Internet: Wettbewerb der Browser im Netz

Internet: Wettbewerb der Browser im Netz

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Symbole der Internetbrowser Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Internet Explorer

von Thomas Kuhn

Mit einigen Wochen Verspätung löst Microsoft seine Zusage ein, Windows-Nutzern aktiv die Installation alternativer Browser wie Firefox, Opera, Chrome oder Safari anzubieten. Das Online-Update mit dem Auswahlmenü bekommen sie in diesen Tagen automatisch auf die PC gespielt. Nicht immer läuft das glatt.

Einige Windows-Nutzer haben am vergangenen Wochenende bereits verwundert auf den PC-Bildschirm geblickt und dort ein neues Programmsymbol entdeckt. Die Masse deutschen Onliner wird in den nächsten Tagen folgen. „Browserwahl“ steht dort – und die Bedeutung zeigt sich beim nächsten Rechnerstart. In einem Infofenster bietet der Softwaregigant Microsoft den Nutzern seiner Windows-Betriebssysteme „XP“, „Vista“ und „7“ an, neben der hauseigenen Online-Software „Internet Explorer“ auch die Web-Browser der wichtigsten Konkurrenten auf dem PC zu installieren: Allen voran Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari oder Opera 10. Daneben aber stehen auch eher randständige Software-Angebote zum Download bereit wie Maxthon, K-Meleon, Flock, Avant, Sleipnir, FlshPeak oder Greenbrowser, von denen die Masse der deutschen Online noch kaum etwas gehört haben dürfte.

Wer angesichts dieser Vielfalt glaubt, der Riese aus Redmond sei unter die Online-Wohltäter gegangen, irrt. Tatsächlich ist das Angebot nur dem anhaltenden Druck der EU-Kommission geschuldet, die Microsoft im vergangenen Jahr nach Beschwerden mehrerer Konkurrenten erneut wegen potentiell monopolistischen Verhaltens bei der Bündelung von Windows und Internet Explorer ins Visier genommen hatte. Erst im Februar 2009 hatte die EU knapp 900 Millionen Euro Bußgeld wegen der Behinderung von Konkurrenten verhängt. Die Strafzahlungen an die EU summieren sich inzwischen auf fast 1,7 Milliarden Euro.

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Um weiteren millionenschweren Zahlungen zu entgehen hatte Microsoft im vergangenen Sommer zunächst sogar angekündigt, das neue Windows 7 sogar in einer EU-Spezialvariante – ganz ohne integrierten Browser – auf den Markt zu bringen. Dann aber erschien Windows 7 zum Marktstart doch zunächst in einer weltweit einheitlichen Version und ausschließlich mit dem Internet Explorer 8. Allerdings mit der Zusage, die entsprechende Option zur Browser-Auswahl per späterem Update nachzurüsten.

Browser-Auswahl wird automatisch installiert

Jetzt also ist es soweit – und zwar noch etwas schneller als ursprünglich geplant. In der vergangenen Woche noch hatte Microsoft Deutschland erklärt, die Browser-Galerie (www.browserchoice.eu) werde Nutzern hierzulande erst ab Mitte März zur Verfügung stehen. Offenbar aber hat der Windows-Konzern nun doch schon damit begonnen, die entsprechende Software-Komponente im Zuge des Updates "KB976002" ohne Zutun der Nutzer auf Windows-Computer in Deutschland zu überspielen, sofern die PC-Besitzer die Option automatischer Online-Updates aktiviert haben. Das jedenfalls berichteten Nutzer unterschiedlicher Windows-Plattformen am vergangenen Wochenende. Nicht immer scheint das reibungslos zu laufen. Vereinzelt soll sich der Internet Explorer nach der Modifikation mehrfach aufgehängt haben. Nach einigen Fehlstarts sei der Fehler allerdings wieder verschwunden, heißt es. Bis Mitte Mai soll der Auswahlbildschirm auf mehr als 100 Millionen Computern in Europa erscheinen, teilte auch die EU-Kommission in der vergangenen Woche mit.

Für Microsoft, das erst im vergangenen Jahr mit der jüngsten Internet-Explorer-Version 8 einen leidlich konkurrenzfähigen Browser auf den Markt gebracht und bei Funktionalität und Geschwindigkeit mit den Wettbewerbern gleich gezogen hatte, kommt die aktuelle Browser-Offerte alles andere als gelegen. Immerhin stößt sie die in aller Regel eher wechselfaulen PC-Nutzer offensiv auf die mehrheitlich attraktiven Alternativ-Programme.

Allen voran ist das der von der Open-Souce-Plattform Mozilla entwickelte Firefox-Browser, der sich durch einige Tausend Erweiterungen flexibel an die Nutzerbedürfnisse anpassen lässt. Laut der W3B-Studie des Beratungsunternehmens Fittkau & Maaß vom Ende vergangenen Jahres hat er mit gut 45 Prozent Marktanteil erstmals den verschiedenen Versionen des Internet Explorers die Marktführerschaft abgenommen.

Doch auch die beim Marktanteil deutlich abgeschlagenen Alternativen bieten jede Menge Mehrwert. So glänzt etwa der norwegische Opera-Browser unter anderem durch die Möglichkeit, Linklisten und Favoriten über verschiedene Rechnerplattformen zu synchronisieren. Apples Safari-Browser wird für seinen schnellen Seitenaufbau gerühmte und Googles schlanker Browser Chrome arbeitet nicht wegen der geringen Programmgröße auch auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher sehr schnell.

All diese Konkurrenzprogramme sind nun – Dank Microsofts augenfälliger Auswahl-Option – für Millionen von Windows-Nutzern nur noch einen Mausklick entfernt. Das wird sich auch in der nächsten W3B-Studie niederschlagen.

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