Liest Amerika mit?: Facebook, Google und Co. bestreiten „Hintertür“ für US-Geheimdienst

Liest Amerika mit?: Facebook, Google und Co. bestreiten „Hintertür“ für US-Geheimdienst

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Das Logo von Google spiegelt sich in einem Auge. Das Unternehmen soll Daten an den US-Auslandsgeheimdienst weitergegeben haben.

Die großen amerikanischen Internet-Konzerne haben bestritten, dem US-Geheimdienst freien Zugang zu ihren Daten zu gewähren. Doch gläsern bleibt der Nutzer trotzdem.

Die großen amerikanischen Internet-Konzerne haben bestritten, dem US-Geheimdienst freien Zugang zu ihren Daten zu gewähren. Facebook, Google, Yahoo, Apple, Microsoft teilten am Freitag mit, sie hätten keine „Hintertür“ installiert, über die Behörden direkt auf ihre Server zugreifen könnten. Diesen Eindruck erweckt ein von der „Washington Post“ und dem „Guardian“ veröffentlichtes geheimes Präsentations-Papier. Dort werden die Online-Dienste als Lieferanten von Informationen an den US-Geheimdienst NSA im Rahmen eines Programms mit dem Namen PRISM genannt.

In den Berichten hieß es, die US-Regierung habe freien Zugang zu  E-Mails, Fotos, Videos, Dokumenten und auch Kontaktdaten. Dadurch seien Experten in der Lage gewesen, die Bewegungen und Verbindungen von Personen über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen. Ob das Programm wie die Telefondatensammlung allumfassend oder zielgerichtet auf Terrorismusverdächtige oder Straftäter angelegt ist, wurde zunächst nicht deutlich.

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Behörden und Unternehmen sammeln und archivieren Daten von Bürgern und Kunden. Eine Tatsache, der sich viele Menschen hilfslos ausgesetzt fühlen. Dabei gibt es einen Weg, die Kontrolle über die Datenmühle zu behalten.

Quelle: dapd

Nur wenige Washingtoner Kongressmitglieder wüssten überhaupt davon, hieß es in der Berichterstattung, die sich im Wesentlichen auf die Programmpräsentation eines leitenden NSA-Analysten beruft. Eingeweihte seien zu strengster Geheimhaltung verpflichtet worden. Laut Washington Post wurde PRISM bereits vor sechs Jahren gegründet und ist heute ein wichtiger Bestandteil der täglichen Briefings des amerikanischen Präsidenten.

Obamas Nationaler Geheimdienstdirektor, James Clapper, verteidigte das Programm gegenüber der New York Times. „Es kann nicht gegen irgendeinem US-Bürger eingesetzt werden“, sagte er und ergänzte: „Die Informationen, die mit diesem Programm gesammelt werden, gehören zu den entscheidendsten und nützlichsten Geheimdienstinformationen, die wir haben, und sie werden verwendet, um unser Land vor einer großen Zahl von Bedrohungen zu schützen.“

Der Republikaner Mike Rogers stritt auf Nachfrage von US-Medien das Programm nicht ab. Der Leiter des Geheimdienst-Ausschusses des Abgeordnetenhauses sagte, dass man dank der Maßnahme in den vergangenen Jahren ein Terrorkomplott habe verhindern können. Die demokratische US-Senatorin Dianne Feinstein soll die Praxis als üblich beschrieben haben.

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Spion Quelle: fotolia.de

Ganz neu ist die Spionage-Praxis der US-Behörden nicht. Bereits vor knapp zwei Jahren berichtete die WirtschaftsWoche ausführlich über die Praktiken, die es möglich machen auf die privaten Daten von Nutzen zuzugreifen (siehe Artikel-Box oben).

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