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Kommentar Mensch und Maschine: Bitte anschnallen für eine atemberaubende Zukunft

von Martin Weigert Quelle: Netzwertig.com

Die vielen unsere Aufmerksamkeit beanspruchenden, schnelllebigen Ereignisse des digitalen Zeitalters versperren leicht die Sicht auf das große Ganze. Wer herauszoomt, erkennt, was für eine unglaubliche Zukunft vor uns liegt.

Willkommen in der Zukunft - Die Technologisierung des alltäglichen Lebens und gar des Menschen selbst lässt sich nicht aufhalten, und das digitale Zeitalter hat gerade erst begonnen Quelle: Fotolia
Willkommen in der Zukunft - Die Technologisierung des alltäglichen Lebens und gar des Menschen selbst lässt sich nicht aufhalten, und das digitale Zeitalter hat gerade erst begonnen Quelle: Fotolia

Der Zeithorizont, den Netzfreunde, Journalisten, Politiker und chronische Skeptiker bei ihren Blicken auf das Fortschreiten der Digitalisierung ansetzen, ist zumeist kurz. In der Regel kreisen Debatten, Konflikte und Konzepte um die Geschehnisse, die sich im hier und jetzt oder bestenfalls in den kommenden Jahren abspielen – wobei es sich bei den gelegentlichen Ausblicken auf die vernetzte Welt in den Jahren 2014 oder 2015 üblicherweise lediglich um Prognosen von Marktforschungsinstituten zur Adaption bestimmter Hardware oder Prozesse oder zur Entwicklung von Marktanteilen und -potenzialen handelt. Kurzum: Obwohl die heutigen Veränderungen die Grundlage für eine völlig neue Art des Zusammenlebens und Wirtschaftens der nächsten Jahrzehnte legen, beziehen sich Beobachtungen und Analysen in der Regel auf kurzfristige Auswirkungen des Wandels, nicht auf das große Ganze.

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Deshalb sind Darlegungen wie die gestrige von Gastautor Ralf Wienken so erfrischend und wichtig: Sie ermöglichen zwischen allen unsere unmittelbare Aufmerksamkeit beanspruchenden Ereignissen – wie neue Gadgets und Apps, juristische Reibereien und netzpolitische Auseinandersetzungen – einen wenn auch flüchtigen Blick aus der Vogelperspektive, ein Herauszoomen aus den Details der schnelllebigen Gegenwart, um den roten Faden zu erkennen, der sich unbeirrt durch die Geschichte fädelt und wenig Zweifel daran lässt, wie die Zukunft auf diesem Planeten aussehen wird: digitalisiert.

Roboter Domo, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt, hat spezielle Krafterkennungssensoren mit denen er seinen Händedruck genau steuert. Berührt man ihn allzu unsanft, sagt er "autsch".

Bild: Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Die Technologisierung des Menschen

Je häufiger man auf das Big Picture schaut und sich mit den Auswirkungen von heutigen Erfindungen und Frühphasen-Innovationen auseinandersetzt, desto deutlicher wird die Dimension und Unaufhaltsamkeit der Technologisierung des Menschen. Was gestern noch wie Science Fiction anmutete, kann schon morgen zum neuesten Spielzeug von Early Adoptern werden und übermorgen bei der breiten Masse ankommen. Dass betrifft nicht nur die im Gastbeitrag skizzierte Vernetzung von Mensch und Maschine, bei der Informationen direkt in die Sinne eingespeist werden. Auch der sich abzeichnende Aufstieg von 3D-Druckern wird radikale Veränderungen nach sich ziehen – nicht nur, weil sich dann Jedermann eine eigene Waffe fertigen könnte. Klar, noch sind derartige Drucker nur etwas für Bastler. Aber das war der Computer in seinen Anfangstagen auch. Einige Dekaden später steht er in Miniaturform und um ein Vielfaches leistungsfähiger in jedem Haushalt.

Ähnlichen Exotenstatus wie 3D-Drucker haben heutzutage auch Gentests, welche die meisten Menschen primär mit kriminalistischen Ermittlungen in Verbindung bringen dürften. Doch alles deutet darauf hin, dass der präventive medizinisch-diagnostische Einsatz von DNA-Analysen in Zukunft aufgrund rasant sinkender Kosten für deren Durchführung eine große Verbreitung finden wird. Beim US-Startup 23andMe müssen für die Analyse mittlerweile nur noch 299 Dollar gezahlt werden, von anfänglich 1000 Dollar zum Launch Ende 2007. Wer diese Ausgabe nicht scheut und dem Unternehmen einige Milliliter Spucke in einem speziellen Behältnis zur Untersuchung schickt, erfährt nach zwei bis drei Wochen, wie hoch die Veranlagung und Wahrscheinlichkeit für gewisse Krankheiten ist – bei sich selbst und teilweise auch beim Nachwuchs.

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