IE9 im Test: Microsofts neuer Browser ist schlichter und schneller

IE9 im Test: Microsofts neuer Browser ist schlichter und schneller

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Microsoft Internet Explorer 9

von Matthias Hohensee

Beim Internet-Browser zuckelte Microsoft bislang der Konkurrenz hinterher, Nummer 9 soll das ändern. Silicon Valley-Korrespondent Mathias Hohensee hat beim Test viele Verbesserungen entdeckt, doch es gibt auch ein großes Manko.

Wie preist man ein Produkt an, das jede Menge Konkurrenz hat? Man lässt den wichtigsten Wettbewerber schlecht aussehen. Deshalb sind bei der weltweiten Präsentation der Betaversion des neuesten Microsoft-Browser Internet Explorer 9 in San Francisco gleich zwei Leinwände hinter Microsoft-Manager Dean Hachamovitch aufgebaut.

Links zappeln zwanzig farbenfrohe und knackscharfe Fische fröhlich und flink im Browser-Fenster. Auf der rechten Leinwand schwurbeln sie verschwommen durchs virtuelle Aquarium. Links läuft die Testversion des Internet-Explorers 9, der für die flotte Präsentation auf den Grafikchip des Computer zugreift. Rechts müht sich Konkurrent Firefox ohne diesen Turbo ab. „Das ist doch ein Unterschied“, frohlockt Hachamovitch, Chef des Internet-Explorer Entwicklungsteams.

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In der Tat. Denn Microsofts derzeitiger Browser Internet Explorer 8 ist vor allem dafür bekannt, dass die Konkurrenz von Google Chrome, Firefox und Opera ihm um Längen voraus sind. Nicht nur beim raschen Aufbau von Internet-Seiten. Schon lange setzt die Konkurrenz die Standards bei den Innovationen, sei es beim Verwenden von Tabs für das einfachere Navigieren zwischen Browserfenstern oder aber einer Universalzeile, die sowohl als Webseiten-Adressfenster als auch als Suchbox fungiert.

Explorer in Deutschland von Firefox abgehängt

Seit Jahren hat Microsoft die Entwicklung seines Internet-Explorers nur halbherzig vorangetrieben. Das hat Spuren hinterlassen. Noch 2006 war auf acht von zehn Computern weltweit der Microsoft-Browser das Fenster zum Internet. Inzwischen ist die Zahl auf noch immer dominante sechzig Prozent gefallen und wäre im nächsten Jahr auf fünfzig Prozent abgerutscht. Im experimentierfreudigen Deutschland – zumindest was Computer angeht - ist das schon längst passiert. Dort dominiert der Herausforderer Firefox mit sechzig Prozent Markanteil, der Explorer hat nur noch etwa 27 Prozent.

Schlecht für Microsoft, da der Browser inzwischen mit Abstand das meistgenutzte Programm auf dem PC ist, ehemalige eigenständige Programme – wie für Email – ganz ins Internet abwandern und dank flotter Internet-Verbindungen und moderner Browserstandards für Normalnutzer immer weniger Unterschiede zwischen lokal installierten und übers Internet abgespielten Applikationen auszumachen sind.

Nun macht Microsoft endlich richtig Tempo. Wie wichtig das dem Konzern ist, zeigt sich schon daran, welch Aufwand für die Präsentation des Internet Explorers 9 getrieben wird. Aus aller Welt hat Microsoft die Journalisten an diesem 15. September nach San Francisco gekarrt, in mehreren Ländern finden zusätzliche Präsentationen statt. All das für ein im Grunde unfertiges Produkt. Gezeigt wird die finale Betaversion, also ein Testprodukt. Das „Endprodukt“ ohne diesen Vorsatz wird wahrscheinlich erst im Frühjahr 2011 angeboten.

Minimalismus a la Microsoft

Trotzdem – der neue Internet Explorer 9 kann sich endlich mit der Konkurrenz messen. Hochauflösende Bilder und Videos ruckeln endlich nicht mehr. Webseiten bauen sich generell schneller auf, was zu einem an der Hardware-Beschleunigung liegt, aber auch an neuen Maschine namens Chakra, die Javascript schneller ausführt. Der Hardware-Turbo funktioniert freilich nur auf Webseiten, die mit ihm zurechtkommen – in Deutschland derzeit unter anderem Angebote des IDG-Verlags (PC Welt, Gamestar), den VZ-Netzwerken, T-Online und RTL interactive.

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