McAfee-Chef de Walt: Zunehmend Apple-Rechner von Internetattacken betroffen

McAfee-Chef de Walt: Zunehmend Apple-Rechner von Internetattacken betroffen

von Oliver Voß

Die Anzahl der Bedrohungen im Internet hat dramatisch zugenommen. Warum sich Apple-Nutzer wähnen sich in trügerischer Sicherheit wähnen, erklärt McAfee-Chef Dave de Walt.

Davon sind auch die lange Zeit als besonders sicher geltenden Apple-Rechner betroffen. „Seit Anfang 2008 ist die Anzahl der Programme, die Schaden anrichten um 900 Prozent gestiegen“, so McAfee-Chef Dave de Walt im WirtschaftsWoche-Interview. McAfee zählt zu den weltweit größten Anbietern von IT-Sicherheitsprogrammen. Bei den Mac-Rechnern werde, so de Walt, seit „zwei Jahren ein sehr hoher Anstieg der Risiken“ verzeichnet. Ein großer Teil hänge mit der Internet-Nutzung zusammen und sei damit unabhängig vom genutzten Rechner. Denn, so de Walt, „die am meisten verbreitete Gefahr sind Phishing-Angriffe, bei denen Nutzer auf präparierte Web-Seiten gelockt werden, um Passwörter auszuspionieren.“ Apple-Nutzer seien sich der neuen Gefahren nicht hinreichend bewusst, warnt de Walt. „Gerade weil Apple lange dafür berühmt war, kaum Sicherheitsprobleme zu haben, kaufen die meisten Nutzer auch keine Schutzprogramme. Inzwischen werden aber sogar spezifische schädliche Programme für Apple-Systeme geschrieben.“

Einen Wandel bei Internetattacken sieht de Walt auch hinsichtlich der Qualität. „80 Prozent der Attacken sind finanziell motiviert. Doch was uns noch mehr sorgt, ist das Heraufziehen von Cyberterrorismus und virtueller Kriegsführung. 20 Prozent der Angriffe im Netz haben einen politischen oder religiösen Hintergrund.“ De Walt fordert aufgrund dieser Entwicklung eine stärkere weltweite Zusammenarbeit von Behörden: „So wie sich die Weltgesundheitsorganisation um physische Viren kümmert, sollte es eine Organisation geben, die Viren und Attacken im Cyberspace bekämpft“.

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Zu den derzeit am meisten gefährdeten IT-Systemen zählen laut de Walt Smartphones.  Dabei bestehe die größte Gefahr darin, es „mit allen Daten, die darauf sind, zu verlieren.“ De Walt warnt: „Viele Nutzer denken, sie sind durch ein Passwort geschützt und sicher. Aber ich muss oft nur die SIM-Karte rausnehmen und in ein anderes Gerät stecken, um Zugriff auf alle Daten zu haben. Entscheidend ist es daher, die SIM-Karte zu verschlüsseln.“ Auch soziale Netzwerke wie Facebook oder der Kurznachrichtendienst Twitter sind ein besonders beliebtes Ziel von  Internetkriminellen geworden. „Bei uns ist die Nutzung der großen sozialen Netzwerke verboten, und das können wir auch anderen Unternehmen nur empfehlen“, sagt de Walt. McAfee betreibe zwar auch selbst Facebook- und Twitter-Konten, allerdings über speziell gesicherte Zugänge. „Die Mitarbeiter können außerhalb des Unternehmensnetzwerks twittern, aber nicht drin.“

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