Firma rennen würdest. Du bist reingefallen, wir haben gelacht.“ Nach einer Pause fügte er hinzu: „Das war’s für dich. Du bist Geschichte.“
In den frühen Morgenstunden des Montags saß Barr immer noch im Arbeitszimmer an seinem Laptop. Vor ihm an der Wand hing eine Fotografie, die er im Oktober 2011 in New York erstanden hatte. Dort waren die Angriffe des 11. September immer noch sehr präsent, und nach einem Besuch auf Ground Zero hatte er eine kleine Galerie besucht, in der Amateuraufnahmen verkauft wurden, die während der Anschläge entstanden waren. Eine fiel ihm besonders auf: Im Hintergrund sah man das Chaos der eingestürzten Türme: Papiere und Trümmer überall verstreut, verstörte Pendler voller Staub irrten umher – und im Vordergrund saß unerschütterlich John Seward Johnsons berühmte Bronzestatue Double Check: ein Geschäftsmann im Anzug auf einer Parkbank, der in seine Aktentasche spähte. Das Bild gefiel ihm wegen dieses unwahrscheinlichen Kontrasts. Jetzt war Barr selbst dieser Mann – er hatte sich so sehr in seinem Ehrgeiz verfangen, dass er das Chaos um sich herum gar nicht bemerkt hatte.
Scherben zusammenkehren
Den nächsten Tag verbrachte Barr damit, Anrufe der Journalisten entgegenzunehmen. Während er verzweifelt versuchte, die Scherben seiner Existenz zusammenzusetzen, trafen sich Topiary, Sabu, Kayla und Tflow in ihrem privaten Chatroom. Sie beglückwünschten sich gegenseitig, durchlebten ihren Sieg immer wieder, lachten und fühlten sich unbesiegbar. Sie hatten eine Internet-Sicherheitsfirma „übernommen“.
Sie konnten sich natürlich denken, dass jetzt Agenten des FBI anfangen würden, nach ihnen zu fahnden. Aber mit der Zeit wurden sich die Angehörigen dieses kleinen Teams einig: Die Zusammenarbeit gegen Barr hatte so gut funktioniert, dass sie es einfach wieder versuchen mussten – gegen andere Ziele für Anonymous und für jede gerechte Sache, die sich gerade anbot.
Keine Beute war zu gefährlich: eine berühmte Medieninstitution, ein Unterhaltungskonzern, sogar das FBI selbst war nicht tabu.
















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Alle Kommentare lesen18.07.2012, 12:37 UhrAnonymer Benutzer:Funxxsta
Die Antwort darauf, wer Anonymus ist, ist doch ganz einfach. Anonymus ist nicht WER - Anonymus ist WAS. Anonymus ist die Antwort auf ungezuegelte Gier, Lobbyismus, geteuerte Medien, korrupte und inkomptene Politiker, agrressive und manipulatorische Staaten welche Kriegen einen humanistischen Hintergrund andichten, an sogenannte Sicherheitsdienstleite die o.g Partizipanten gegen die oeffetliche Wahrnehmung ihrer Intentionen schuetzen moechten. Anonymus ist die Medizin gegen die Krankheiten unserer Gesellschaftsform. Und das ist gut so!
17.07.2012, 16:25 UhrAnonymer Benutzer:RBoeck
Und so stellt sich heraus, dass Anonymous doch einen "Kopf" hat - zwar nichts Neues, aber wenigstens Schriftlich!
Ich bin gespannt auf den Scientology-Part, da ich mir so vielleicht die wahnhaften Attacken gegen diese Kirche erklären kann. In ihren Aktionen und Demonstrationen scheren sie sich weder um Menschenrechte noch um sonst welche Rechte und dass diese Anonymousspinner solchen Anklang finden, ist mir schleierhaft!