IT-Sicherheit: Die Gefahr sitzt vor dem Rechner

IT-Sicherheit: Die Gefahr sitzt vor dem Rechner

von Meike Lorenzen

Wenn es um Computer geht, sind die Deutschen manchmal regelrechte Trottel. Technisches Halbwissen und Naivität von Unternehmen können zur echten Gefahr werden.

Jeder kennt das Gefühl, am PC zu verzweifeln – wenn der Rechner nicht macht, was er soll. Die Tastatur klemmt, die Maus bewegt sich nicht mehr oder ganze Datensätze sind plötzlich nicht mehr aufzufinden. Der Affengriff (Zur Erinnerung: Tasten "Steuerung", "Alt", "Entfernen" gleichzeitig drücken!) hilft auch nicht mehr. Es folgt ein panischer Anruf in der IT-Abteilung, die in der Regel penetrant gelassen zurückfragt: „Schon mal den Rechner neu gestartet?“

Der Blick in deutsche Büros zeigt: Wir sind ahnungslos. Projektmanager, Sekretäre, Auszubildende und Chefs sitzen vor Maschinen, von denen sie nicht den leisesten Schimmer haben. Hinzukommt: Das technische Halbwissen der Mitarbeiter kann für Unternehmen eine kostspielige Angelegenheit werden.

Anzeige

Wie einfach und schnell Daten preisgegeben werden können, zeigt dieses Beispiel: 2005 wurde ein Word-Dokument den Vereinten Nationen zum Verhängnis. Ein Ermittlungsbericht zum Mordfall des libanesischen Ex-Präsidenten Rafik al-Hariri machte damals die Runde. Namen darin waren gelöscht worden, so dass nur noch von „hochrangigen syrischen und libanesischen Funktionären“ die Rede war. Die Verantwortlichen sollten eigentlich nicht genannt werden. Doch das Dokument wurde als Doc-Datei weitergeleitet. Darin lassen sich ganz einfach ältere Versionen des Textes über die Überarbeitungshistorie wiederherstellen. Zwar lassen sich diese Versionen löschen, doch das war in diesem Fall versäumt worden. Seitdem geht die UN davon aus, dass dem Attentat eine breite Verschwörung syrischer und pro-syrisch eingestellter libanesischer Kräfte zugrunde liegt. Die Ermittlungen dauern aber noch an. In diesem Fall könnte der Fehler anderer dabei helfen, ein Verbrechen aufzudecken, das man eigentlich verschleiern wollte.

In einem Unternehmen hätte so ein Fauxpas Konsequenzen. Abrechnungen könnten offengelegt werden, oder vielleicht unflätige Kommentare zu einer früheren Version des Textes oder Unternehmensdetails, die nie an den Kunden hätten gelangen sollen.

Kryptografie E-Mails verschlüsseln lernen - ein Selbstversuch

Wer seine Daten schützen will, muss sie verschlüsseln. Bei einer ganz besonderen Party lernt unsere Mitarbeiterin, wie das geht.

Mit nur ein wenig Aufwand kann man seine Mails vor unliebsamen Mitlesern schützen. Der Chaos Computer Club zeigt wie Quelle: Fotolia

Aufpoppende Fehlermeldungen, die nur halbherzig weggeklickt werden, können Hackern den Zugriff auf den eigenen Rechner erlauben. Oder ein komplettes Militärschiff lahmlegen. Am 21. September 1997 fuhr der  amerikanische Navy-Schlachtkreuzers USS Yorktown ein Probemanöver am Kap Charles vor Norfolk an der Ostküste der USA. Bei dem Einsatz zeigte das Kontrollprogramm ein Treibstoffventil als geöffnet an, obwohl dieses eindeutig geschlossen war. Voreilig gab daraufhin ein Offizier einen Nullwert in die Datenbank ein. Doch statt das Problem damit, wie gewohnt, zu umgehen, kam es zum Systemausfall.

Auch wenn diese Beispiele schon etwas älter sind: Auch im Jahr 2013 kennt noch längst nicht jeder die Tücken der Programme, mit denen er täglich arbeitet – egal ob Excel, Word, Powerpoint oder ganz andere Programme. Hinterfragen Sie sich selbst: Wissen Sie welche Daten alle in einer Fotodatei hinterlegt sind? Oder wie sich die "Zurückfunktion" in einem Worddokument ausschalten lässt? Oder wie sie komplexe Berechnungen in Excel durchführen? Wir wissen genau so viel, wie wir können müssen. Mehr nicht. „Hacker und Kriminelle machen sich gerade die Unwissenheit von Mitarbeitern zunutze, um an Unternehmensdaten heranzukommen“, sagt auch Marc Fliehe, Sicherheits-Experte beim IT-Verband Bitkom.  Doch eben auch diese blöden Fehler, Unachtsamkeiten - der so genannte „Human Factor“ – so nennt die Wissenschaft diese Form von Tollpatschigkeit, Unwissenheit und menschliches Versagen – sind nicht zu unterschätzen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%