
In den USA hat Microsoft zahlreiche neue Verkaufsstellen eingerichtet, um Windows 8 direkt an Kunden zu verkaufen und ihnen das neue Betriebssystem sowie Surface-Tablets vorzuführen. Händlern, die Computer mit Windows 8 anbieten, schreibt Microsoft zudem vor, wie sie die Systeme einzurichten haben, berichtet das Wall Street Journal. Denn Kunden sollen das neue Betriebssystem ausprobieren und dabei auf E-Mails, Familienfotos und persönliche Kontakte zugreifen können.
Bild: ScreenshotFlotter Start
Zum Start ein Fisch: Windows 8 startete in unserer virtueller Testumgebung auf einem aktuellen iMac innerhalb des Virtualisierungsprogramms Virtualbox binnen Sekunden. Der Fisch zeigt übrigens an, dass es sich um die Consumer-Vorschau-Variante des kommenden Windows-Systems handelt. Schon in der Beta-Version von Windows 7 kam der Kampffisch (Gattung Betta) zum Einsatz, aus der fertigen Version wird er verschwunden sein.
Bild: ScreenshotWischen ist angesagt!
Dann werden wir von einem schicken Login-Screen begrüßt. Nun gilt es bereits, sich dem neuen Windows-Paradigma zu nähern: Wischen statt klicken! Erst nachdem der Login-Screen mittels Wisch-Geste nach oben verschoben wurde, dürfen wir uns einloggen. Damit ist eine der beiden wichtigsten Gesten eingeführt: Das Wischen zum Scrollen von Inhalten. Die zweite wichtige Geste bei Windows 8 ist das einfach antippen einer Schaltfläche - der Doppelklick hat auf der Metro-Oberfläche ausgedient.
Übrigens: Wer bei der Installation dem Wunsch von Microsoft widerspricht, sich einen Microsoft-Account für Windows 8 anzulegen, landet nach dem Start direkt auf der Metro-Oberfläche ohne den Login-Screen.
Bild: ScreenshotKacheln statt Fenster
Und dann das: Bunte große Kacheln statt Fenster. Auf einen Blick wird hier deutlich, warum Microsoft-Chef Steve Ballmer Windows 8 als die bislang “riskanteste Produktwette” von Microsoft bezeichnet. Windows 8 ist der bislang größte Traditionsbruch in der Geschichte des Windows-Systems, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1983 zurückreichen.
Windows 8 hat sich von Windows Phone 7 inspirieren lassen, damit es sich genauso mittels Touch-Gesten steuern lässt wie mittels Maus auf dem PC. Anwendungen (“Apps”) und Widgets wie das aktuelle Wetter werden als Kacheln dargestellt. Für jede installierte Anwendung hängt Windows 8 eine weitere Kachel auf dem Startbildschirm an. Vorsortiert wird dabei nicht - die Sortierung übernimmt der Nutzer.
Bild: ScreenshotAnwendungen im Metro-Gewand
Ein Klick auf die Kachel Internet Explorer und wir landen in dem Microsoft-Browser in der Metro-Variante. Bislang gibt es nur eine Handvoll mit Windows 8 ausgelieferte Microsoft-Programme, die in dem Vollbild-Metro-Modus laufen. Unter anderem von Googles Webbrowser Chrome und Mozillas Browser Firefox sind Metro-Varianten angekündigt.
Ältere Windows-Software sieht dagegen auch unter Windows 8 so aus wie immer - und lässt sich damit per Touch-Bedienung nach wie vor nicht vernünftig bedienen. Anderseits ist die Bedienung der Metro-Programme mit der Maus äußerst gewöhnungsbedürftig. Nachdem wir eine Webadresse in den Browser eingegeben hatten, ist die Adressleiste plötzlich verschwunden. Erst ein Klick auf den unteren Rand des Fensters bringt sie zurück - und das erst nach einigem Ausprobieren. Alternative: ein Rechtsklick.
Bild: ScreenshotAnfängliche Verzweiflung: Wo geht’s hier raus?
Und wie kommen wir nun aus dem Internet Explorer wieder raus? Ein “X” ist nirgendwo zu finden. Die altebekannte Tastenkombination Alt+F4 funktioniert auch nicht. Also schnell gegoogelt. Fazit: Wie bei einem Tablet-Konzept üblich, lassen sich die Metro-Apps gar nicht mehr so einfach beenden. Sie laufen im Hintergrund weiter und werden nur noch ausgeblendet.
Und wie blendet man die App nun aus? Bei der Touchbedienung wird von rechts in den Bildschirm gewischt, um die sogenannten Charms - so nennt Microsoft das dann auftauchende Menü - herbeizuzaubern. Doch wie geht das mit der Maus? Erst ein Demonstrationsvideo von Microsoft bringt die Erkenntnis: den Cursor nach ganz unten oder ganz oben links bewegen. Damit werden die Charms rechts (siehe Screenshot) aufgerufen - und damit die Schaltfläche “Start”, um auf die Metro-Oberfläche zurückzukehren. Generell funktioniert mit der Maus vieles anders als mit der Touch-Bedienung - und manches ist auch unnötig verwirrend.
Bild: ScreenshotZurück zum Gewohnten
Fast wie Windows 7 sieht dagegen der klassische Desktop aus. Zu ihm gelangt der Nutzer jederzeit über den Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche. Hier lässt sich auch wie gewohnt das Dateisystem mittels Windows Explorer durchforsten. Auch ansonsten beruhigt den eingefleischten Windows-Fan hier endlich ein gewohnter Anblick: Im unteren Bereich ist immer noch die Taskleiste, in der links die laufenden Programme und rechts Systemicons wie Lautstärkeregler, Warnungen des Wartungscenters und ein Netzwerk-Symbol angezeigt werden.
Bild: ScreenshotEinfach drauf lostippen
Haben Sie beim letzten Bild etwas bemerkt? Ganz wie Windows 7 sah der Desktop doch nicht aus. Was fehlt? Genau, der mit Windows 95 eingeführte Windows-Start-Button ist ersatzlos gestrichen worden. In der ersten nur an Entwickler gerichteten Vorschau von Windows 8 war er noch vorhanden. Wie kommt der Anwender nun an seine Programme? Die Antwort ist für alte Windows-Hasen sehr ungewohnt: einfach drauf lostippen. Das funktioniert elegant und superflink - allerdings nur von der Metro-Startfläche aus, nicht vom Desktop. Wie bisher lassen sich Verknüpfungen auf Programme aber auf den Desktop oder in die Taskleiste legen. Zum Start aller anderen Anwendungen führt nun aber kein Weg am Start-Bildschirm der Metro-Oberfläche vorbei.
Bild: ScreenshotDer Desktop lebt!
Neben den neuen für Touch-Bedienung optimierten Metro-Apps lässt sich natürlich auch klassische Windows-Software auf Windows 8 installieren. Für unseren Test installierten wir Microsoft Office Professional Plus 2010 und Googles Webbrowser Chrome. Beim Einlegen der Office-CD bot uns Windows 8 an, die Setup-Datei ausführen. Installation und Betrieb der Office-Suit funktionierte problemlos wie unter Windows 7 gewohnt. Nachdem wir den Browser Chrome installiert hatten, informiert uns Windows 8 via Pop-Up-Fenster über eine “neue App zum Websites öffnen” und fragt, mit welchem Programm wir diese standardmäßig künftig öffnen wollen - Internet Explorer oder Chrome.
Bild: ScreenshotKrieg der Welten
Mit dem Tablet lassen sich Anwendungen ohne Metro-Oberfläche natürlich nach wie vor nicht bequem bedienen - hier sind die Anwender auf neue Tablet-Apps angewiesen. Schon optisch unterscheiden sich die Metro-Apps und normale Windows-Anwendungen im Metro-Start-Menü deutlich voneinander. Die schicken Kacheln samt dynamisch eingeblendeten Informationen wie Anzahl der ungelesenen Mails gibt nur für die Metro-Apps. Auf dem Screenshot sehen Sie am linken Rand einige der neuen Metro-Apps (Musik, SkyDrive, Remotedesktop, die Finanzen-App und den Reader) und rechts die Icons der klassischen Windows-Software wie Office und Chrome.
Bild: ScreenshotGeschwindigkeit macht Freude
Nach den anfänglichen Hürden macht Windows 8 vor allem durch eines Spaß: Die Geschwindigkeit. Schon mit Windows 7 ist es Microsoft erstmals gelungen, ein Windows herauszubringen, das sich insgesamt flotter und weniger schwerfällig als der Vorgänger Vista anfühlt - und damit auch auf älterer Hardware besser läuft. Mit Windows 8 scheint Microsoft das erneut zu gelingen. Unter denselben Bedingungen fühlte sich Windows in unserer virtuellen Umgebung auf dem Mac etwas flotter an als Windows 7. Besonders beim Bootprozess greift Microsoft tief in die Trickkiste, um ihn zu beschleunigen. So wird unter normalen Umständen auf eine Hardware-Erkennung beim Start verzichtet.
Um auch auf Tablets mit ARM-Prozessor und wenig Arbeitsspeicher eine gute Figur zu machen, hat Microsoft Windows weiter strikt auf Geschwindigkeit und niedrigen Ressourcenverbrauch optimiert, was sich schon in der Beta-Version bemerkbar macht.
Den hier im Bild gezeigte Taskmanager hat Microsoft gründlich überarbeitet. Er bietet nun übersichtlichere und besser aufbereitete Informationen. Unter dem Reiter “Prozesse” erfährt der Nutzer beispielsweise, welches Programm den Rechner wie stark belastet. Der Taskmanager trennt dabei sauber nach vom Anwender gestarteten “Apps” und Hintergrundprozessen.
Flotter Start
Zum Start ein Fisch: Windows 8 startete in unserer virtueller Testumgebung auf einem aktuellen iMac innerhalb des Virtualisierungsprogramms Virtualbox binnen Sekunden. Der Fisch zeigt übrigens an, dass es sich um die Consumer-Vorschau-Variante des kommenden Windows-Systems handelt. Schon in der Beta-Version von Windows 7 kam der Kampffisch (Gattung Betta) zum Einsatz, aus der fertigen Version wird er verschwunden sein.
Virtuelle Persönlichkeiten für die Kunden
Dazu hat Microsoft virtuelle Persönlichkeiten geschaffen - Allison Brown in den USA, Alicia González in Lateinamerika und Franziska Fiegler in Deutschland - deren Accounts auf Systemen, die mit Windows 8 präsentiert werden, voreingestellt werden sollen. Das soll interessierten Kunden die Möglichkeit geben, schon im Laden zu erfahren, wie die neue integrierte Windows-Welt funktioniert. Denn viele Neuerungen lassen sich erst dann sinnvoll ausprobieren, wenn persönliche Daten hinterlegt sind.
Zusammen mit Intel habe Microsoft darüber hinaus mehrere Hunderttausend Verkäufer in Sachen Windows 8 geschult, so das Wall Street Journal. Mit Best Buy habe Microsoft zudem ein neues Konzept zur Präsentation von Geräten entwickelt, das potenzielle Käufer anregen soll, neue Geräte auszuprobieren. Die US-Handelskette habe zudem die Ausstellungsfläche für Computerprodukte in diesem Zusammenhang vergrößert.
Es gehe vor allem darum, den Menschen die Angst vor dem neuen Windows zu nehmen, das anders aussieht und funktioniert als bisherige Versionen.












