Handy: Mobiles Internet: Wann kommt der Durchbruch?

Handy: Mobiles Internet: Wann kommt der Durchbruch?

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Nicht nur telefonieren, auch schnell mal online gehen, um zu chatten oder E-Mails zu versenden: Das mobile Internet macht's möglich. Mobilfunkanbieter sehen ein großes Potenzial darin. Doch noch ist der Trend zur Nutzung des mobilen Internets selbst unter Experten umstritten

Smartphones, allen voran Apples iPhone, haben dazu beigetragen, dass die Nutzung des Internet unterwegs immer komfortabler wird. Parallel entstehen attraktive, intelligente Dienste für Internet-Handys. Eine neue Chance für den Durchbruch der mobilen Online-Nutzung tut sich auf. Das Marktpotenzial dafür ist durchaus beachtlich.

Im Park, im Beach-Club oder am See - im Sommer hält es niemanden zu Hause in den eigenen vier Wänden. Doch auch unterwegs wollen viele nicht mehr aufs Internet verzichten. Smartphones oder auch Netbooks machen's möglich. Zwischendurch kurz die E-Mails checken, einen Tweet über Twitter senden oder im Internet prüfen, ob das Wetter denn die nächsten Tage auch so gut bleiben wird. Und das alles am besten direkt aus der Eisdiele, dem Park oder vom Freibad aus. Das Handy wird dabei immer mehr zum Multifunktionsgerät. Schon beim weltgrößten Treff der Mobilfunkbranche "Mobile World Congress" in Barcelona im vergangenen Jahr haben Handynetzbetreiber und Geräteherstelle das neue Zeitalter des mobilen Internets ausgerufen. Den Schwur haben sie im Februar dieses Jahres erneuert. Inzwischen zeigen Studien jedoch ein widersprüchliches Bild. Der Trend zur Nutzung des mobilen Internets ist unter Experten nicht unumstritten. 

Nach einer Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom versenden 48 Millionen Nutzer Kurznachrichten (SMS). 29 Millionen fotografieren mit ihrem Handy und mehr als 16 Millionen hören Musik über ihr Mobiltelefon, wie die Umfrage unter 1002 Personen ergab. Nur jeder sechste Handybesitzer verwendet das Gerät ausschließlich zum Telefonieren.

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„Das Handy ersetzt mit seinen vielen Funktionen zunehmend Spezialgeräte wie Digitalkamera oder MP3-Player“, erklärte Bitkom-Präsidiumsmitglied Friedrich Joussen. „Das Handy wird zum Multimedia-Instrument.“

Den Trend beschleunigten moderne Geräte mit großen Bild- und Bedienoberflächen sowie die gesunkenen Nutzungspreise, insbesondere Pauschaltarife für die Datenübertragung. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Nutzung der Zusatzfunktionen laut Umfrage stark zugenommen. Mittlerweile verschicken 78 Prozent aller Mobiltelefonbesitzer SMS (Vorjahr: 55 Prozent). Fast 48 Prozent fotografieren mit ihrem Handy (Vorjahr: 40 Prozent), knapp 27 Prozent hören Musik über ihr Mobiltelefon (Vorjahr: 20 Prozent).

Abschwung auf dem Handymarkt verlangsamt sich

Auch eher geschäftliche Anwendungen werden stark genutzt: Jeder sechste Handybesitzer synchronisiert seine Termine oder Kontakte mit dem Handy. Jeder Siebte ruft seine E-Mails ab oder surft im Netz.

Ein Nutzungsgefälle gibt es laut Bitkom weiterhin zwischen Jung und Alt. „Für die meisten älteren Menschen war das Handy bislang vor allem ein Telefon. Mittlerweile nutzen schon mehr als die Hälfte der Handybesitzer über 60 Jahre mindestens eine zusätzliche Funktion“, erklärte Joussen. Das zeige einen klaren Trend über alle Altersgruppen.

Da verwundert es nicht weiter, dass sich dank des brummenden Geschäfts mit Smartphones der Abschwung auf dem weltweiten Handymarkt verlangsamt. Der Absatz schrumpfte nach einer Studie des auf die Technologiebranche spezialisierten Marktforschers Gartner in den Monaten April bis Juni wegen der weltweiten Konjunkturkrise zwar um sechs Prozent auf 286 Millionen. In den ersten drei Monaten des Jahres - dem für die Handyhersteller schlechtesten Quartal aller Zeiten - betrug der Rückgang aber noch neun Prozent.

Nachfrage stabilisiert sich

Neben der niedrigeren Nachfrage macht den Herstellern auch zu schaffen, dass die Händler zuletzt nach wie vor Lagerbestände abbauten, statt neue Geräte zu bestellen. Im zweiten Quartal seien aber die Lager auch schon wieder mit neuen Handys gefüllt worden, erklärte die Expertin. Das sei etwas früher als von den Analysten erwartet. Für das Gesamtjahr rechnet das Institut weiterhin mit einem Branchenminus von vier Prozent. Hoffnungen auf bessere Zeiten machen dem Sektor die Smartphones. Frühestens mit dem Weihnachtsgeschäft könnte der Handymarkt wieder leicht zulegen. „Es wird im dritten Quartal eine ganze Reihe neuer Geräte geben.“ Außerdem könnte das Verbrauchervertrauen sich bis Weihnachten etwas bessern.

Im zweiten Halbjahr rechnet die Gartner-Analystin mit einem noch schärferen Wettbewerb auf dem Handymarkt. Die beiden koreanischen Hersteller LG und Samsung Electronics sollten vor allem von ihren Geräten mit Touchscreen profitieren, sagte Milanesi. Die derzeitige Nummer drei LG dürfte vor allem Motorola und Sony Ericsson Marktanteile abnehmen. Für Marktführer Nokia werden sich die Probleme bei den sehr teuren Geräten fortsetzen.

Kombination aus Handy und Computer als größte Chance für die Hersteller

Im zweiten Quartal verteidigte Nokia seinen ersten Platz, der Marktanteil des Branchenprimus sank aber auf 36,8 Prozent (2008: 39,5 Prozent). Samsung Electronics hielt sich mit einem Marktanteil von 19,3 Prozent auf Platz zwei vor LG Electronics. Motorola und Sony Ericsson büßten auf Platz vier und fünf Marktanteile ein. Während das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und LM Ericsson nach wie vor kein überzeugendes Smartphone präsentieren konnte, werde bei Motorla auf das erste Gerät mit der Google-Software Android gewartet.

Nach wie vor sieht Milansie in den Smartphones, die Eigenschaften von Mobiltelefonen und Computern vereinen, die größte Chance für die Handyhersteller. Mit rund 40 Millionen wurden rund 27 Prozent mehr Smartphones verkauft. Zwar hält Nokia vor Research In Motion (RIM) und iPhone-Hersteller Apple immer noch 45 Prozent des Marktanteils am Smartphonemarkt. Im vergangenen Jahr waren es aber noch 47,4 Prozent.

Das als Flaggschiff gehandelte N97 von Nokia sei bislang aber noch nicht auf viel Enthusiasmus gestoßen, sagte Milanesi. Von dem gesunkenen Nokia-Marktanteil profitiere vor allem Apple. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten und der iPhone-Hersteller seine Exklusivverträge für das iPhone mit Netzwerkbetreibern wie O2 in Großbritannien aufkündigen, dürfte das noch einmal einen Absatzschub für die Handys geben. Dennoch hieß es jüngst aus Branchenkreisen, dass beispielsweise in Deutschland die Telekom-Tochter T-Mobile ihren Exklusivvertrag mit Apple wieder verlängert habe.

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