Marketing: Online-Werbespots à la carte

Marketing: Online-Werbespots à la carte

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Cabrio-Konfigurator. Auf Kundenwunsch im Werbevideo Fahrzeugfarbe und -felgen wechseln

Ein Hamburger Startup will die Internet-Werbung neu erfinden: Dabei sollen Kunden Videospots künftig nach eigenen Wünschen anpassen können.

Aggressiv rot, zurückhaltend graumetallic, nobel nachtblau, oder doch lieber schlicht weiß? Immer wieder rollt Audis A5-Cabriolet – wie von Geisterhand umlackiert – an einer Villa vor den Toren Kapstadts vorbei. Mal offen, mal mit geschlossenem Verdeck gleitet der Wagen aus dem Bild. Keine Frage, das neue Video, mit dem der Autokonzern ab Mitte Juli im Internet wirbt, macht Lust auf eine Open-Air-Runde.

Auch in der Werbebranche und bei Internet-Experten sorgt der Film für Aufsehen. Doch nicht, weil er eine besondere Innovation im Autobau zeigt. Der 60-Sekunden-Clip ist die radikale Abkehr vom traditionellen Modell aller Werbefilme und zeigt, was mit neuer Technik im Online-Marketing in Zukunft möglich sein wird.

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Mix aus Echtbild und Simulation

Bislang flimmerten Werbefilme – einmal produziert – fast identisch über Kinoleinwände, TV- und Computer-Monitore. Was Werber und Marketingfachleute am Audi-Spot fasziniert, ist die neue Produktionstechnik. Sie ermöglicht es, reale Videoszenen erst während der Wiedergabe mit verschiedenen Animationen digitaler 3-D-Modelle zu verbinden. Sei es, um dem Wagen nach Kundenwunsch eine andere Farbe zu geben. Sei es, um das Fahrzeug – je nach geografischem Standort des Betrachters – als Rechtslenker zu präsentieren oder schlicht mit dem passende Nummernschild zu versehen. Egal, welche Details der Kunde wünscht: Der Werbefilm muss nur noch ein Mal produziert werden.

Gestützt auf das im Video-Server hinterlegte 3-D-Modell des Wagens wird das Erscheinungsbild des Fahrzeugs im Werbe-Clip live berechnet, nach Gusto angepasst und in die fertigen Landschaftsaufnahmen eingefügt. Das geschieht in Sekundenschnelle, „in Echtzeit“, wie es Fachleute nennen. Dabei ist die Qualität des Film-Mix aus realer und virtueller Welt so hoch, dass der Zuschauer Echtbild und Simulation nicht mehr unterscheiden kann.

Die Massenproduktion höchst individueller Werbefilme – ob zur Präsentation neuer Cabrios, eleganter Luxusküchen oder schicker Designer-Mode –, lange galt der Traum der Marketingfachleute als unerfüllbar. „Die nötige Rechenpower hätte jeden Werbeetat gesprengt“, sagt Jan-Till Manzius, Mitgründer des Hamburger Softwarehauses Impossible Software, einem Ableger der Multimediaagentur DDD. Rund drei Jahre lang hat Manzius mit drei Partnern trotzdem überlegt, wie sich das Unmögliche doch umsetzen ließe.

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