Huawei P10: Diese Attacke soll Apple und Samsung zittern lassen

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Huawei P10: Diese Attacke soll Apple und Samsung zittern lassen

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Richard Yu präsentiert das neue Huawei P10 Plus.

von Stephan Happel und Thomas Kuhn

Mit der Vorstellung des Highend-Smartphones P10 treibt der chinesische Konzern Huawei seinen Masterplan voran. Der klingt zunächst nach Größenwahn.

Orchestrale Klänge, simuliertes Donnergrollen: Auftritt Richard Yu. Sollen doch die anderen auf Understatement setzen. Der Chef von Huaweis Smartphone-Sparte war nicht zum Mobile World Congress nach Barcelona gekommen, um Zurückhaltung zu üben.

Wenn die Länge der Schlange etwas über die Erwartungshaltung bei der Neuvorstellung eines neuen Mobiltelefons aussagt, dann ist das Selbstbewusstsein des chinesischen Elektronikkonzerns berechtigt. Mehr als 1000 Medienvertreter und Kunden drängten sich vor dem Beginn der Pressekonferenz vor der Messehalle in die die Chinesen zum Launch des P10 geladen hatten. Der Andrang war so groß, dass die Produktvorstellung selbst erst mit deutlicher  Verspätung beginnen konnte.

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Das P10 und sein großer Bruder P10 Plus sind Huaweis neue Flaggschiffe. Zusammen mit den im halbjährlichen Wechsel erscheinenden Mate-Modellen ist die P-Serie Huaweis Speerspitze beim Kampf um die Kunden, erwarteter Profit- und Prestigebringer und entscheidend für den Masterplan des Konzerns.

Wer 2016 die meisten Smartphones verkaufte

  • Platz 1

    Koreas Elektronikriese Samsung konnte 2016 306.446.600 Smartphones verkaufen. Das entspricht einem Marktanteil von 20,5 Prozent.

  • Platz 2

    14,4 Prozent der 2016 verkauften Smartphones kamen von Apple: 216.064.000 Stück.

  • Platz 3

    Huawei konnte 2016 132.824.900 Smartphones verkaufen. Das sind 8,9 Prozent Marktanteil für das chinesische Unternehmen.

  • Platz 4

    Ebenfalls ein chinesischer Konzern ist Oppo. Der Hersteller konnte 2016 89.299.500 Endkunden für den Kauf seiner Smartphones begeistern. Marktanteil: 5,7 Prozent.

  • Platz 5

    BKK Communication Equipment hatte 2016 einen Marktanteil von 4,8 Prozent. Das chinesische Unternehmen konnte 72.408600 Smartphones verkaufen. Allerdings sind in dieser Rechnung nicht die gesondert aufgeführten Zahlen von Oppo enthalten. Das Unternehmen ist eine Tochter von BKK.

  • Andere

    Den größten Marktanteil machen weitere Hersteller aus: 45,6 Prozent des Smartphone-Marktes 2016 entfallen auf "Andere". Das sind 682.314.300 Stück.

  • Gesamt

    Insgesamt wurden 2016 1.495.358.000 Smartphones verkauft.

    Quelle: Gartner

Huawei liegt mittlerweile auf Rang drei der weltgrößten Smartphone-Bauer. Einzig Samsung und Apple verkaufen noch mehr Smartphones. Für die Chinesen ist das nicht mehr als ein temporärer Zustand. „Wir werden in absehbarer Zeit auf Platz zwei vorrücken“, tönte Huaweis Smartphone-Chef Richard Yu bereits im Januar. Gemeint ist das Jahr 2018, bis 2021 will das Unternehmen beim Marktanteil dann auch Samsung hinter sich lassen. Das klingt mindestens ehrgeizig, für so manchen Branchenbeobachter auch nach Größenwahn. Aktuell ist der Abstand zu den großen Zwei schließlich beträchtlich (siehe Infobox).

P10 und P10Plus sind absolute Oberklasse-Geräte. Verbaut sind ein pfeilschneller Prozessor und ein großer Akku mit Schnelllade-Funktion. Das Huawei P10 Plus wird sogar weltweit das erste Smartphone mit 4.5G sein. Es verfügt über vier LTE-Antennen, üblicherweise bieten Smartphones nur zwei LTE-Antennen.

Huawei P10

  • Display

    P10: 5,1 Zoll großes Full-HD-Display (IPS) im
    P10 Plus: 5,5 Zoll großes WQHD-Display (IPS) im P10 Plus

  • Speicher

    P10: 4 GB RAM, 64 GB - erweiterbar

    P10 Plus: 6 GB RAM, 128 GB - erweiterbar

  • Prozessor

    Kirin 960

  • Betriebssystem

    Android 7

  • Kamera

    Duale Rückkamera lösen mit 20 MP (Monochrom) und 12 MP (Farbe) auf.
    Selfie-Kamera: 8 MP
    Beide Kameras stammen von Leica

  • Besonderheiten (Auswahl)

    3.200 mAh Akku
    Schnellade-Funktion
    Huawei P10 Plus soll das weltweit erste 4.5G Smartphone sein

Ein besonderes Augenmerk hat Huawei auf die Kamera gelegt - traditionell ein Kaufmagnet für viele Kunden. Sie stammt wieder vom deutschen Spezialisten Leica. Möglich macht es ein bereits beim Mate 9 erprobtes Konzept: Der Monochrom-Sensor der verbauten Dual-Kamera löst mit 20 Megapixeln auf. Der Farbsensor mit 12 Megapixeln. Video-Aufnahmen sind in 4K möglich.

Auch Softwareseite hat Huawei nachgelegt: Ein neuer Portrait-Modus verbesserter die Darstellung von Lichteffekten und Schatten bei Aufnahmen von Gesichtern. Der sogenannte Adaptive Selfie-Modus soll den Bildausschnitt automatisch an die Größe der Gruppe vor der Kamera anpassen. Der Preis ist eine Kampfansage: Das Huawei P10 wird in Deutschland für 599, das P10 Plus für 749 Euro verkauft.

Klar ist: Das P10 ist so gebaut und konzipiert, dass es Huaweis Aufstieg nicht ins Stocken bringen wird. Und das ist ein rasanter. In den 1980er Jahren von Chinas Regierung gegründet, um die marode  Telekommunikationsinfrastruktur auf Stand zu bringen, produziert der Konzern rund ein Drittel der weltweiten Netzwerktechnik. Schon vor einigen Jahren hängte der Konzern Ericsson als Netzwerk-Ausrüster Nr. 1 ab. Zuletzt machte das 170.000-Mitarbeiter-Unternehmen 75 Milliarden Dollar Umsatz.


Die Handy-Sparte fristete im Technologiekonzern jedoch lange ein Schattendasein - bis Richard Yu 2011 das Endkunden-Geschäft übernahm. Selbst im Vergleich zu anderen chinesischen Angreifer wie Oppo und BKK verlief die Eroberung seitdem rasant. Im Stammland China, der Basis des Erfolgs, ist Huawei schon Marktführer bei den Smartphone-Verkäufen. Das Unternehmen legt auch im eigentlich gesättigten Europa massiv zu. 2016 stieg der Marktanteil von sieben auf elf Prozent. Huawei schafft es, den Wettbewerbern in großem Stil Kunden abzujagen - eine Ausnahme in der Branche. Das ist beeindruckend für eine Marke, deren Namen vielen Kunden beim Aussprechen noch Probleme bereitet.

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