Manipulationsverdacht: Großrazzia in Glücksspielbranche

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Manipulationsverdacht: Großrazzia in Glücksspielbranche

, aktualisiert 29. Januar 2016, 12:08 Uhr
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Eine Bande aus Schleswig-Holstein soll Schadsoftware eingesetzt haben, um Spieleautomaten zu manipulieren.

von Andreas Macho

Ein Großaufgebot von 650 Polizisten schlug am Donnerstag in der Glücksspielbranche zu. Der Verdacht: Eine Bande aus Schleswig-Holstein soll bundesweit Glücksspielautomaten manipuliert und auch Automatenaufstellern beim Steuerbetrug geholfen haben.

In neun Bundesländern führte die Polizei am Donnerstag Razzien in der Glücksspielbranche durch. Rund 650 Beamte durchsuchten dabei zeitgleich 114 Spielhallen und Wohn- und Geschäftsräumlichkeiten. Auslöser der Razzia waren Ermittlungen gegen eine Bande aus Schleswig-Holstein, die mit Software aus dem Ausland Glücksspielautomaten manipuliert haben sollen. In Schleswig-Holstein nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Zudem stellte die Polizei zwei einsatzbereite scharfe Schusswaffen sicher.

„Mit der Schadsoftware manipulierten die Täter die Glücksspielgeräte, um eine höhere Gewinnausschüttung zu erzielen, womit sie sich erhebliche Gewinne verschafft haben“, sagt der Axel Bieler von der Kieler Staatsanwaltschaft, die die bundesweite Razzia koordinierte.

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Die Bande, die laut Bieler aus einer „Handvoll Personen“ besteht, dürfte mit ihrer Manipulationssoftware auch Automatenaufstellern dabei geholfen haben, ihrerseits Glücksspielautomaten zum Nachteil der Spieler zu manipulieren und dadurch auch Steuerbetrug zu begehen. Die Razzia der Polizei richtete sich sowohl gegen die Vertreiber als auch gegen die Nutzer der Manipulationssoftware.

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Die Schadsoftware stammt laut Bieler unter anderem aus Russland. Wie die mutmaßlichen Täter die Software auf die Glücksspielautomaten spielen konnten, dazu will die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Auch zur Frage, welche Glücksspielautomaten von der Manipulation betroffen waren, macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Zu den geschädigten Automatenherstellern gehört laut Informationen der Wirtschaftswoche Löwen Entertainment. Die hundertprozentige Tochter des österreichischen Unternehmens Novomatic hat rund 45 Prozent Anteil am Markt der Glücksspielgerätehersteller. Wie viele Geräte von Löwen betroffen sind, dazu macht das Unternehmen keine näheren Angaben. Löwen Entertainment betont jedoch, dass Glücksspielgeräte, auf denen die aktuelle Software installiert ist, nicht von den Manipulationen betroffen ist.

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