Huawei: Der lange Arm des chinesischen Geheimdienstes

Huawei: Der lange Arm des chinesischen Geheimdienstes

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Charmeoffensive: Huawei sucht Kontakt zu Regierungsstellen

von Matthias Kamp und Jürgen Berke

Mit Dumpingpreisen, aggressivem Marketing und Milliardenhilfen der chinesischen Regierung ist Huawei zum zweitgrößten Netzwerkausrüster aufgestiegen. Jetzt will der Chef und Gründer Ren Zhengfei mit Smartphones und IT-Services wachsen. Das den Militärs nahestehende Unternehmen bekommt dadurch noch mehr Spionagemöglichkeiten.

Hagen Fendler hat einen der wichtigsten Jobs bei Huawei. Der Deutsche mit einem Lehrstuhl für Design an der TU München hat schon Produkte für Kettler, Vaillant und Audi entworfen. Jetzt steht Fendler – dunkler Anzug, schmale Brille – in einem holzgetäfelten Besprechungszimmer in der Zentrale von Huawei im südchinesischen Shenzhen und erklärt seine Design-Philosophie. „Wir analysieren laufend Farbtrends und neue Materialien“, sagt er. Das Wichtigste bei den Huawei-Produkten seien allerdings klare und einfache Linien. „Puristisch“, nennt Fendler das.

Der Deutsche ist seit 2010 Chefdesigner und damit der kreative Kopf der neu gegründeten Handysparte von Huawei. Bislang spielten Mobiltelefone für das Geschäft des Netzwerkausrüsters aus dem Reich der Mitte eine Nebenrolle. Huawei hat seine Handys nicht unter eigener Marke vertrieben, sondern als No-Name-Produkte unter anderem an Vodafone in Deutschland geliefert. Das soll sich mit Fendlers Hilfe ändern. Huawei – der Name bedeutet „China kann was“ – will in den kommenden Jahren eine eigene Marke schaffen und in der Liga von Apple, Samsung und Nokia mitspielen.

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Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2013 soll Huawei zu den fünf größten Handyherstellern der Welt gehören. 2015 will der Konzern die Nummer drei sein. So hat es Chef und Gründer Ren Zhengfei festgelegt.

Ab in die Cloud

Genauso schnell will Ren mit Kommunikations- und IT-Lösungen für Geschäftskunden und Behörden in die erste Liga aufsteigen. Neue Rechenzentren entstehen, damit auch deutsche Firmen und Behörden ihre Daten dem chinesischen Unternehmen anvertrauen. Mit sogenannten Cloud-Services – IT-Diensten aus der Wolke – will Huawei auch als Anbieter für Geschäftskunden in die Phalanx von IBM, Microsoft und T-Systems einbrechen.

Mit Dumpingpreisen, aggressivem Marketing und Milliardenhilfen der chinesischen Regierung kämpfte sich Huawei als Neuling unter den Netzausrüstern innerhalb weniger Jahre auf Platz zwei hinter Marktführer Ericsson vor. Diesen kometenhaften Aufstieg wollen die Chinesen jetzt auch bei Smartphones und IT-Dienstleistungen wiederholen. Ausgerechnet China, das wie kein anderes Land den Internet-Verkehr kontrolliert und dieses Know-how auch bei der Spionage im Ausland einsetzt, würde dann auf allen Ebenen der Wertschöpfung im Web – von der Vermittlungstechnik für schnelle Datenautobahnen über Smartphones mit mobilem Internet-Zugriff bis zu IT-Services für Unternehmen – eine Führungsrolle spielen.

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