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Internet: Schleichwerbung in Blogs soll öffentlich angeprangert werden

von Thomas Stölzel

Nach den USA soll auch in Deutschland stärker gegen ungekennzeichnete Werbung in Weblogs vorgegangen werden. Die deutsche PR-Branche will von 2010 an Schleichwerbung in den Blogs öffentlich anprangern.

Blogger sollen Werbung klar Quelle: AP
Blogger sollen Werbung klar kennzeichnen. Quelle: AP

Nicht selten erhalten Autoren von Internet-Tagebüchern kostenlos Produkte, die sie dann in ihren Blogs bejubeln. Oder Firmen schicken Bloggern neue Artikel zum Testen und mit dem dezenten Hinweis, dass sie die Ware behalten dürfen – in der Hoffnung auf ein wohlmeinendes Urteil.

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Die US-Handelsbehörde FTC will diese Schleichwerbung nun stoppen. Vor wenigen Tagen kündigte sie an, sie werde die Blogger zur Offenlegung dieser Details zwingen.

Auch in Deutschland wächst der Widerstand gegen die Jubel-Blogger. „Das gibt es auch in Deutschland, dass Blogger käuflich sind“, sagt Falk Lüke, Referent für die digitale Welt beim Bundesverband der Verbraucherzentrale. So plant die Public-Relations-Branche, von 2010 an schwarze Schafe öffentlich anzuprangern.

„Wer von der Industrie gepampert wird, soll das zugeben“

Derzeit arbeitet Alexander Güttler, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen und zugleich Mitglied der Beschwerdekammer Online im Deutschen Rat für PR, an einer sogenannten Netiquette. Dieser Verhaltenskodex für PR-Agenturen, Blogger, soziale Netzwerke und Unternehmen solle Ende 2009 stehen, kündigt Güttler an.

Viele Blogs seien nicht mehr so unschuldig, wie sie daherkämen. „Wer von der Industrie gepampert wird, soll das zugeben“, sagt Güttler.

Die US-Initiative sei auch hierzulande sinnvoll, werden einige Blogs doch von Zehntausenden Internet-Nutzern gelesen. „Deshalb brauchen wir eine Standesorganisation, die den Finger in die Wunde legt und negative Fälle mithilfe der Medien öffentlich macht“, sagt Güttler – ähnlich, wie es der Presserat bei journalistischen Verfehlungen tue.

Zwar prüfen die Verbände auch, ob wie in Amerika staatliche Stellen eingreifen müssten. Doch seien die Fälle juristisch schwer belegbar, deshalb setzt Güttler auf die Initiative der Branche.

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10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.10.2009, 23:37 UhrAnonymer Benutzer: Ingo Lünz

    das wird wohl endlich das Ende von Trigami und co sein, die blogger für Schleichwerbung bezahlen.

  • 16.10.2009, 00:11 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Pagenkämper

    Wie hier schon erwähnt, bevor man sich der blogger annimmt, fange man damit doch bitte bei den klassischen Medien an.
    Tatsächlich nimmt doch nur ein winziger Teil der bevölkerung die blogosphäre war und wird überwiegend durch Print und Fernsehen beeinflusst.
    Das fängt mit vorgefertigtem Content an, geht über Events in warmen Gefilden bis hin zu echtem Druck, wenn der Werbeetat verteilt wird.

  • 12.10.2009, 21:19 UhrAnonymer Benutzer: Hägaqr Schmidt

    Hallo Herr Stölzel,

    Danke! ich hoffe sehr, dass es stimmt, und dass das so bleibt (oder noch besser wird). Als ich noch Vorstandsvorsitzender war, hatte ich häufig Angebote von PR-Agenturen, gegen Obulus in Focus (auch keine Zeitung!) oder anderen Zeitungen oder Zeitschriften auf der Frontpage zu erscheinen. 5000 EUR war Standard. Dabei wäre ich da nicht alleine gewesen, sondern zusammen mit ein paar anderen, und die interviews bzw. Artikel hätten Überschriften gehabt wie "Technologische Mittelstandselite - Hoffnung für deutsche Wirtschaft" oder ähnlich. Daher kommt meine Skepsis.

    Noch schöner wäre es übrigens, wenn die Trennung von Fakten und Meinungen bei der WiWo schärfer wäre. Was mich als passiven Konsumenten der WiWo manchmal richtig irritiert, sind Artikel mit tendenziösen Überschriften, wie "immobilien lohnen sich immer" oder "Gold, die beste Währung der Welt" (Titel frei erfunden, aber Sie wissen bestimmt, was ich meine). Eine informationsquelle, der man wirklich vertrauen kann (und gerne möchte), liest sich anders. Zum Glück sind solche Artikel bei der WiWo keine Regel, daher bleibe ich ein treuer WiWo-Leser.

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