IT-Technik: Offline im Weißen Haus

16. März 2012
Der US-Haushalt gibt jährlich über 80 Milliarden US-Dollar für IT-Technik aus - Das Weiße Haus scheint davon jedoch nicht viel abzubekommen. Quelle: dpaBild vergrößern
Der US-Haushalt gibt jährlich über 80 Milliarden US-Dollar für IT-Technik aus - Das Weiße Haus scheint davon jedoch nicht viel abzubekommen. Quelle: dpa
von Michael Brächer

Wie ein Insider berichtet, kämpfte US-Präsident Obama nicht nur mit den politischen Hinterlassenschaften seines Vorgängers, sondern auch mit einem völlig veralteten Computersystem. Die Probleme dürften vielen Computernutzern bekannt vorkommen.

Stundenlange Systemausfälle, fehlende Sicherheitskopien und Computer mit Diskettenlaufwerk: Was klingt wie Geschichte aus der PC-Steinzeit, soll sich ausgerechnet im Büro des mächtigsten Mannes der Welt zugetragen haben. Das geht zumindest aus den Schilderungen von Brook Colangelo hervor, dem langjährigen IT-Chef des Büros von US-Präsident Barack Obama.

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Marode Technik im Weißen Haus

Auf einer Expertentagung des amerikanischen Magazins Computerworld berichtete Colangelo von seinen ersten vierzig Tagen im Weißen Haus. Demnach übernahm Barack Obama von seinem Vorgänger George W. Bush nicht nur zwei Kriege und ein gigantisches Budgetdefizit, sondern auch ein marodes IT-System. Die Computertechnik im Oval Office war „in ziemlich schlechter Verfassung“, sagte Colangelo. Regelmäßig sei es zu Ausfällen der Email-Server gekommen.

Auch seien Mitarbeiter dazu gezwungen gewesen, mit schrottreifen Rechnern zu arbeiten. So soll selbst der damalige Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, noch einen Computer mit einem Diskettenlaufwerk benutzt haben. Sämtliche nicht-vertraulichen Daten seien in einem einzigen Rechenzentrum gespeichert gewesen. „Es gab kein Ersatzsystem“, sagt Colangelo.

Selbst in Sachen IT-Service war das Weiße Haus wohl nicht besser gerüstet als mancher deutsche Mittelständler: Die Servicehotline war nur von neun bis fünf Uhr besetzt.

Oval Office setzt auf Praktikanten

Zwar entfallen im US-Haushalt etwa 80 Milliarden Dollar auf IT-Ausgaben. Doch das Weiße Haus scheint davon nicht profitiert zu haben: Laut Colangelo habe es sogar an Geld gefehlt, um Softwareentwickler zu beschäftigen. Deshalb habe man auf die Expertise von Praktikanten zurückgegriffen. Seitdem müsse man die Parkplätze des Weißen Hauses nicht mehr in Microsoft Excel verwalten. Und dank eines Systemmonitors für Drucker könne man stets rechtzeitig neue Tonerkartuschen bestellen.

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Präsident Obama zeigt sich in IT-Fragen gerne fortschrittlich: Seine Anhänger rekrutierte er bei den letzten Wahlen im Internet; er selbst gilt als begeisterter Nutzer von Apple-Produkten. Mitarbeiter im Weißen Haus dürfen sogar ihre eigenen Smartphones und Tablets am Arbeitsplatz nutzen. Auf eine solche Regelung hoffen viele Arbeitnehmer in Deutschland noch immer vergeblich.

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