Internet: Tumblr-Kauf ist eine Kampfansage an Facebook

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Internet: Tumblr-Kauf ist eine Kampfansage an Facebook

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Neues Traumpaar - Tumblr-Gründer Karp und Yahoo-Chefin Mayer

von Matthias Hohensee und Sebastian Matthes

Die Tumblr-Übernahme öffnet Yahoo den Weg in die Zukunft des sozialen Webs. Schlechte Nachrichten für das größte Soziale Netzwerk der Welt Facebook.

Yahoos missglückter Versuch, Facebook zu kaufen, gilt als eine der größten Niederlagen der jüngeren Silicon-Valley-Geschichte. Eine Milliarde Dollar hatte der damalige Yahoo-Chef Terry Semel 2006 für das noch junge Startup Facebook geboten. Doch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wollte nicht verkaufen. Sicher auch, weil Semel sein Angebot schließlich auf 850 Millionen Dollar senkte. Semel fürchtete Ärger mit seinen Aktionären. Heute ist Facebook der gefährlichste Wettbewerber von Yahoo – und hat dem Ex-Bräutigam die Marktführung bei Banner-Anzeigen abgenommen.

Die aktuelle Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat aus dieser Episode gelernt. Sie lässt daher gleich 1,1 Milliarden Dollar für Tumblr springen, eine Blog-Plattform mit rund 108 Millionen Online-Tagebüchern. Etwa 100 Dollar ist Yahoo jede einzelne der digitalen Kommentar- und Bildersammlungen wert. Viel Geld für ein 2007 gegründetes Startup, das bislang kaum Geld verdient.

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Für Mayer ist der Kauf von Tumblr trotzdem ein Erfolg. Denn die Übernahme öffnet ihrem Konzern einen Weg in die Zukunft des sozialen Internets.

Schon länger beobachten Experten, dass diejenigen Web-Angebote besonders viel Zulauf haben, auf denen Nutzer spielend leicht Inhalte jeglicher Art veröffentlichen können – und die ihnen zudem die Kontrolle über Inhalte sowie das Erscheinungsbild ihres Profils lassen. Tumblr ermöglicht das, Facebook weniger.

Inhalte verknüpfen

Denn während das soziale Netzwerk Menschen verbindet, verknüpfen Plattformen wie Tumblr vor allem Inhalte. Bei Facebook beschränken sich die Möglichkeiten auf einen Chat, Statusupdates sowie Foto- und Videoupload. Das ist vielen Nutzern zu wenig. Kein Wunder, dass Studien darauf hindeuten, dass die Facebook-Aktivität vieler jüngerer Nutzer nachlässt.

Einige Experten sehen Tumblr schon als den jugendlichen Nachfolger von Facebook. Wie auch immer: Der Blog-Dienst hat das Potenzial, endlich die erhofften Wachstumsimpulse zu liefern, wegen denen die Ex-Google-Managerin Mayer 2012 angeheuert wurde. Denn Yahoo kann mit Tumblr nicht nur seinen Anzeigenverkauf besser auslasten. Es wird wegen der jüngeren Klientel auch insgesamt interessanter für Werbekunden.

Daneben hat die Übernahme auch eine technische Dimension: Tumblr hat den Übergang vom klassischen Web zum mobilen Internet besser hinbekommen. Insofern kauft sich Yahoo mit Tumblr auch mobiles Know-how.

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