Linux-Erfinder: Der König der Pinguine

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Linux-Erfinder: Der König der Pinguine

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Linus Torvalds erhält den Millennium-Technologiepreis

Linus Torvalds wird heute mit dem Millennium-Technologiepreis ausgezeichnet. Das Betriebssystem Linux war für ihn einst eine Freizeitbeschäftigung. Heute läuft es auf Millionen von Geräten – und vielen Nutzern ist das nicht einmal bewusst.

Es ist der totale Gegenentwurf zur Welt des Bill Gates: Wie Windows funktioniert, wissen nur die Experten im Microsoft-Hauptquartier in Seattle. Wie Linux funktioniert, davon kann sich jeder selbst überzeugen, der ein wenig programmieren kann. Denn das Betriebssystem mit dem Pinguin-Logo ist nicht nur kostenlos, sondern sein Programmcode ist auch frei verfügbar: Jeder darf es herunterladen und Änderungen daran vornehmen.

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Zu verdanken ist das Linus Torvalds, der Linux als studentisches Projekt begonnen hat. Heute läuft Linux nicht nur auf unzähligen Computern, sondern hat auch die Welt der Smartphones für sich erobert: Täglich werden 850.000 Mobiltelefone in Betrieb genommen, die mit Code von Linus Torvalds laufen. Denn was viele User gar nicht wissen: Auch Googles „Android“-Betriebssystem baut auf dem Linux-Kernel auf. Tatsächlich dürfte es vom internetfähigen Kühlschrank über den Videorekorder bis zur Flugdrohne kaum ein Gerät geben, auf dem Linux nicht läuft.

Studium war Nebensache

Torvalds wurde 1969 in Helsinki geboren. Seine Eltern benannten ihn nach dem Chemiker Linus Pauling – und dem gleichnamigen Cartoon-Charakter der „Peanuts“. Seit er im zarten Alter von elf Jahren zum ersten Mal zu einer Tastatur griff, ist Torvalds dem Computer verfallen. „Ich war ein Freak. Ein Nerd. Ein Geek“, schreibt er in seiner Autobiografie. Nach dem Abitur besuchte er die Universität von Helsinki, doch das Studium war für ihn Nebensache: Im langen finnischen Winter tüftelte Torvalds an einer Lösung, um mit seinem Computer auf die Großrechner der Universität zugreifen zu können – und schrieb dabei ein Betriebssystem, das er selbst eigentlich „Freax“ nennen wollte. Nur einem Mitarbeiter der Universität von Helsinki ist zu verdanken, dass wir heute nicht von „Freax“-Rechnern sprechen. Denn er weigerte sich, Torvalds‘ Namenswunsch nachzukommen und gab dem Dateiordner den Namen „Linux“. Das Betriebssystem war geboren.

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Schnell bildete sich eine wachsende Fangemeinde, die die Entwicklung von Linux seitdem stetig vorantreibt. Das Betriebssystem ist die vielleicht größte Gemeinschaftsleistung des Internet-Zeitalters: Seit Torvalds‘ erster Fassung steckt die Arbeitszeit von 73.000 menschlichen Lebensjahren im Linux-Programmcode. Etwa zwei Prozent des Codes hat er geschrieben, der Rest stammt von anderen Programmierern. Doch über grundlegende Änderungen entscheidet Torvalds noch immer selbst – so gab er erst kürzlich die Vorabfassung der neuen Version 3.5 frei. Sich selbst bezeichnete er einmal als „eine Art wohlmeinender Diktator des Planeten Linux“.

Linus Torvalds hat eine Kettenreaktion angestoßen, die das Internet ein Stück offener gemacht hat. Dafür zeichnet ihn die technische Akademie in Finnland heute mit dem Millennium-Technologie-Preis aus, der mit einer Million Euro dotiert ist. Zum ersten Mal wurde der Innovationspreis im Jahr 2004 verliehen – damals ging er an Tim Berners-Lee, den Vater des Internet.

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