
WirtschaftsWoche: Herr Park, Millionen Kunden kaufen teure Fernsehgeräte für das hochauflösende Fernsehen HDTV, bekommen darauf aber schlechte Bilder zu sehen, weil erst wenige Programme in HD-Qualität ausgestrahlt werden. Laufen die Hersteller Gefahr, die Käufer zu verprellen?
Park: Stimmt, die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Käufer und den Aufnahmen, die sie empfangen können, ist ein ernstes Problem für die Branche. Sogar in den USA, wo HDTV schon weit fortgeschritten ist, wird nur knapp ein Fünftel der via Satellit und Kabel verbreiteten Fernsehprogramme im hochauflösenden Format ausgestrahlt.
Warum üben Sie nicht mehr Druck auf TV-Sender und Kabelnetzbetreiber aus, die Umstellung voranzutreiben?
Das tun wir. Wir arbeiten intensiv mit Inhalte-Lieferanten wie beispielsweise Filmstudios, mit Fernsehstationen und Telekommunikationsunternehmen zusammen, um in dieser Frage endlich voranzukommen.
Blu-ray hat sich nach langem Hickhack als DVD-Nachfolgetechnologie gegen die HD-DVD durchgesetzt. Wie wichtig ist dies für die Entwicklung des Markts?
Sehr wichtig – Gott sei Dank ist der Streit vorbei, der die Kunden lange Zeit verunsichert hat. Ich erwarte, dass die Nachfrage nach Blu-ray-Geräten und -Filmen nun deutlich steigen wird.
Samsungs Digital-Media-Sparte liefert mehr als ein Viertel des Konzernumsatzes, trägt aber nur minimal zum Gewinn bei. Wie wollen Sie profitabler werden?
Beim Umsatz wollen wir dieses Jahr auf rund 32 Milliarden Dollar wachsen, von 28 Milliarden im Vorjahr. Damit wären wir die am schnellsten wachsende Konzernsparte. Bei Flachbildfernsehern werden wir 40 Prozent zulegen, bei Monitoren 20, bei Druckern 30 und bei Computern 60 Prozent.
Und was ist mit dem Gewinn?
Wegen des enormen Preisdrucks ist es sehr schwierig geworden, mit manchen Unterhaltungselektronik-Produkten überhaupt Geld zu verdienen. Daher kommt es, dass Digital Media, etwa im Vergleich zu Handys, weniger profitabel ist. Aber im Vergleich zu vielen Wettbewerbern erzielt Samsung noch sehr gute Margen. Dennoch müssen wir natürlich darauf achten, unsere Profitabilität weiter zu steigern.
Wie soll das gehen, wenn, wie im vergangenen Jahr geschehen, die Preise für Flachbildschirme um 30 bis 40 Prozent fallen?
Aufgrund des Markenimages und unseres Designs sind wir in der Lage, beim Preis einen Premium-Aufschlag zu erzielen. Das hilft uns in hart umkämpften Märkten sehr. Und wir versuchen bei Fernsehern und Monitoren die Nachfrage hin zu größeren Geräten zu lenken, weil sich damit bessere Preise erzielen lassen.
Samsung hat vergangenes Jahr erstmals die meisten Flachbildfernseher verkauft. Bei Digitalkameras oder MP3-Spielern aber hinken Sie der Konkurrenz hinterher. Wie wollen Sie die Marktführer Canon und Apple einholen?
Indem wir unser gutes Qualitäts- und Design-Image bei Flachbildfernsehern und Handys auf diese Geräte übertragen. Bei Digitalkameras gelingt uns das schon ganz gut, da gewinnen wir Anteile und verkleinern die Lücke zum Marktführer.
Warum klappt das nicht bei MP3-Spielern?
Der Erfolg von Apple basiert darauf, dass die Kunden nicht nur ein Gerät bekommen, sondern auch eine Anbindung an einen Internet-Shop, in dem sie Musik kaufen können. Diese Infrastruktur hat Samsung noch nicht.













