IFA-Flat-TV: Das Ende der schwarzen Löcher

IFA-Flat-TV: Das Ende der schwarzen Löcher

Bild vergrößern

Toshiba mit Mut zur schlanken Linie. Die Fernseh-Hersteller üben sich auf der IFA in Minimalismus

von Thomas Kuhn

Jahrelang schien für Käufer und Hersteller von Flachfernsehern die Regel zu gelten: Je größer der Bildschirmrahmen, desto besser. Spätestens seit diesem Jahr ist das vorbei. Der neue Trend in allen Hallen ist die schlanke Linie am Display-Rand.

Sie hatten etwas von schwarzen Löchern an der Wohnzimmerwand, die Flachbildfernseher der vergangenen Jahre. Wer als Produzent oder Besitzer eines LCD- oder Plasmariesen Eindruck machen wollte, präsentierte Riesenmonitore mit bis zu handbreiten Display-Rahmen, die die opulenten Fernsehbilder - wie Passepartouts sorgsam gerahmte Bilder - mehr oder minder schmückend einfassen sollten.

Das sah, zumindest bei eingeschaltetem Programm, einigermaßen ansehnlich aus. Spätestens aber, wenn die Riesen-Glotze ausgeschaltet wurde, blieb an der Wand nur noch ein schwarzer Fleck von der Größe eines mittleren Beistelltisches zurück. Ein Eindruck, den die breiten Bildschirmrahmen noch verschärften.

Anzeige

Damit zumindest ist es in diesem Jahr vorbei. Quer durch alle Hallen und bei allen Herstellern ist nun die Liebe zur schlanken Linie ausgebrochen. OB LG oder Philips, Loewe oder Samsung, Panasonic oder Sony - die Branche übt sich in Minimalismus. Fast überall umschließen teils nur noch wenige Millimeter breite Metalleinfassungen oder allenfalls noch daumenbreite Kunststoffrahmen die Display-Scheiben.

Das verringert nicht nur den Platzbedarf der ohnehin tendenziell immer größeren Monitore. Heute braucht selbst mancher neue 40- bis 42-Zöller heute weniger Platz im Schrank oder auf dem Sideboard, als vor Jahresfrist noch viele 37-Zöller.

Schlanke Bauform in Perfektion

Es führt auch zu einem neuen Bildeindruck. Denn wer die Mega-Monitore einschaltet, der erlebt ein Fernsehbild, dass mangels breitem Rand fast schon vor der Wand zu schweben scheint. Zur Perfektion bringt das Philips mit seiner Ambilight-Technik, bei der im TV-Geräterahmen eingebaute Farb-LEDs die Farben des jeweils aktuellen Fernsehbildes auf die Wand hinter dem Fernseher abstrahlen. Damit setzt sich zumindest der Farbeindruck quasi übergangslos vom TV-Bild auf die Umgebung fort. Ein Effekt der insbesondere bei den neuen ultraschlanken Rahmen noch stärker zum Tragen kommt.

Aber auch ohne Ambilight profitieren die Hersteller davon, dass die benötigte Elektronik, um die Displays anzusteuern, inzwischen extrem geschrumpft ist. So passt  sie fast komplett hinter das Panel und muss nicht mehr - zumindest teilweise - auch neben der Frontscheibe liegen. Dazu kommt dass die ebenso platz- wie stromsparende LED-Beleuchtung mittlerweile selbst bei günstigeren TV-Geräten zu haben ist. Die winzigen Leuchten haben die älteren Leuchtröhren abgelöst und ermöglichen heute selbst dann noch schlanke Bauformen, wenn das Licht bei den preisgünstigeren sogenannten Edge-LED von der Seite ins Display strahlt.

Und schon jetzt ist abzusehen, dass sich der Trend zu schlanken Gehäuseformen noch weiter fortsetzen wird. Möglich machen das die brandneuen Fernseher mit sogenannten OLED-Displays. Mit denen haben in Berlin insbesondere LG und Samsung für Aufsehen gesorgt. Insbesondere, weil die bisher vorwiegend bei Smartphones eingesetzte Bildschirmtechnik durch eine enorme Brillanz und Farbstärke des Bildes glänzt.

Weitere Artikel

Doch es ist noch eine weitere  Eigenschaft der OLED-Monitore, die auf absehbare Zeit das Ende der Schwarzen Löcher an den Wohnzimmerwänden besiegeln wird: OLEDs benötigen keine zusätzliche Beleuchtung der Displays mehr. Statt dessen leuchtet jedes einzelne Pixel des Bildschirms selbst. Und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die TV-Neuheiten auf der IFA ganz ohne zusätzlichen Gehäuserahmen auskommen.
Und selbst dass ist wohl nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum ultimativ unauffälligen Fernseher: Der chinesische Elektronikkonzern Haier hat bereits einen TV-Prototypen gezeigt, dessen Display - ausgeschaltet - komplett durchsichtig ist.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%