Internet: Web-Gründer entdecken Brasilien

Internet: Web-Gründer entdecken Brasilien

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Vom Hinterhof ins Hochhaus - Die Dafiti-Gründer Huffmannm, Lecuyer (hinten), Horeyseck, Povel bauen Web-Modehaus auf Kopie der Kopie Oliver, Marc und Andreas Samwer (von links) haben ihr Klon-Prinzip von Europa nach Brasilien expandiert.

von Alexander Busch

Internet-Firmengründer aus der ganzen Welt sind im größten Land Südamerikas auf Entdeckungsreise. Mittendrin: die Samwer-Brüder aus Berlin.

Noch vor wenigen Monaten quetschten sie sich mit ihren Mitarbeitern in winzige Ein-Zimmer-Büros in den Hinterhöfen der Millionenmetropole. Wer dagegen heute in São Paulo die erfolgreichsten Startups Brasiliens besucht, muss sich auf lange Fahrstuhlfahrten in den besten Businesslagen einstellen: Unternehmen wie der Rabattanbieter Groupon oder der Online-Klamottenhändler Dafiti belegen hier mit ihren Firmenzentralen gleich mehrere der obersten Stockwerke von Hochhäusern – jeder von ihnen mit 800 Mitarbeitern, die meisten Mitte 20 und mit ihrer Standard-Kluft aus T-Shirt, Sneakers und Chinos nicht minder lässig gekleidet als ihre Pendants im Silicon Valley oder Berlin-Mitte.

Brasiliens Internet-Boom

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Bei Groupon herrscht gerade kreatives Chaos: In einer improvisierten Cafeteria führen Personaler Einstellungsgespräche, direkt daneben verhandeln Einkäufer mit Zulieferern, weiter hinten pauken Mitarbeiter die neue Software. Und mittendrin empfängt der Vorstandschef seinen Gast. Florian Otto, ein 31 Jahre junger Deutscher und zweifach promovierter Mediziner, der zuvor bei McKinsey in Brasilien gearbeitet hat, strahlt: „Wachstum ist wie eine Droge.“ Innerhalb weniger Wochen hat er Groupon trotz des geringeren Pro-Kopf-Einkommens der Brasilianer zum wichtigsten Standort des Rabattanbieters weltweit gemacht. Otto, inzwischen selbst Startup-Finanzier und beteiligt an einem halben Dutzend Unternehmen, schwärmt: „Brasiliens Internet-Boom steht noch ganz am Anfang.“

Mit seiner Euphorie steht Otto an der Spitze eines neuen Trends. Vor allem Geldgeber aus Europa und dem Silicon Valley wie etwa der Ex-Facebook-Finanzier Accel Partners schwören auf das lateinamerikanische Schwellenland. Mit von der Partie sind auch die deutschen Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer, die seit mehr als zehn Jahren in Europa vor allem Klon-Versionen erfolgreicher US-Online-Unternehmen hochziehen. Das Geschäftsprinzip kopieren sie jetzt in Brasilien.

E-Commerce setzt sich durch

Dabei schielen die drei Deutschen vor allem auf den Internet-Handel, der in Brasilien derzeit bereits ein Umsatzvolumen von 20 Milliarden Dollar ausmacht und jährlich um rund 40 Prozent wächst, wie der Internet-Dienst eMarketer feststellt. Schnelle Internet-Verbindungen sowie sichere Zahlsysteme machten das 190-Millionen-Volk in kürzester Zeit zu begeisterten Internet-Shoppern. „Vor zwei Jahren hat hier kaum jemand über E-Commerce geredet“, sagt der Deutsch-Brasilianer Philipp Povel. „Derzeit verändert es das Einkaufsverhalten der Brasilianer radikal.“

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