Innovationen: Duftnote als Datei über den Atlantik geschickt

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Innovationen: Duftnote als Datei über den Atlantik geschickt

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Fotos können mit der App oSnap mit Gerüchen hinterlegt werden.

von Meike Lorenzen

Gerüche in Daten zu verwandeln und per Email zu senden, ist schon lange ein Wunsch der Wissenschaft. Nun machen erste Apps und Gadgets das Unterfangen möglich.

Gespannt hat ein Havard-Professor David Edwards in seinem Büro in New Yorks „American Museum of Natural History“ am Dienstag eine Email aus Paris erwartet. Sie enthielt im Anhang ein ganz besonderes Dokument – den Duft von Macarons und Champagner aus Paris. Was verrückt klingt, ist tatsächlich passiert.

Genutzt wurde dabei die Technologie von oNote, entwickelt von dem französischen Unternehmen Le Laboratoire. Funktionieren soll das ganz einfach. Einfach das gewünschte Motiv „abfotografieren“. Im Nachhinein lassen sich zu dem Foto dann verschiedene Aromen per Fingertipp zuordnen. Um es dem Nutzer einfach zu machen, erhält jeder Geruch eine andere Farbe, der dann einfach auf dem Fioto „getagged“ wird. So als wollte man eine Person bei Facebook markieren.

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Insgesamt gibt es acht unterschiedliche Aromen – vom gegrillten Brot (gelb) bis zum Geruch der Walnuss (hellbraun). Die Elemente lassen sich so vielfältig kombinieren, dass insgesamt bis zu 300.000 Gerüche entstehen können.

Der Geruch, der am Ende in New York angekommen ist, soll unverkennbar nach Schokolade, aber auch etwas moderig gerochen haben. Der Champagnerduft hingegen sei eher untergegangen, heißt es in einem Pressebericht.

„Vor allem wenn drei oder mehr unterschiedliche Gerüche zusammenkommen, kann es beim Verschicken noch Probleme geben“, sagt David Edwards. Er hat das Gerät entwickelt, mit dem sich die Geruchsdateien von oSnap wieder dekodieren lassen. Denn nur mit dem Smartphone funktioniert die Technik noch nicht. Dies muss derzeit noch mit einem weiteren Gadget gekoppelt werden, dass den Geruch dann auch wieder frei gibt. Die kleine weiße Säule ist mit einem Knopf versehen, der die kombinierten Aromen freigibt.

Nutzer, die oNotes bereits heute ausprobieren wollen, haben somit ein Problem. Die englischsprachige App lässt sich für iOS-Geräte zwar problemlos aus dem App-Store herunter laden. Zum Abspielen der Gerüche benötigt man allerdings die beschriebene Säule.

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Vor allem Museen sind an der neuen Technologie interessiert, bietet sie doch ganz neue Möglichkeiten, Ausstellungen erlebbarer zu machen. Entsprechend richtet das „American Museum of Natural History“ in New York am 12. Juli erstmals einen öffentlichen Hotspot zum Abspielen der Gerüche ein. Außerdem wird den Nutzern dann auch genau gezeigt, wie sich Aromen überhaupt sinnvoll zusammensetzen lassen. Dabei unterstützen Experten wie zum Beispiel ein Chocolatier. Auch in Paris und Cambridge werden ähnliche Veranstaltungen angeboten.

Bereits jetzt zeigt sich, dass die Nutzer im Umgang mit der App sehr kreativ sind. Sie hinterlegen nicht nur Lebensmittelfotos mit Gerüchen. Auch Strände und Gärten werden mit Aromen versehen.

Eines Tages sollen die duftenden Bilder sogar per Facebook und Twitter geteilt werden können, hoffen die Entwickler. Derzeit befindet sich die Technologie allerdings noch in der Entwicklung. Finanziell unterstützt wird sie unter anderem durch Privatpersonen über die Crowdfunding-Plattform Indigogo.

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