iPad: Apples neue Gewinnstrategien

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Apple-Chef Steve Jobs und das neue Apple iPad

Videospiele sind bislang die beliebtesten Anwendungen auf dem iPad. Damit setzt Apple Nintendo und Sony weiter unter Druck. Zudem sollen künftig neue Werbemöglichkeiten Geld in die Kassen spülen.

Viele Verlage hoffen, dass das iPad auch einen Ausweg aus der Krise der Medien weist. Doch bis auf einige Ausnahmen lassen wirklich neue Angebote noch auf sich warten. Die Nutzer von Apples Zwitter aus Notebook und E-Book-Reader haben schon kurz nach dem Launch deutlich gezeigt, wofür sie das Gerät nutzen. Denn eine Auswertung des US-amerikanische iTunes-Store durch den Marktforschers Distimo zeigt, dass mehr als ein Drittel der knapp 2.400 neuen iPad-Apps Videospiele sind. Abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegen Angebote aus dem Bereich Unterhaltung mit 260 Apps, dahinter folgen Lehrprogramme mit 205 Apps. Mehr als jedes achte iPad-Programm ist kostenpflichtig, durchschnittlich kosten sie 3,61 US-Dollar.Gonzague de Vallios, Manager bei Gameloft, dem weltgrößten Entwickler und Herausgeber von Videospielen für Mobilgeräte, ist der Meinung das Apple mit dem iPad eine Revolution anzettelt: „Das iPad stellt die vierte Stufe der Evolution von Videospielen dar. Erst kamen die Mikrocomputer, dann die Spielekonsolen und im dritten Schritt die Smartphones. Jede Plattform hat den Spielemarkt auf ihre Weise revolutioniert.“

Apple hat es mit dem iPhone geschafft Videospielen eine neue Einfachheit zu verleihen. Die Steuerung per Fingerdruck auf dem Bildschirm und Bewegungssensoren, die merken, wenn das Gerät kippt, verleiht den Spieleentwicklern neue kreative Möglichkeiten. Das iPad besitzt zudem einen größeren Bildschirm, der bessere Grafiken erlaubt und mehrere Personen mitspielen lässt – vielleicht als Brettspiel der Zukunft.Schon auf dem iPhone gehören Spielprogramme zu den beliebtesten und umsatzstärksten Apps. 2008 entfielen nach Zahlen des Marktforschers Flurry Analytics fünf Prozent Marktanteil vom US-Gesamtumsatz mobiler Videospiele auf das iPhone. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil sogar auf 19 Prozent, was 48,5 Millionen US-Dollar entspricht, und Apple zu einem ernsten Rivalen für die tragbaren Konsolen Nintendo DS oder Sonys Playstation Portable macht. 

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Neue Werbemöglichkeiten auf dem iPad

Vergangene Woche zeigte Apple bei der Präsentation des neuen Betriebssystems OS 4, in welchen Bereichen der Konzern außerdem frischen Umsatz generieren will. Die Software soll dem Nutzer endlich ermöglichen, mehrere Programme gleichzeitig auf dem iPhone 3GS, iPod Touch und ab Herbst auch auf dem iPad zu öffnen. Diese Multifunktionalität ermöglicht den Software-Entwicklern auch künftig animierte Werbung in Apps einzubinden. Das System heißt „iAd“ und soll Google bei modernen Werbeformen Paroli bieten.Im Gegensatz zu Google-Werbung, sollen iAds unterhaltsam für den Nutzer sein, etwa mit Minispiele oder Videosequenzen locken. Dabei läuft die aktive Anwendung im Hintergrund weiter. Apple will zwischen Werbetreibenden und Software-Entwicklern vermitteln. Auf der Präsentation im kalifornischen Firmensitz rechnete Apple-Chef Steve Jobs vor, dass künftig täglich eine Milliarde mögliche Werbeplätze in Applikationen durch iAd geschaffen werden könnten. Immerhin vierzig Prozent des Umsatzes wird bei Apple bleiben. Doch Jobs beteuerte: „iAd ist für uns kein Plan zum schnellen Geldverdienen. Mit dem System helfen wir den Entwicklern Profit zu machen, um die Preise der Apps günstig zu halten.“

Zumindest für den Spielemarkt wäre es sehr zu begrüßen, wenn diese Taktik aufginge, meint Michael Schade, Geschäftsführer von Fishlabs, einem der größten Anbieter von 3D-Spielen für mobile Geräte: „Wer ein aufwändiges Spiel zu den entsprechenden Kosten produziert, und es kostenlos anbietet, schafft um die 20 Millionen neue Werbeplätze. Doch keiner konnte bisher garantieren, dass er die auch alle verkaufen kann. Apple hat jedoch mit den iAds die richtige Werbeform geschaffen und ist als Vermarkter stark genug, um mobiles Marketing grundlegend zu ändern. Wenn Marketingentscheider mutig genug sind, auf diese neue Werbeform zu setzen, wird die Rechnung am Ende für alle Beteiligten aufgehen.

Die Kelsey Group schätzt, dass der Umsatz mobiler US-Werbung im Jahr 2010 auf 720 Millionen Dollar steigen wird, im Vergleich zu 330 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr. Und Apple erhofft sich ein großes Stück vom Kuchen.50 Millionen iPhones, 35 Millionen iPod Touch und 450.000 iPads hat Apple nach eigenen Angaben bisher verkauft. Das iPhone OS 4 soll im Frühsommer in den USA erscheinen. Ende April will der Konzern das iPad auf den deutschen Markt bringen.

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