LTE-Standard: Turbo-Internet auf dem Dorf

LTE-Standard: Turbo-Internet auf dem Dorf

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Deutschlands große Netzbetreiber bemühen sich momentan, die bis dato stiefmütterlich behandelten Regionen mit Highspeed-Internet zu versorgen - Gezwungenermaßen.

von Thomas Kuhn

Der Plan der Bundesnetzagentur geht auf. Nach jahrelangem Warten bekommen Bürger und Unternehmen nun auch in abgelegenen Orten und Landstrichen Deutschlands Zugang zum Turbo-Internet – via Mobilfunk. Wo es schon so weit ist - und warum ein paar Lücken im Netz bleiben.

Lange hatten sich Deutschlands Politiker und Regulierer auf die Zusage der Netzbetreiber verlassen, die Lücken in der Versorgung mit schnellen Internet ohne staatliche Auflagen zu schließen. Ohne wirklichen Erfolg. Mangels rentabler Vermarktungsaussichten machten Deutsche Telekom, Vodafone-Arcor & Co. beim Ausbau der DSL-Netze um ländliche Regionen wie Eifel oder Bayrischen Wald, Vorpommern oder Schwäbische Alb einen anhaltend großen Bogen.

Nun aber ändert sich das. Gezwungenermaßen. Denn bei der Versteigerung der von den Mobilfunkunternehmern dringend benötigten Frequenzen für den Netzausbau der nächsten, besonders schnellen Mobilfunk-Generation LTE vor knapp zwei Jahren hatte der Regulierer die Daumenschrauben angezogen. Danach nämlich dürfen die Telefonkonzerne speziell die besonders reichweitenstarken Frequenzen im sogenannten 800-Megahertz-Band erst dann in und um die lukrativen Ballungsräume nutzen, wenn sie vorher bisher unterversorgten Gebiete mit dem schnurlosen Turbo-Internet erschlossen haben.

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Zuerst Dörfer, dann Großstädte

Dabei hat der Regulierer die Republik in verschiedene Kategorien aufgeteilt. Erst wenn die kleinsten Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern zu wenigstens 90 Prozent versorgt sind, dürfen die Mobilfunker den LTE-Funk in den nächstgrößeren Orten ausbauen. Das mag weniger lukrativ sein, als den Highspeed-Funk von Anfang an in dicht besiedelten Städten unters Volk zu bringen, ist aber noch immer deutlich preiswerter, als die Fläche mit DSL-Leitungen oder über Kabelanschlüsse zu versorgen.

Zumal das Frequenzband um 800 Megahertz, in dem früher die analogen Fernsehsender übertragen wurden, nicht nur große Flächen mit wenigen Sendemasten per Turbofunk abdeckt. Außerdem durchdringen die längeren 40-Zentimeter-Funkwellen Gebäudewände besser als etwa die kurzen Zehn-Zentimeter-Wellen des bei der LTE-Auktion ebenfalls versteigerten 2,6-Gigahertz-Frequenzbandes. So lassen sich schnelle Internetzugänge und schnurlose Telefonanschlüsse inzwischen auch fern der Großstädte zu einem Bruchteil der Kosten installieren, die Verkabelung auf klassischen Wegen verursacht hätte.

Und siehe da: Plötzlich klappt der Ausbau. In den Versorgungskarten der Netzbetreiber werden die über Jahre weißen Flecken nun endlich bunt. Getrieben von der Not, die Netze in den oft schon überlasteten Innenstädten nicht beliebig ausbauen zu dürfen, kümmern sich die Mobilfunker nun mit Hochdruck um die lange vernachlässigte Fläche.

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