Internet: Googles fette Jahre sind vorbei

Internet: Googles fette Jahre sind vorbei

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Google ist einer Studie zufolge die wertvollste Marke der Welt

Der Internet-Riese Google muß sparen, Mitarbeiter entlassen und Projekte einstellen. Neben einem Umsatzrückgang droht Google auch rechtlicher Ärger. Doch im Streit um Werbeanzeigen kamen heute auch gute Nachrichten.

Lange galt Google als Traumarbeitgeber schlechthin: Alte Seilbahngondeln dienen als Besprechungskabinen und vom ersten Stock führt eine Rutsche in die Kantine, wo kostenlose Köstlichkeiten locken. So sieht es im Forschungszentrum von Google in Zürich aus - auch das Hauptquartier im kalifornischen Mountain View war dort lange eine der coolsten Adressen.

Doch jetzt gelangten Mails aus einer internen Diskussionsgruppe an die Öffentlichkeit, in der sich ehemalige Mitglieder über ihre Kündigungsgründe äußerten: Von schlechter Bezahlung bis zu einer miesen Arbeitsatmosphäre reichten die Beschwerden. Durch das einstige Paradies der Computer-Nerds weht ein anderer Wind, denn auch der Suchmaschinengigant muss sparen. Wenn Google heute seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegt, rechnen Analysten mit einem Rückgang des Umsatzes von 4,8 auf 4,1 Milliarden Dollar.

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Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat das Unternehmen jüngst Entlassungen angekündigt. 100 Stellen sollen in der Abteilung für Personalsuche gestrichen werden. Weitere Sparmaßnahmen umfassen die Schließung von drei Forschungsstandorten in den USA, Norwegen und Schweden.

Sogar eine Besonderheit wird eingeschränkt, die bislang neue Produkte wie Google Earth hervorbrachte: Früher konnten die Angestellten 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte nutzen und bekamen dazu teilweise zusätzliche Mitarbeiter.  

Videoportal Youtube läuft nicht wie erhofft

Nun will sich der Konzern wieder stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. So wurden verschiedene Projekte gestoppt: Die erst im Juli gestartete 3D-Welt „Lively“ wurde mangels Erfolg schon wieder beerdigt. Auch der Versuch, Printanzeigen für Zeitungen in den USA zu verkaufen, ist gescheitert. Das Programm wird Ende Februar beendet.

Zuletzt waren 800 US-Zeitungen daran beteiligt, nachdem zum Start vor zwei Jahren zunächst nur 50 mitgemacht hatten. Doch das Programm habe sich aber nicht wie erhofft entwickelt, weshalb es nun eingestellt werde, erklärte Google-Direktor Spencer Spinnell in einem Blog.Auch Youtube, das populäre Videoportal, dass Google 2006 für 1,6 Miliarden Dollar gekauft hatte, läuft nicht wie erhofft. Trotz gigantischer Nutzerzahlen erzielte die Videoplattform im vergangenen Jahr nach Schätzungen nur einen Umsatz von 200 Millionen Dollar. "Wir haben die perfekte Lösung, damit Geld zu machen, noch nicht gefunden“, musste Google-Chef Eric Schmidt einräumen.

Das Unternehmen versucht nun verstärkt Werbung einzubinden. Zudem soll Youtube mehr professionelle Inhalte anzubieten, die als Anzeigenumfeld beliebter sind als Amateur-Clips.

Entscheidung bei AdWords-Klage zugunsten Googles

Wenigstens bei seiner wichtigsten Einnahmequelle, den Anzeigen auf der Suchmaschine, gibt es positive Nachrichten für Google. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied heute, dass es auch zulässig ist, Nutzer mit dem Namen eines Konkurrenzunternehmens zu locken. Mit diesem Urteil wies der Bundesgerichtshof (BGH)  zwei Firmenklagen ab.

Ein Anbieter hatte bei seiner Google-Werbung als Schlüsselwort den Namen eines Konkurrenzunternehmens angegeben. Wegen der Verwendung der sogenannten Adwords erschien immer dann, wenn ein Internetnutzer bei Google den Namen des Konkurrenten eingab, neben der Trefferliste ein Anzeigenblock mit den Produkten des Anbieters.

Die hiergegen gerichtete Klage der Gesellschaft blieb ohne Erfolg. Zur Begründung hieß es, der Internetnutzer nehme nicht an, dass der Anzeigenblock neben der Trefferliste von dem Konkurrenten stamme. Eine Verwechslungsgefahr bestehe nicht.

Ein drittes Verfahren wurde jedoch an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg verwiesen. Da in diesem Fall statt einer Firmenbezeichnung ein Markenname als Adword verwendet wurde, ist der EuGH zuständig.

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