Kindle-Konkurrent: Sonys neuer Ebook-Reader im Test: Grau vor Grau

Kindle-Konkurrent: Sonys neuer Ebook-Reader im Test: Grau vor Grau

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Sonys mobiles Lesegerät PR505 kommt Mitte März in Deutschland auf den Markt.

Nahezu zeitgleich mit dem Verkaufsstart von Amazons elektronischem Buch Kindle 2 in den USA kommt das Konkurrenzprodukt, der Sony Reader PR505, in Deutschland auf den Markt. Kann er ein Buch wirklich ersetzen? Oder lohnt es sich, darauf zu warten, bis Amazon sein Digital-Buch auch diesseits des Atlantiks in die Läden bringt? WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Kuhn hat den Reader Probe gelesen.

Er ist kaum größer als ein DIN-A4-Notizbuch, in ein silbriges Metallgehäuse und ein durchaus ansehnliches Kunstleder-Etui gehüllt, ist leicht und angenehm zu halten. Handlich, unscheinbar, ansatzweise elegant liegt der gerade mal acht Millimeter schlanke Sony Reader nach dem Auspacken auf meinem Schreibtisch. Das also soll die Zukunft des Lesens sein? Zumindest in Deutschland beginnt sie am 11. März, wenn der Vertrieb der 299 Euro teuren Geräte über Sonys Partner Libri.de und 230 angeschlossenen Thalia-Buchhändlern startet.

Mit dem mitunter sinnlichen Erlebnis, ein schönes Buch aufzuschlagen, hat der Lesestart am Reader nicht viel gemein. Statt des Griffs in die prallen Seiten erweckt ein kleiner Schalter am oberen Rand das Display aus dem Dämmerschlaf. Wie von Geisterhand tönen sich dann Bereiche der zuvor leeren Fläche ein und lassen so eine Buchseite vor den Augen des Lesers entstehen – in gestochen scharfer Schrift, nach Wunsch in drei Schriftgrößen darstellbar. Das kommt auch mir, von beginnender Weitsicht Geplagtem, sehr zupass.

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Weniger gefällig ist, dass die zur Darstellung der Schrift genutzte Displaytechnologie, genannt e-Ink also „elektronische Tinte“ beim Kontrast noch immer nicht mit einem normal bedruckten Blatt Papier mithalten kann. Farbe ist sowieso nicht drin, und statt schwarz auf weiß erscheint der Text eher in dunklem Grau vor mattem Grau. Das ist (selbst bei hellstem Sonnenlicht) gut lesbar, schön aber ist anders. Und gerade bei schwachen Lichtverhältnissen wird es anstrengend, denn das Display – strikt auf Stromsparen ausgelegt – ist unbeleuchtet. Immerhin, Sony bietet eine Mikroklemmlampe mit einem sparsamen LED-Strahler als Zubehör an.

Geht es nach den Vorstellungen des japanischen Elektronikriesen, dann werden wir schon bald nicht mehr durch reale Buchläden stöbern, sondern durch deren digitale Dependancen klicken, die gewünschten Schmöker per Computermaus auswählen und uns den Lesestoff per PC auf den Reader überspielen. Das ist natürlich nicht so bequem, wie beim Kindle, der - vorerst nur in den USA - Buchinhalte schnurlos über Mobilfunk an Bord holt. Aber der Umweg über den Computer klingt komplizierter als er ist. Denn dafür, dass Romane oder Reime aus der Cyber-Bücherei auf den Reader wandern, sorgt komfortabel die Literatur-Management-Software, die Sony dem Bücherspeicher beigelegt hat.

Sie überspielt nicht nur Werke im digitalen eBook-Datenformat ePub (mit und ohne Kopierschutz) aufs Gerät. Auch PDF- und Word-Dokumente oder andere Textformate bringt sie auf den eBook Reader. Doch während ich PDFs beispielsweise auch von Speicherkarten einlesen kann, für der Reader oben einen entsprechenden Einsteckschacht besitzt, muss ich Word-Dokumente vor dem Überspielen aufs Gerät erst von der Sync-Software ins passende Dateiformat umwandeln. Wirklich schwierig ist das zum Glück nicht. Vorteil des offenen Dokumentenstandards: So lassen sich auch alle inzwischen legal im Internet verfügbaren Klassiker der Weltliteratur, deren Urheberrechte längst abgelaufen sind, problemlos auf den Reader kopieren.

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