
Deutschland fehlt bekanntlich ein zentrales, senderübergreifendes TV-Portal mit kostenlosen On-Demand-Inhalten im Stile von Hulu. Entsprechend groß ist die Intransparenz. Die Fernsehsender kochen jeweils ihr eigenes Online-Süppchen, weshalb es für Zuschauer mitunter einiges an manueller Suche erfordert, um den Stream des gewünschten Programms im Netz zu finden.
Unglückliche Namenswahl oder Geniestreich?
Stefan George und David Eickhoff aus Potsdam bei Berlin möchten dies mit einer Suchmaschine für legale Serien- und Filmstreams ändern. Kino1.to haben die zwei Informatikstudenten ihre Videosuchmaschine getauft – die Namensverwandtschaft zur berühmt-berüchtigten und 2011 von den Ermittlern geschlossenen Streamingseite ist offensichtlich. Manch einer mag dies als “unglückliche Namenswahl” bezeichnen, doch eigentlich handelt es sich dabei um einen Geniestreich:
Quelle: REUTERSSchmitz&Co. - Was aus den "Helden" der Dotcom-Ära wurde
Spektakulär war die Festnahme des gebürtigen Kielers Kim Schmitz in Neuseeland. Dem 38-jährigen wird vorgeworfen, Mastermind hinter dem Raubkopien-Portal Megaupload zu sein. Die Verhaftung rückt auch wieder die Dotcom-Ära wieder in Erinnerung, immerhin hat Schmitz sein 25-Millionen-Dollar-Anwesen "Dotcom Mansion" getauft und er selbst nennt sich seit einiger Zeit ganz offiziell Kim Dotcom...

Auch in der Zeit des Neuen Marktes war Schmitz eine der schillerndsten Figuren: Unvergessen sind seine Urlaube mit dem durch eine Dieter Bohlern Affäre nur als "Teppich-Luder" bekannten Playboy-Bunny Janina...

Legendär auch seine Auftritte in der Harald-Schmidt-Show, wo Schmitz seinen eigenen Sessel mitbrachte (die vorhandenen waren ihm zu unbequem) und erzählte, wie er den Jet der Haffa-Brüder für eine halbe Million charterte, um einen Kurztrip in die Karibik zu unternehmen.
Quelle: dpaDer Filmvermarkter EM.TV geht schon 1997 an den Neuen Markt. Zwei Jahre später feiert Vorstandschef Thomas Haffa auf der Hauptversammlung in Frankfurt ein Kursplus von 16.600 Prozent - die Aktionäre liegen ihm zu Füßen. Wer früh investiert war, konnte es mit ein paar Tausend Euro zum Millionär bringen. Aber kaum ein Anleger erkennt rechtzeitig, das die Party ein Ende hat. Es kommen Zweifel an den Bilanzzahlen von EM.TV auf, im Oktober 2000 korrigieren Thomas und sein Bruder Florian Haffa die Bilanzzahlen - an nur einem Tag verliert die Aktie fast ein Drittel ihres Wertes. 2001 tritt Thomas Haffa zurück. Im April 2003 verurteilt das Landgericht München ihn wegen der falschen Angabe von Unternehmenszahlen zu einer Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro. Außerdem musste er die Prozesskosten von 2,5 Millionen Euro zahlen. Zu dieser Zeit wird sein Vermögen auf 200 Millionen Euro geschätzt. Sein Bruder Florian muss eine Geldstrafe von 240.000 Euro zahlen. Es folgen jahrelange Prozesse von Anlegern, die die Haffa-Brüder auf Schadenersatz verklagt haben. Und das von Haffa gegründete Unternehmen EM.TV, dass inzwischen EM Sport Media heißt, forderte
Thomas Haffa war später beim Anhängerbauer Kögel engagiert, macht Geschäfte im Yachtleasing und ist Geschäftsführer der Münchener Charterfluggesellschaft Air Independence.
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Aufsehenerregend waren auch Aufstieg und Fall des Bodo Schnabel, Gründerchef von Comroad. Wegen Kursbetrugs und Insiderhandels musste Schnabel für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Unternehmer "verkaufte" ab 1995 Hard- und Software für Telematik-Systeme. Doch die enormen Umsätze erwiesen sich als faul: Schnabel hatte einen asiatischen Abnehmer seiner Technik frei erfunden, 97 Prozent der Umsätze erwiesen sich als Luftbuchung. Comroad hatte im Jahr 2000 einen Börsenwert von 1,2 Milliarden Euro. Am 21. November 2002 verurteilte das Landgericht München Bodo Schnabel wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Insiderhandels und Kursbetrugs. Das Strafmaß betrug sieben Jahre Gefängnis. Im Interview mit der WirtschaftWoche sprach er über seine Erfahrungen. Heute hat er eine neue Firma namens Nanomatic.
Quelle: dpa/dpawebBekannt wurde Florian Homm als Großaktionär bei Borussia Dortmund. Am Neuen Markt war er zuvor schon bekannt als Gründer von Value Management & Research (VMR), die Firmen wie Toysinternational.com oder Comtelco an die Börse brachte. Eine angekündigte Fusion mit der Beteiligungsgesellschaft Knorr Capital scheiterte, Homm zog sich aus VMR zurück.
Wenige Jahre später geriet er mit dem Hedgefonds Absolute Capital Management Holdings mit Investments bei Borussia Dortmund oder dem Finanzdienstleister MLP in die Schlagzeilen. Vielfach war vorgeworfen worden, Kurse massiv zu manipulieren. Als der Hedgefonds 2007 unter Druck geriet, nahm Homm überstürzt seinen Hut und ist seitdem untergetaucht. Seine Nachfolger in der Leitung des Fonds warfen ihm später vor, dass viele Investments einen weit geringeren Wert hätten als ausgewiesen. Die Aktien des börsennotierten Hedgefonds verloren mehr als 90 Prozent ihres Wertes. Seit Februar 2011 läuft gegen Homm auch eine Klage der US-Börsenaufsicht SEC. Zuletzt wurde er in Liberia vermutet.
Quelle: dpaNur drei Tage nach dem Allzeithoch des Nemax-Index geht der Chip-Hersteller Infineon, eine ehemalige Siemens-Sparte, an die Börse. Zur allgemeinen Börseneuphorie passt, das Infineon-Chef Ulrich Schumacher mit einem Rennwagen vor der Frankfurter Börse vorfährt. Die Aktie legt einen Traumstart hin, die Aktionäre glauben, es könnte ewig so weiter gehen. Unter der Orderlast brechen sogar die Handelssysteme zusammen. Doch mit dem Platzen der Dot-com-Blase gerät auch Infineon unter Druck, der Halbleitermarkt rutscht in die Krise. Nachdem 2002 der Vorwurf der illegalen Preisabsprache aufkam, erklärten sich 2004 vier leitende Angestellte bereit, mehrmonatige Gefängnisstrafen anzutreten und je eine Viertelmillion Dollar Strafe zu zahlen. Die ausgegründete Chipproduktion Qimonda schafft es an die Börse, ist aber Anfang 2009 schon pleite.
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Quelle: dpaZu den frühen Stars gehörte Gigabell. Gründer war der frühere Schlagersänger Daniel David, mit bürgerlichem Namen Rudolf Zawrel. Kostprobe gefällig? Seinen Song "Jenny wird noch heute Nacht sterben" von 1980 gibt es noch bei YouTube zu sehen.
Sein Unternehmen nannte sich Multi-Service-Provider, vom eigenen Glasfasernetz und Voice-over-IP-Telefonie war die Rede. Der Börsengang am Neuen Markt erfolgte pünktlich zur Sonnenfinsternis am 11. August 1999, inklusive Millionenschwerer Premierenparty. Zum Börsenstart verkündet David großspurig: "Wenn die Gigabell ihr Debüt am Neuen Markt feiert, geht die sonne gleich zweimal auf."
Fehlinvestments, Gewinnwarnungen und das rasche Verbrennen der Börsenmillionen mündeten im ersten Insolvenzantrag eines Unternehmens vom Neuen Markt - kaum mehr als ein Jahr nach dem Börsengang. David setzte sich nach Marbella ab, wurde gefasst, gestand, und kassierte 2005 eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten.
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Quelle: AP1998 startete der Anbieter von E-Commerce-Lösungen áus Jena in dem noch jungen Börsensegment. In der Spitze beschäftigte Intershop 1200 Mitarbeiter und war sogar an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistet. Aber der Börsenwert entbehrte jeder Realität: 36 Milliarden Euro für einen Softwareanbieter, der noch Verluste schrieb. Das Unternehmen gibt es immer noch: 2008 erwirtschaftete es erstmals einen Gewinn: 1,5 Millionen Euro.
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Quelle: APDer Internet- und Multimedia-Dienstleister Pixelpark zählte ebenso wie der damalige Vorstandschef Paulus Neef zu den Stars am Neuen Markt. Mehrheitseigentümer Bertelsmann brachte das Unternehmen 1999 an den Neuen Markt. In nur einem Monat stiegen die Aktien nach der Erstnotiz bei 16,40 Euro auf 30 Euro. Pixelpark-Aktien erreichten im März 2000 noch Kurse von 194 Euro, der Börsenwert betrug 3,5 Milliarden Euro. Heute liegt er bei 5 Millionen Euro, Bertelsmann hat sich längst zurückgezogen. Ende 2002 wurde Neef wurde fristlos entlassen. 2006 machte das Unternehmen erstmals einen Gewinn. Paulus Neef ist heute CEO von Mama Sustainable Incubation.
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Schmitz&Co. - Was aus den "Helden" der Dotcom-Ära wurde
Spektakulär war die Festnahme des gebürtigen Kielers Kim Schmitz in Neuseeland. Dem 38-jährigen wird vorgeworfen, Mastermind hinter dem Raubkopien-Portal Megaupload zu sein. Die Verhaftung rückt auch wieder die Dotcom-Ära wieder in Erinnerung, immerhin hat Schmitz sein 25-Millionen-Dollar-Anwesen "Dotcom Mansion" getauft und er selbst nennt sich seit einiger Zeit ganz offiziell Kim Dotcom...
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Immerhin ist dem Projekt von George und Eickhoff damit eine maximale Aufmerksamkeit gewiss. Die Razzia und Schließung von Kino.to war aufgrund der enormen Popularität der Site ein viel beachtetes Medienereignis. Für Redakteure hiesiger Nachrichtenangebot ist Kino1.to damit ideales Futter – besonders dann, wenn sich durch eine bewusst unklar formulierte Überschrift eine direkter Zusammenhang mit Kino.to andeuten lässt.
Abgesehen von dem PR-Coup bietet Kino1.to aber auch funktionell durchaus Substanz: Über eine moderne, HTML5-basierte und damit auch über mobile Geräte benutzbare Oberfläche können sich Anwender online angebotene Filme, Serien und Clips von ARD und ZDF (Mediathek), dem zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörenden Videoportal MyVideo, Maxdome (ebenfalls im Besitz von ProSiebenSat.1) sowie von Videoload, dem Video-on-Demand-Angebot der Telekom, empfehlen lassen. Filter erlauben die Sortierung nach verschiedenen Kriterien, und eine Suche liefert auf einen Blick alle Clips zu einem bestimmten Programm.













