Medizin-Apps: So funktioniert der Gesundheits-Check per Smartphone

Drei wichtige Fragen

Solange diese Digi-Docs vor allem Informationen zusammentragen und aufbereiten, können sie relativ wenig Schaden anrichten. Aber wenn sie bei ernsten Leiden Ratschläge erteilen, müssen die medizinischen Grundlagen für die Empfehlungen stimmen. Um sich im verwirrenden Angebot zurechtzufinden, helfen drei Fragen:

Diese Hightech-Geräte nutzen deutsche Hobbysportler

  • Herkömmliches Handy

    Hightech-Geräte werden beim Sport immer beliebter. Bitkom hat 1014 Deutsche ab 14 Jahren befragt, welche Geräte sie zum Sport nutzen. Das Ergebnis: Vier Prozent nutzen ein herkömmliches Handy.

  • Actionkameras

    Actionkameras wie sie etwa GoPro herstellt, sorgen vor allem bei Profisportlern für spektakuläre Aufnahmen. Doch auch bei Hobbysportlern erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Immerhin sieben Prozent der Befragten nutzen sie.

  • mp3-Player

    Musik beim Joggen zu hören, ist seit dem Walkman eine willkommene Ablenkung. 13 Prozent der Befragten nutzen dafür heute einen mp3-Player.

  • Schritt-/Kalorienzähler

    Wie effektiv ist mein Training wirklich? Schritt- und Kalorienzähler geben Aufschluss darüber. Genutzt werden sie von 17 Prozent der Befragten.

  • Pulsmessgerät

    Um zielgerichtet trainieren zu können, greifen Sportler auf Pulsmessgeräte zurück. In Deutschland macht das jeder Dritte.

  • Smartphone

    Des Deutschen Lieblingsbegleiter ist ein Alleskönner: Das Smartphone. 37 Prozent gaben an, es beim Sport zu benutzen. 

1. Wie gut ist das medizinische Konzept?

Manches auf den ersten Blick einleuchtend klingende Angebot kann schlimmstenfalls lebensgefährlich sein, etwa wenn eine App Krebs aufspüren will – und dann Tumore übersieht. Was eine Forschergruppe aus Pittsburgh 2013 herausfand. Sie hatte Apps analysiert, die mit der Handykamera erkennen soll, ob sich hinter einer verdächtigen Stelle auf der Haut ein bösartiger Tumor verbirgt. Doch drei der vier untersuchten Anwendungen lieferten inakzeptable Ergebnisse. In über 30 Prozent der Fälle gaben sie Entwarnung, obwohl es sich um Krebs handelte. „Vertraut ein Patient auf so eine App und sucht erst mit Verspätung ärztliche Hilfe, kann das die Chancen auf Heilung deutlich verringern“, warnt Urs-Vito Albrecht, stellvertretender Direktor des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik in Hannover.

„Die Idee scheint ja sinnvoll“, sagt Albrecht. Fast alle Smartphones haben eine hochauflösende Kamera. Doch je nach Beleuchtung und Handhabung des Handys lassen sich die Bilder mal besser, mal schlechter auswerten.

Immerhin gibt es im Netz einige Anleitungen für einen Qualitäts-Check. Eine der wenigen Webseiten, die Apps testet, ist das von Ursula Kramer initiierte Portal HealthOn. Die Bloggerin finanziert das Angebot allein, um frei zu sein vom Einfluss Dritter, macht aber so auch auf ihre Kommunikationsagentur Sanawork aufmerksam. Die Datenbank führt knapp 400 getestete Medi-Apps.

Smartphone So wird das Handy zum Lebensretter

Viele Smartphone-Apps sind kaum mehr als unnützer Zeitvertreib. Aber er gibt einige Soft- und Hardwareentwicklungen, die im Extremfall Leben retten können. Wie das Handy zum Schutzengel in der Hosentasche wird.

Das Smartphone als Lebensretter Quelle: PR KATWARN

Sie hat unter anderem deutschsprachige Diabetes-Apps analysiert und dabei wenig Zielgruppenorientiertes entdeckt: Obwohl gerade Zuckerkranke wegen ihres Alters und ihrer Erkrankung häufig schlecht sehen, arbeiten einige der Apps mit kleinen, schwer lesbaren Schriften, wie etwa das Diabetes-Tagebuch von Menarini, einem Hersteller von Blutzucker-Messgeräten. Mit dessen sonst passablem Programm dokumentieren Patienten, was sie gegessen haben und ihren Blutzuckerspiegel.

Dabei könnten Apps wichtige Dienste leisten, um Wissenslücken zu schließen oder zu motivieren, meint Kramer, wozu Ärzten oft die Zeit fehlt. Die Anwendungen könnten etwa nach einer Diagnose Diabetes klarmachen, warum der Betroffene daran nicht sterben werde. Diese Ängste beschäftigten die Menschen. Und die Apps können Diabetiker anspornen, Ernährung oder Verhalten anzupassen, wenn die Blutzuckerwerte zu hoch sind, indem sie Menüvorschläge machen oder zum Joggen motivieren.

Die erfolgreichsten Wearable-Hersteller

  • Der Wearables-Markt

    Der Markt für Wearables wird zunehmend größer. Doch wer dominiert den Markt? Ein Ranking nach Absatz und Marktanteil.

    Absatz ingesamt im 2. Quartal 2015 (in Mio.): 18,1

    * Im Vergleich Q2 2014 zu Q2 2015; Quelle: IDC Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker (27. August 2015)

  • Platz 6

    Andere

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 5,7

    Absatzzuwachs* (in Mio.): +3,1

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 31,5

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): -14,9

  • Platz 5

    Samsung

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 0,6

    Absatzzuwachs* (in Mio.): -0,2

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 3,3

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): -11,0

  • Platz 4

    Garmin

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 0,7

    Absatzzuwachs* (in Mio.): +0,2

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 3,9

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): -5,0

  • Platz 3

    Xiaomi

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 3,1

    Absatzzuwachs* (in Mio.): +3,1

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 17,1

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): +17,1

  • Platz 2

    Apple

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 3,6

    Absatzzuwachs* (in Mio.): +3,6

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 19,9

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): +19,6

  • Platz 1

    Fitbit

    Absatz Q2 2015 (in Mio.): 4,4

    Absatzzuwachs* (in Mio.): +2,7

    Marktanteil Q2 2015 (in Prozent): 24,3

    Veränderung des Marktanteils* (in Prozent): -6,1

2. Wer ist der Anbieter?

Viele Angebote wirken auf den ersten Blick seriös. Doch wer mit welchen Interessen hinter ihnen steckt, ist oft schwer zu erkennen. Bei den von Kramer 2014 untersuchten Diabetes-Apps in Googles Play-Store fehlte bei drei Vierteln ein Impressum. Ebenso gab es oft keine Infos zur Finanzierung der kostenlosen Apps. Nur vier Prozent gaben die Quellen und Autoren preis, auf die sich ihre Methodik oder Ratschläge beziehen.

Nachfragen sei Pflicht, rät daher der Berliner Jurist und Mediziner Christian Dierks, weil viele App-Entwickler nun einmal Softwarespezialisten, medizinisch aber Laien seien. Er empfiehlt transparente Angebote wie die Herzüberwachungs-App Smartheart des israelischen Anbieters SHL Telemedicine. Die sei „datensicher, leistungsstark, vom Patienten einsehbar“, schwärmt er. Sie überwacht mit einem tragbaren EKG-Gerät die Herzfunktion. Nicht nur Algorithmen werten die Daten aus, sondern rund um die Uhr auch Fachärzte, die kontrollieren, ob das Herz aus dem Takt gerät.

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Auch Testerin Kramer wünscht sich: „Die Anbieter sollten möglichst unabhängig sein – oder ihre Interessen wenigstens offen kommunizieren.“ Wo etwa Pharmaunternehmen Apps finanzieren, sollte der Nutzer das zumindest wissen.

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