Informationstechnologie: Streit um Gebraucht-Software ist voll entbrannt

Informationstechnologie: Streit um Gebraucht-Software ist voll entbrannt

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Betriebssysteme von Microsoft - zum Teil nur noch gebraucht erhältlich

Immer mehr Unternehmen nutzen Gebraucht-Software – zum Ärger der Softwarehersteller, die dagegen vor Gericht ziehen.

Für Autofahrer ist es ein lang geübtes Ritual und ein oft lohnendes obendrein: Wer einen Neuwagen kauft, gibt sein Altgefährt beim Händler zu möglichst guten Konditionen in Zahlung und drückt so den Preis der neuen Karosse. Alles ganz normal – entsprechend seltsam ist die Vorstellung, der Hersteller des Altfahrzeuges könnte den Weiterverkauf des Wagens verbieten.

Was beim Autokauf hochgradig absurd erschiene, ist in der Softwarewelt seit Jahren gang und gäbe. Regelmäßig finden sich beim PC-Kauf in den Lizenzbedingungen Hinweise, wonach die installierte Software nur in Verbindung mit dem zugehörigen Rechner genutzt werden dürfe.

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Nicht minder rigide versuchen Hersteller von Büro-Software, Datenbank-Programmen oder Computer-Betriebssystemen, vor allem Unternehmenskunden den Weiterverkauf ihrer Software zu erschweren. Denn dies geschieht wegen der großen Stückzahlen vielfach mit deutlichen Preisnachlässen. Allzu oft vergammeln ältere Software und die zugehörigen Lizenzen daher ungenutzt, sobald die Unternehmen auf modernere Programmversionen umsteigen.

"Das ist ein Fehler“, findet Peter Schneider, Chef des Gebrauchtsoftwarehändlers Usedsoft aus Zug in der Schweiz. Schließlich käme auch niemand auf die Idee, nach dem Kauf eines neuen Wagens den alten direkt zum Schrottplatz zu bringen. Spezialisten wie Schneider bieten daher Unternehmen wie KarstadtQuelle und Kommunen wie der Stadt München Software aus zweiter Hand – die bekommt er vor allem von Firmen, die ihre ungenutzten Lizenzen versilbern, weil sie auf aktuelle Versionen umsteigen, Arbeitsplätze abbauen oder zu viele Lizenzen besitzen.

Das Geschäft, es umfasst in Deutschland schon heute 30 Millionen Euro im Jahr, soll in den kommenden Jahren kräftig wachsen; Experten prognostizieren mittelfristig sogar eine Verzehnfachung. Kein Wunder, dass dies den großen Software-herstellern sauer aufstößt und sie rechtlich dagegen vorgehen. Ein Fall liegt bereits vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

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