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Laptop und iPad: Deutsche haben immer weniger Ahnung von Computern

von Laura-Patricia Montorio

Eine Studie von Eurostat stellt den Deutschen in Sachen Computerkenntnisse kein gutes Zeugnis aus. Währenddessen polieren andere EU - Länder ihre Fähigkeiten auf und ziehen an Deutschland vorbei. Insbesondere die Isländer sind sehr lernbereit.

Deutschland hat in einer Studie zu Computerkenntnissen zwei Prozentpunkte eingebüßt und ist wieder auf dem Kenntnisniveau von 2006 angelangt. Quelle: REUTERS
Deutschland hat in einer Studie zu Computerkenntnissen zwei Prozentpunkte eingebüßt und ist wieder auf dem Kenntnisniveau von 2006 angelangt. Quelle: REUTERS

Nur 58 Prozent der Deutschen haben mittlere bis gute PC-Kenntnisse. Dies bescheinigt eine aktuelle Studie von Eurostat, der europäischen Statistikbehörde, die EU-weit Männer und Frauen zwischen 16 und 74 Jahren zu ihren Computerkenntnissen befragte. Es handelt sich dabei um keinen tatsächlichen Test der Fähigkeiten, sondern um eine Selbstauskunft über Aufgaben, die die Auskunftspersonen mit dem Computer bewältigen können.

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Eurostat erkundigte sich beispielsweise nach dem Kopieren und Verschieben von Dateien, der Verwendung von Excel-Tabellen für Rechenaufgaben, dem Komprimieren von Dateien, nach dem Anschließen von Geräten oder dem Erstellen eines Computerprogramms mit Hilfe von Programmiersprache. Je mehr dieser Aufgaben die Auskunftspersonen nach eigenen Angaben mächtig sind, desto höher wurden ihre PC-Kenntnisse eingestuft.

Deutschland hat dabei im Vergleich zu den Erhebungen von 2009 und 2007 zwei Prozentpunkte eingebüßt und ist wieder auf dem Kenntnisniveau von 2006 angelangt. Die Entwicklung der PC-Kenntnisse stagniert also nicht nur seit Jahren, sondern ist sogar leicht rückläufig. „Angesichts dieser unerwartet schlechten Studienergebnisse, stehen wir vor einem Rätsel“, kommentiert Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von BITKOM, die Studie.

Trend weg von der Technik

Auf dem Bürotisch der meisten Deutschen steht ein PC, daheim ein schicker Laptop, Teenager kommunizieren per Smartphone, schon Kleinkinder patschen auf dem iPad herum – und die Computerkenntnisse der Deutschen sollen dabei wirklich sinken? Für Rohleder ist das kein Widerspruch, im Gegenteil. Geräte wie iPads oder Smartphones sind dafür bekannt, dass sie intuitiv verwendet werden können. Es wird nicht einmal mehr eine Bedienungsanleitung mitgeliefert, weil sich praktisch alles selbst erklärt. Auch Kinder oder ältere Menschen, die zum ersten Mal mit Computertechnik in Berührung kommen, verstehen schnell, wie sie Fotos anschauen, Spiele spielen können oder an Informationen aus dem Internet gelangen. Diese simple Technik verbreitet sich rasant. „Das Problem dabei ist, dass sich viele schnell damit zufrieden geben, die Geräte einfach benutzen zu können. Was dahinter steckt ist den Deutschen zunehmend egal. Bei den Jugendlichen, vor allem bei den Mädchen, nimmt deshalb auch das Interesse an IT-Berufen wieder drastisch ab, “ bewertet Rohleder die Entwicklung.

Haben vor 10 Jahren noch 16 Prozent der Jugendlichen eine Ausbildung im IT-Bereich ergriffen, sind es aktuell nur noch neun Prozent. Das verschärft den Fachkräftemangel in Deutschland und auch in Zukunft ist wohl so bald keine Trendwende in Sicht. BITKOM hat in einer Umfrage in den Branchen IT, Kommunikation und Neue Medien herausgefunden, dass 63 Prozent der Unternehmen für ihre offenen Stellen kein geeignetes Personal finden. Aktuell werden Deutschlandweit 38.000 IT-Spezialisten gesucht.

Andere Länder, andere iPads?

Doch allein die Nutzung von intuitiven und bedienfreundlichen Geräten, kann die mangelnde Neugier der Deutschen an der Computertechnik nicht erklären. Schließlich sind iPads und Smartphones auch in anderen EU-Ländern weitverbreitet, die die Deutschen bei den Computerkenntnissen trotzdem überflügeln. Bei der letzten Eurostat-Umfrage von 2009 lag Deutschland noch auf Rang vier, ist in diesem Jahr aber auf Platz zehn der EU-Länder abgerutscht. Island und Luxemburg führen die Liste an, gefolgt von den vier skandinavischen Ländern. Auch Österreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich liegen noch vor Deutschland und haben sich alle in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.07.2012, 12:21 Uhrxyz

    @Joeslyn

    vor allem fordert die Wirtschaft immer nur. Ich hör immer nur Gequengel. Wenn es die stört, dass nicht jeder Schulplatz einen PC wie in Dänemark hat, dann sollen sie doch Geld sammeln beim Bitcom und denen überall an jeden Platz einen Laptop hinstellen und alles verkabeln lassen.

    Jeder Schülerplatz hat dann einen. Die wollten doch immer niedrigere Steuern haben. Das wirkt sich dann nunmal auch auf die Schulen aus. Die Staaten sind Pleite, war ja so gewollt. In Dänemark müssen Firmen Ausbildungsabgabe zahlen, 8% des BIP gehen in Bildung.

    und in Privatschulen sitzen eher welche, die Kunstgeschichte, Schmuckdesign, Jura und Eventmanagement studieren wollen. Die haben zwar die bessere Ausstattung, aber nicht unbedingt IT-Interesse. Die können es sich auch leisten brotlose Künste studieren. In Hauptschulen ist ein Überschuss an Jungen. Die stehen auf Technik.

    niemand hindert sie daran. Aber bitte damit aufhören, 11jährige hinter Supermarktkassen zu setzen, die nachher von Allgemeinbildung zu wenig mitbekommen, da keine Zeit mehr dafür. Wer weiß, ob es in 20 Jahren noch viele Kassierer gibt.

    Bitte auch nicht 30 Betriebsbesichtigungen pro Jahr. Das geht zu Lasten der allgemeinen Grundlagen. Und natürlich lernt man in Schulen Theorie, nicht nur "passgenaue praxisnähe" Und dann nachher beschweren, sie können nicht richtig lesen, schreiben und rechnen.

    gibt es überhaupt einheitliche Standards für die Schulen, oder ist da Kraut und Rüben.

  • 20.07.2012, 06:05 UhrJoselyn

    Hat sich mal jemand die öffentlichen Schulen in den letzten Jahren angesehen ? Das wird immer schlimmer. Ca. 1/4 des Unterrichts fällt aus, die Lehrmaterialien sind total veraltet. Es gibt zu wenig Lehrer und davon sind auch viele alte Lehrer dabei, die halt Beamte sind und die man daher auch nicht los wird. Neue Lehrer werden nicht eingestellt, weil kein Geld dafür da ist. An vielen Schulen kann man Drogen aller Art kaufen und die Kriminalität der Kinder untereinander steigt. Bereits in der Grundschule rauchen Kinder auf dem Parkplatz, teilweise sind Mädchen bereits in der 5. Klasse (12/13 Jahre alt) bereits schwanger.

    Das Interesse an Informatik ist bei vielen vorhanden. Als normal verdienende Familie kann man sich die teuren Informatikkurse aber gar nicht leisten. Bereits ein einfacher SAP Kurs für Büroangestellte kostet zwischen 3000 Euro und 5000 Euro. Natürlich muss man das privat bezahlen.

    In den jeweiligen Berufen, beispielsweise Autobranche, kriegt man von Seiten der Berufsschule bzw. vom Arbeitgeber nur ein Halbwissen mit. Das, was man gerade so für den Beruf braucht, nicht mehr. Auch keine Hintergründe oder wie sich die Programmierung aufbaut.

    Dazu kommt noch, dass man als Informatiker/-in ab 40 von Seiten der Bundesagentur für Arbeit bereits als schwer vermittelbar gilt. Die meisten Firmen wollen ein "junges Team". Da kriegt man höchstens noch was in der Zeitarbeit und wir alle wissen, welche Knebelverträge und Stundenlöhne da dahinter stecken. Das möchte niemand.

  • 20.07.2012, 01:43 Uhrmathias

    Mein lieber Markus Scheurer
    Selbst die Autos heutzutage versagen, weil die IT-Spinner aus
    Unkenntnis Programme erstellen die weder kompatiebel mit normal-
    denkenden ist, noch über Fachwissen verfügen wie ein Auto-Motor funktioniert
    BMW ist bestes Beispiel.: die sechs-Zylinder Triebwerke und künftig
    auch die vier Zyl. erleiden Totalschaden weil die Steuerung versagt.

    Demzufolge kann auch keiner mit einem PC umgehen, weil den meisten
    dieses krankhafte Denken von Köln über Moskau nach Rom zu fahren fehlt.

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