Internetfernsehen: Apple enttäuscht seine Fans mit Web-TV

kolumneInternetfernsehen: Apple enttäuscht seine Fans mit Web-TV

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Die silberne Apple-TV-Box schlägt eine drahtlose Brücke vom heimischen PC zum Fernseher

Kolumne von Matthias Hohensee

Internet und TV verschmelzen immer mehr, auch Unternehmen wie Google oder Amazon wollen davon profitieren. Apple präsentierte nun eine vermeintlich verbesserte Version seines Web-TV, doch brauchbar ist Apple-TV immer noch nicht, findet Silicon-Valley-Korrespondent Matthias Hohensee.

Es gibt Produkte, die kann noch nicht einmal Marketinggenie wie Steve Jobs zum Bestseller machen. Eines davon ist das im September 2006 vorgestellte Apple TV. Die seit Frühjahr 2007 erhältliche silberne Box schlägt eine drahtlose Brücke vom heimischen PC zum Fernseher. Die Box versorgt die TV-Geräte mit gekauften oder geliehenen Filmen und Serien aus Apples iTunes Store, aber auch mit Clips von der Videoplattform Youtube, sowie Musik und Fotos von der eigenen Festplatte.

Doch Apple TV wurde ein Flop. Die Verkäufe blieben weit hinter den Erwartungen zurück und das ist kein Wunder: Die Film-und Fernsehauswahl ist auf das magere Angebot des iTunes Store beschränkt. Und trotz eingebauter Festplatte können Nutzer mit dem Gerät keine Filme- und Fernsehsendungen aus dem laufenden Programm aufzeichnen. Wer sich für digitale Videorecorder interessiere, beschied der Apple-Chef, hätte schon einen.

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"Hobby" Apple TV

Viele Apple-Fans kaufen sich deshalb lieber einen Mac Mini, koppeln ihn mit Soft-und Hardware des deutschen Unternehmens Elgato und schließen ihn zweckentfremdend an den Fernseher an.

Jobs nennt das verschmähte Apple TV ein „Hobby“. Dass er es weiter pflegt, liegt auch daran, dass Experten glauben, Internet und TV würden nun tatsächlich zuammenwachsen. Konkurrenten wie Samsung, Sony, Google und Amazon hoffen auf ähnliche Wachstumsraten wie im boomenden Smartphone-Geschäft.

Doch auch die Neuauflage von Apple TV, ab September für 119 Euro in Deutschland erhältlich, enttäuscht: Die schlanke Box ist zwar nur ein Viertel so groß wie ihr Vorgänger und kostet nur noch die Hälfte. Aber sie hat auch bei Funktionen abgespeckt: Aufzeichnen ist immer noch tabu. Und die neue Version hat nicht einmal mehr eine eigene Festplatte. Filme und Fernsehsendungen müssen direkt aus dem Internet abgespielt werden.

30 Tage abrufbar

Während der Präsentation des Produktes am vergangenen Mittwoch in San Francisco ging völlig unter, dass die so gekauften Sendungen nach 30 Tagen nicht mehr abrufbar sind. Ein Ausweg ist, sie über den Computer zu erwerben und von dort zur Apfel-Box zu funken.

Ohne dieses umständliche Verfahren müssen Nutzer, die eine bereits bezahlte Sendung Wochen später noch einmal ansehen wollen, erneut zahlen. Dieser Traum der Hollywood-Studio-Bosse dürfte Apple noch einigen Hass einbringen.

Doch streng genommen ist ja auch Jobs ein Studio-Boss: Seit der Übernahme seines Trickfilmstudios Pixar ist er größter Einzelaktionär der ABC-Mutter Disney.

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